Kuan Dong Hua – 款冬花 – Tussilaginis farfarae flos

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die Blüten des Huflattich – Kuan Dong Hua (Tussilaginis farfarae flos) – als ein Husten und Keuchen stillendes Arzneimittel verwendet. In Europa ist diese Pflanze seit alters her ebenfalls als schleimlösende und hustenstillende Heilpflanze bekannt. Jedoch verwendet man in unseren Breiten eher die Blätter.

Pinyin:
Kuǎn Dōng Huā

Synonyme:
Farfarae flos, Dong Hua

Familie:
Asteraceae (Korbblütler)

Stammpflanze:
Tussilago farfara

Deutscher Name:
Huflattichblüten

Englischer Name:
Coltsfoot Flower, Welcome Winter Flower

Vorkommen:
Kuan Dong Hua (Tussilaginis farfarae flos) ist in großen Teilen Chinas zu finden. Die beste Qualität stammt jedoch aus den chinesischen Provinzen Gansu, Henan und Shanxi.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Gesammelt werde die Blüten im Dezember, wenn die Pflanze nicht weiter unter der Erde wächst bevor der Boden gefroren ist.

Inhaltsstoffe:
Unter anderem Polysaccharide, Pyrrolizidinalkaloide, Schleimstoffe, Sterole, Bitterstoffe und Gerbstoffe in der Pflanze enthalten.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Der Geruch ist duftend, der Geschmack leicht scharf und bitter mit einer gewissen Klebrigkeit. Beim Kauen fühlt es sich an wie Baumwolle.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf

Funktionskreisbezug:
Lunge

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Lunge

Wirkungsweise:
hustenstillen, schleimlösend, antibakteriell.
Die Blüten werden bei Asthma bronchiale angewendet. Die verwandte Droge in EuropaFarfarae folium (Huflattichblätter) wird allgemein empfohlen bei Bronchitis, Asthma, Erkältungskrankheiten, Grippe, Entzündungen und Reizungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Traditionelle Verwendung:

  • Beseitigen von Husten;
    Anwendung bei Husten, chronischem Husten, Husten im Senium (Alter zwischen 60 und 80), Husten durch Kälte-Schwäche im Funktionskreis Lunge;
  • Beseitigung von Keuchen;
    Anwendung bei erschwerter und geräuschvoller Atmung, Schwellungen im Inneren des Halses;
  • Umwandlung von kaltem Schleim;
    Anwendung bei Schleim im Rachen und Schleim im Lungenbereich;
  • Absenkung des Qi;
    Anwendung bei Husten, Keuchen, erschwerter Atmung, Schwellungen im Bereich des Halses;

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 10 g; Standard 6 g

Kochzeit:
Die Blüten werden am Schluss dem Dekokt zugegeben, dieses kurz aufgekocht und anschließen 3 Minuten ziehen gelassen.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Schleimblockaden mit Husten und Keuchen
    zusammen mit Ku Xing Ren (Armeniacae amarum semen);
  • bei Ansammlungen von Säften mit Husten und Keuchen
    zusammen mit Wu Wei Zi (Schisandrae chinensis fructus), Ban Xia (Pinelliae rhizoma);
  • bei Schwäche des Yin mit trockenem Husten, blutigem Auswurf
    zusammen mit Bai He (Lilii bulbus);
  • bei Kälte-Schwäche im Funktionskreis Lunge mit chronischem Husten oder Husten im Senium (Alter zwichen 60 und 80)
    zusammen mit Zi Wan (Asteris radix).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirkung wird gefördert durch Ku Xing Ren (Armeniacae amarum semen) und Zi Wan (Asteris radix).
  • Die Wirkung wird gestört durch Xuan Shen (Scrophulariae radix) und Zao Jiao (Gleditsiae fructus).
  • Die Wirkung wird beschränkt durch Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii bulbus), Ma Huang (Ephedrea herba), Xin Yi (Magnoliae Flos), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix), Huang Qi (Astragali radix), Lian Qiao (Forsythiae fructus), Huang Lian(Coptidis rhizoma) und Qing Xiang Zi (Celosiae semen).

Schwangerschaft:
Kuan Dong Hua (Tussilaginis farfarae flos) sollte während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewendet werden.

Giftigkeit:
Bei einer Überdosierung kann es zu Kreislaufkollaps und Atemstillstand kommen.

Die in der Pflanze enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide wirken antibakteriell, karzinogen und lebertoxisch. Aus diesem Grunde ist es ratsam die Droge, besonders aber die Blätter (Farfarae folium) nicht länger als vier bis sechs Wochen pro Jahr anzuwenden oder auch gänzlich Abstand von dem Gebrauch der Droge zu nehmen.

Als mögliche Nebenwirkungen wurden Schlafstörungen, Übelkeit und Irritabilität festgestellt.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Hitze-Symptomatik mit blutig-eitrigem Auswurf!
  • Während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht anwenden!
  • Überdosierung vermeiden!