Fang Ji – 防己 – Stephaniae radix

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird die Stephaniawurzel – Fang Ji (Stephaniae radix) – als ein Medikament zur Ausscheidung und zur Umwandlung von Flüssigkeit verwendet. Das in ihr enthaltene Tetrandrin wirkt unter anderem gefäßerweiternd, blutdrucksenkend, fiebersenkend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Tetrandrin ist auch als Bremse für das Ebola-Virus bekannt. Erstmalige Erwähnung als chinesischen Arznei fand die Stephaniawurzel – Fang Ji (Stephaniae radix) – im Shen Nong Ben Cao Jing.

Pinyin:
Fáng Jǐ

Synonym:
粉防己 – Fěn fáng Jǐ
Stephaniae tetrandrae radix

Familie:
Menispermaceae (Mondsamengewächse)

Stammpflanze:
Stephania tetranda

Deutscher Name:
Stephaniawurzel

Englischer Name:
Stephania Root, Fourstamen Stephania Root

Vorkommen:
Die Stephaniawurzel Fang Ji (Stephaniae radix) ist hauptsächlich in den chinesischen Provinzen Anhui, Jiangxi und Zhejiang anzutreffen.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Stephaniawurzel wird im Herbst gesammelt und anschließend gereinigt, getrocknet und geschnitten. Sie sollte trocken gelagert werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Fang Ji (Stephaniae radix) hat einen leichten Geruch und einen bitteren Geschmack.

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter, scharf

Funktionskreisbezug:
Blase, Lunge, Milz, Niere

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Mitte, mittlerer und unterer Wärmebereich (Calorium)

Wirkungsweise:
Fang Ji (Stephaniae radix) wirkt antiparasitär.  Das in ihr enthaltene Tetrandrin wirkt unter anderem gefäßerweiternd , blutdrucksenkend, antipyretisch (fiebersenkend), antiphlogistisch (entzündungshemmend) und analgetisch (schmerzlindernd).

Traditionelle Verwendung:

  • Ausleiten von Flüssigkeit;
    Anwendung bei Gedunsenheit, Ödemen, Aszites (pathologische Ansammlung von freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle), Flüssigkeitsstauungen im unteren Wärmebereich (Calorium);
  • Ausleitung von Feuchtigkeit bei Wind;
    Anwendung bei rheumatoiden Schmerzen, Verspannungen, Fieber, roten, heißen und schmerzhaften Gelenken;
  • Zerteilung von Schwellungen;
    Anwendung bei Ödemen, Aszites (pathologische Ansammlung von freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle);
  • Beseitigung von Schmerz;
    Anwendung bei durch von Feuchtigkeit-Wind hervorgerufenen rheumatoiden Schmerzen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 10 g; Standard 4 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei geschwächter Konstitution, Mitte-Qi-Schwäche und Neigung zu Ödemen
    zusammen mit Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae), Gui Zhi (Cinnamomi ramulus);
  • bei Schwäche der Abwehrenergie, Wind- und Feuchtigkeit-Symptomatik, Schweißneigung, Schweregefühl im Körper, oberflächlichen Ödemen
    zusammen mit Huang Qi (Astragali radix),  Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma);
  • bei Feuchtigkeit-Wind, rheumatoiden Schmerzen
    zusammen mit Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix), Qiang Huo (Notopterygii rhizoma), Du Huo (Angelicae pubescentis radix).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirksamkeit wird gestört durch Xi Xin (Asari radix).
  • Die Wirksamkeit wird beschränkt durch Bi Xie (Dioscoreae hypoglaucae rhizoma) und Salz.
  • Die Giftigkeit wird gedämpft durch Xiong Huang (Realgar).

Schwangerschaft:
Fang Ji (Stephaniae radix) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Giftigkeit:
Für die Stephaniawurzel – Fang Ji (Stephaniae radix) selbst wurden keine toxischen Wirkungen beschrieben. Allerdings besteht eine Verwechslungsgefahr mit Guag Fang Ji (Aristolochiae radix). Aus diesem Grund ist eine nur kurzfristige Verordnung von Stephaniawurzel – Fang Ji (Stephaniae radix) anzuraten.
Guag Fang Ji (Aristolochiae radix) enthält die nephrotoxische Aristocholsäure. Die Droge sollte deshalb hinsichtlich der Aristocholsäure überprüft werden!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Yin-schwäche, innerer Feuchtigkeit und Schwäche!