Man Jing Zi – 蔓荆子 – Viticis fructus

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Man Jing Zi (Viticis fructus) ins besondere als ein die Oberfläche öffnendes Arzneimittel und zur Zerstreuung von Wind-Hitze verwendet. Die Vitexfrucht wird erstmalig im Shen Nong Ben Cao Jing beschrieben.

Pinyin:
Màn Jīng Zi

Familie:
Lamiaceae(Lippenblütler)

Stammpflanze:
Vitex trifolia L.; Vitex simplicifolia Cham; Vitex rotundifolia

Deutscher Name:
Vitexfrucht

Englischer Name:
Vitex Fruit

Vorkommen:
Vitex trifolia L. var. simplicifolia Cham. gedeihen häuptsächlich in den chinesischen Provinzen Shandong, Jiangxi und Zhejiang. Vitex trifolia L. ist dagegen hauptsächlich in den Provinzen Guangdong und Guangxi zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die reifen Früchte werden im Herbst gesammelt. Sie sind kühl und trocken zu lagern.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die Vitexfrüchte haben einen speziellen und wohlriechenden Geruch und sind im Geschmack mild und leicht scharf.

Temperaturverhalten:
neutral mit kalter Tendenz

Geschmack:
scharf, bitter

Funktionskreisbezug:
Blase, Leber, Magen, Lunge

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Kopf und Augen

Traditionelle Verwendung:

  • Zerstreuen von Wind und Kühlen von Hitze bei von außen induzierter Wind-Hitze;
    Anwendung bei Kopfschmerzen, Augenschmerzen;
  • Ausleitung von Wind;
    Anwendung bei Kopfschmerzen, Benommenheit, schmerzenden Augen;
  • Ausleitung von Hitze bei Wind;
    Anwendung bei Tränenfluss, geröteten, schmerzhaften, geschwollenen Augen, Sehschwäche, Sehtrübung;
  • Klärung von Kopf und Augen;
    Anwendung bei Sehschwäche, Sehtrübung, Tränenfluss, Flecken oder fadenartige Strukturen vor den Augen (Mouches volantes);
  • Trocknung von Feuchtigkeit und Austreibung von Wind;
    Anwendung bei Steifheit, Krämpfen, Taubheits der Gliedmaßen, Schwindelgefühl, Sehstörungen mit Drehschwindel, geschwollenes schmerzhaftes Zahnfleisch;
  • Ausleitung von Feuchtigkeit;
    Anwendung bei Steifheit, Taubheitsgefühl, Krampfneigung, Schweregefühl in den Gliedmaßen, Benommenheit.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
5 g bis 10 g; Standard 6 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Kopfschmerzen und Benommenheit hervorgerufen durch Hitze Wind
    zusammen mit Ju Hua (Chrysanthemi flos), Chan Tui (Cicadae periostracum), Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix), Ji Li (Tribuli fructus);
  • bei Kopfschmerzen, generalisierten Schmerzen an Körper, Rücken, Schulter hervorgerufen durch Feuchtigkeit Wind
    zusammen mit Chuan Xiong (Chuanxiong rhizoma/ Ligustici chuanxiong), Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix), Long Dian Cao (Gentianae radix);
  • bei Augenbeschwerden, Tinnitus, Benommenheit, Taubheit hervorgerufen durch Schwäche
    zusammen mit Ren Shen (Panacis ginseng radix), Huang Qi (Astragali radix).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:
Man Jing Zi (Viticis fructus) ist ein Antagonist von Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata) und Shi Gao (Gypsum fibrosum).

Schwangerschaft:
Man Jing Zi (Viticis fructus) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Bei Xue-oder Yin-Mangel mit Vorsicht anwenden. Dasselbe gilt für einen Yin-Mangel des Magens.