Bai Jie Zi - Sinapis albae semen

Bai Jie Zi – 白芥子 – Sinapis albae semen

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird der Weiße Senfsamen, Bai Jie Zi (Sinapis albae semen), als ein warmes Arzneimittel zur Lösung und Umwandlung von Schleim sowie zum Stoppen von Husten verwendet. Die Weißen Senfsamen werden bei Husten, Bronchitis, Schnupfen, Rheuma, äußerlich bei Infektionen der Atemwege, chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen und Weichteilrheumatismus angewendet. In der Volksmedizin zur benutzt man sie zur lokalen Durchblutungsförderung der Haut in Form von Senfpfleastern und Breiumschlägen.

Pinyin:
Bái Jiè Zǐ

Synonym:
Brassicae albae semen
Jie Zi – 芥子

Familie:
Brassicaceae (Kreuzblütler)

Stammpflanze:
Sinapis alba L. oder Brassica juncea (L.)

Deutscher Name:
Weisser Senfsamen

Englischer Name:
Mustard Seed, White Mustard Seed

Vorkommen:
Bai Jie Zi (Sinapis albae semen) kommt vorwiegend aus den chinesischen Provinzen Anhui, Henan und Sichuan.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die reifen Samen werden zum Ende des Sommers und Beginn des Herbstes gesammelt und an der Sonne nachgetrocknet. Sie sind kühl und trocken zu lagern.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die Weißen Senfsamen haben einen leichten Geruch und sind im Geschmack scharf.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf

Funktionskreisbezug:
Lunge, Magen

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Lunge, Leitbahnen

Wirkungsweise:
bakteriostatisch, hautreizend, durchblutungsfördernd (als Badezusatz in 35°C bis 40°C warmen Bädern), antimykotisch.

Traditionelle Verwendung:

  • Umwandlung von kaltem Schleim;
    Anwendung bei wässrigem, weißlichem Schleim, Keuchen, Husten, Spannungsgefühl in der Brust, Atembeschwerden;
  • Bewegung und Regulierung des Qi;
    Anwendung zur Absenkung des Lungen-Qi bei Husten, erschwerter Atmung, zur Qi-Bewegung bei Knotenbildung, Schwellungen, Schmerzen;
  • Lösung von Zusammenballungen;
    Anwendung bei Schwellungen, Knotenbildungen, Schleim in den Leitbahnen, Beschwerden in den Gelenken, Gliederschmerzen;
  • Zerteilung von Schwellungen und Lösung von Blockaden;
    Anwendung bei Beschwerden in den Gelenken, Gliederschmerzen, Schwellungen, Geschwüren in Verbindung mit kaltem Schleim, Knotenbildungen, Schmerzen;
  • Kanalisierung von Schleim;
    Anwendung bei Keuchen, Husten, viel Auswurf, wässrigem, weißlichem Schleim.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 10 g; Standard 5 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Kälte- Schleim mit Husten mit viel klarem Auswurf, Schmerzen und Ziehen in der Brust, Spannungen in der Brust und in den Flanken
    zusammen mit Zi Su Si (Perillea fructus), Lai Fu Zi (Raphani semen);
  • bei Feuchtigkeit-Schleim mit Blockaden in den Leitbahnen, schmerzhaften Gelenken, stofflichen Verhärtungen, Schwellungen
    zusammen mit Rou Gui (Cinnamomi cortex), Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata), Mo Yao (Myrrha), Mu Xiang (Aucklandiae radix), Gan Cao (Glycyrrhizae radix), Lu Jiao (Cervi Cornu).

Klassische Rezepturen:
Yang He Tang,
San Zi Yang Qin Tang,
Kong Xian Dan.

Schwangerschaft:
Bai Jie Zi (Sinapis albae semen) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Giftigkeit:
Auf Grund der stark reizenden Wirkung sollten die Senfsamen keine lokale Anwendung bei Patienten mit empfindlicher  Haut finden. Bei der Einnahme von großen Mengen der zerkleinerten Samen können durch die schleimhautreizende Wirkung der freigesetzten Senföle Beschwerden im Magen-Darm-Trakt auftreten.Wegen der Gefahr der Nervenschädigung (innerlich) und der Hautschädigung (äußerlich) sollte diese Droge nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Die Droge bestitzt ein geringes Sensibilisierungspotenzial. Für Kinder unter 6 Jahren ist die Anwendung von Bai Jie Zi (Sinapis albae semen) nicht geeignet.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Husten in Verbindung mit einer Schwäche-Symptomatik des Yin mit Hitzezeichen!
  • Nicht anwenden bei über einen längeren Zeitraum anwenden!
  • Nicht anwenden bei Kindern unter 6 Jahren!