Hua Shi – 滑石 – Talcum

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der Speckstein, Hua Shi (Talcum), als ein Flüssigkeit ausleitendes und Feuchtigkeit umwandelndes Arzneimittel eingesetzt. Als chinesische Arznei wurde Hua Shi (Talcum) erstmals im Shen Nong Ben Cao Jing erwähnt.

Talcum
Derbe Talkstücke

Pinyin:
Huá Shí

Synonym:
Fēi huá Shí – 飞滑石

Deutscher Name:
Talk, Speckstein (Magnesiumsilikathydrat)

Englischer Name:
Talcum

Vorkommen:
Hua Shi (Talcum) ist vor allem in den chinesischen Provinzen Shandong, Jiangxi, Jiangsu, Shaanxi, Shanxi zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Das Erz wird von Schmutz befreit und zu Talkpuder verarbeitet.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
kein starker Geruch und kein tatsächlicher Geschmack

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
leicht süß

Funktionskreisbezug:
Blase, Magen

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
unterer Wärmebereich (Calorium), Haut

Wirkungsweise:
Hua Shi (Talcum) wirkt harntreibend, schützt neuerer Forschung zufolge die Haut und Schleimhaut vor chemischen und toxischen Reizungen, beugt Erbrechen und Durchfall vor und verhindert die Aufnahme von Giften im Magen-Darm-Trakt.

In unseren Breiten wird Talcum vor allem als Pudergrundlage, als Gleitmittel und als Hilfsstoff verwendet.

Traditionelle Verwendung:

  • Ausleitung von Harn;
    Anwendung bei spärlichem Urin, schmerzhafte, brennende, verminderte Harnauscheidung, Harnverhalt;
  • Ausleitung von Feuchtigkeit;
    Anwendung bei Schädigungen und Verletzungen der Haut bei Feuchtigkeit;
  • Kühlen von Hitze;
    Anwendung bei spärlichem Urin, schmerzhafte, brennende, verminderte Harnauscheidung, Harnverhalt, Durst, gelbem Zungenbelag;
  • Ausleitung von feuchter Hitze;
    Anwendung bei Durchfall, spärlichem Urin, schmerzhafte, brennende, verminderte Harnauscheidung, hohem Fieber, Schweregefühl, Schädigungen und Verletzungen der Haut, Durst, gelbem Zungenbelag;
  • Ausleitung von Sommerhitze;
    Anwendung bei Fieber, starkem Durst, Druckgefühl im Brust- und Bauchbereich, Funktionsstörungen der Blase, Reizbarkeit.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6 g bis 18 g; Standard 9 g

Kochzeit:
60 Minuten lang in einem Tuch kochen. Zuerst wird das Talcum 40 Minuten vorgekocht, anschließend mit den anderen bereits eingeweichten Arzneimitteln vermischt und weitere 20 Minuten gekocht.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • Bei Durchfall hervorgerufen durch feuchte Hitze
    zusammen mit Che Qian Cao (Plantaginis herba), Chuan Mu Tong (Clematidis armandii caulis), Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae), Yi Yi Ren (Coicis semen);
  • bei Sommerhitze mit Fieber, starkem Durst, vermindertem Urin
    zusammen mit Huo Xiang (Agastachis herba), Pei Lan (Eupatorii herba), Yi Yi Ren (Coicis semen), Tong Cao (Tetrapanacis medulla), He Ye (Nelumbinis folium);
  • bei Sommerhitze mit Fieber, Reizbarkeit, Durst, schmerzhafter Miktion
    zusammen mit Gan Cao (Glycyrrhizae radix);
  • bei Funktionsstörungen der Blase, feuchter Hitze im unteren Wärmebereich
    zusammen mit Dong Kui Zi (Abutili seu Malvae semen);
  • bei Ekzemen, Hautschädigungen durch Feuchtigkeit
    als äußere Anwendung als Pulver zusammen mit Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex), Ming Fan (Alumen).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirksamkeit wird gefördert durch Shi Wei (Pyrrhosiae herba).
  • Die Giftigkeit von Xiong Huang (Realgar) wird gedämpft.

Schwangerschaft:
Hua Shi (Talcum) sollte während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewendet werden!

Giftigkeit:
Talcum kann das Wachstum von Granulomen im Dickdarm und in der Vagina fördern.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Schwäche der Mitte, schwachen Säften bedingt durch Fieber, Schwäche des Nieren-Qi!
  • Während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht anwenden!