Cang Er Zi (Chao) – 苍耳子 – Xanthii fructus (preparatus)

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird die Spitzklette Cang Er Zi(Xanthii fructus) vorwiegend als wirksames Mittel zum Ableiten von Wind-Feuchte eingesetzt. In China durchgeführte Studien haben die Wirkung von Cang Er Zi (Xanthii fructus) als Mittel gegen Schnupfen und allergische Rhinitis (Nasenkatarrh, Schnupfen) belegt. Um das Jahr 620 n. Chr. fand Cang Er Zi (Xanthii fructus) erstmals im Qian Jin Yao Fang (Tausend-Dukaten-Verordnungen) von Sun Simiao Erwähnung.

Familie:
Asteraceae (Korbblütler)

Stammpflanze:
Xanthium sibiricum Patr. ex Widd.

Deutscher Name:
Sibirische Spitzklette, Frucht

Englischer Name:
Siberian Cocklebur Fruit

Vorkommen:
Die Sibirische Spitzklette ist in ganz China anzutreffen. Doch die beste Qualität stammt aus den Provinzen Fujian, Hubei, Jiangsu, Jiangxi und Shandong.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Früchte der Sibirischen Spitzklette, Cang Er Zi (Xanthii fructus), werden im Herbst geerntet und getrocknet. Anschliessend werden Stengel und Blätter entfernt. Um die Früchte von den Stacheln zu befreien werden sie geröstet.
Cang Er Zi (Xanthii fructus) ist trocken zu lagern.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf, bitter, süß

Funktionskreisbezug:
Lunge

Wirkrichtung:
emporhebend

Wirkort:
Oberfläche, Nase

Wirkungsweise:
antibakterliell, krampflösend, schmerzstillend, antirheumatisch, Schnupfen bekämpfend

Traditionelle Verwendung:

  • Öffenen der Nasenhöhle; Anwendung bei
    Nasenausfluss, Verlust des Geruchssinnes, Rhinorrhoe mit Kopfschmerz;
  • Ausleitung von Wind-Feuchte; Anwendung bei
    Bi-Syndrom (Arthritis/Rheuma) durch Wind-Feuchtigkeit, Nesselsucht (Urticaria), Juchreiz (Pruritus), beruhigt bei Röteln das Jucken und mindert den Hautausschlag;
  • Vertreibung von durch äußerlichen Wind hervorgerufene Schmerzen;
  • Beseitigung von Kälte; Anwendung bei
    Gelenkbeschwerden;
  • Linderung von Schmerzen; Anwendung bei
    Behinderungen bei Bewegungen, Krämpfen bei Feuchtigkeitsblockaden;
  • Öffnen der Oberfläche; Anwendung bei
    bis zum Nacken und Rücken ausstrahlenden Kopfschmerzen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 10g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei akuten Wind-Hitze-Syndromen zusammen mit
    Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix);
  • bei Erkrankungen der Nasennebenhöhlen in Zusammenhang mit chronischen Wind-Hitze-Syndromen zusammen mit
    Bo He (Menthae herba) und Jin Yin Hua (Lonicerae flos);
  • bei allergischer Rhinitis (Nasenkatarrh, Schnupfen) zusammen mit
    Jin Ying Zi (Rosae laevigatae fructus) und
    Wu Wei Zi (Schisandrae chinensis fructus).

Klassische Rezepturen:
Cang Er San

Verträglichkeit:
Das unbehandelte Cang Er Zi (Xanthii fructus) ist leicht toxisch. Das Rösten vermindert die Toxizität. Eine Überdosierung führt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Deshalb sollte man es nur vorbehandelt und in Dosierung und Dauer vorsichtig einsetzen.

Giftigkeit:
Das unbehandelte Cang Er Zi (Xanthii fructus) ist leicht toxisch. Unbehandelt sollte es nicht verwendet werden. Durch Rösten wird die Toxizität vermindert.

Forschungergebnisse:
Wissenschaftliche Untersuchen haben ergeben das Cang Er Zi (Xanthii fructus) lokal mit Sesamöl angewendet stillend bei chronischer Rhinitis Husten wirkt, die Atmung verbessert. Weiterhin wurde eine antimykotische Wirkung (gegen Pilzinfektionen) festgestellt.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Blutmangel!
  • Nicht gegen Kopfschmerzen oder arthriische Schmerzen bei Anämie verwenden!
  • Der enthaltene Bestandteil Xanthostrumarin kann in hohen Dosen toxisch sein und zur Auslösung von Krampfanfällen führen!