Jing Jie – 荆芥 – Schizonepetae herba

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das Kraut der Katzenminze – Jing Jie (Schizonepetae herba) – vor allem als ein Arzneimittel zum Öffnen der Oberfläche und um Wind-Kälte zu zerstreuen verwendet. Als Heilkraut wurde die Katzenminze erstmals im Shen Nong Ben Cao Jing erwähnt.

Pinyin:
Jīng Jiè

Familie:
Labiatae (Lippenblütler)

Stammpflanze:
Schizonepeta tenuifolia

Deutscher Name:
Katzenminzekraut

Englischer Name:
Fineleaf Schizonepeta Herb, Schizonepeta stem or bud

Vorkommen:
Die Katzenminze wird vorwiegend in den chinesischen Provinzen Henan, Hebei, Jiangsu, Jiangxi, Shandong und Zhejiang kultiviert.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Sommer und Herbst, wenn die letzten Blüten der Blütenstände geöffnet und die Ähren noch grün sind, werden die oberirdischen Teile der Pflanze gesammelt, von fremden Material befreit und an der Sonne getrocknet.

Das Katzenminzekraut ist kühl und trocken zu lagern.

Inhaltsstoffe:
Jing Jie (Schizonepetae herba) enthält unter anderem d-Menthon, dl-Menthon, d-Limonen.

Temperaturverhalten:
neutral mit warmer Tendenz

Geschmack:
scharf

Funktionskreisbezug:
Lunge, Leber

Wirkrichtung:
oberflächlich

Wirkort:
Oberfläche

Wirkungsweise:
Wirkt durch die Verkürzung der Blutgerinnungszeit blutstillend.

Traditionelle Verwendung:

  • Ausleitung von Wind, Öffnung der Oberfläche;
    Anwendung bei Erkältung mit Kopfschmerzen, Frösteln, schmerzendem Rachen, Halsschwellungen, Fieber ohne Schweiss;
  • Öffnen der Oberfläche;
    Anwendung bei Kopfschmerzen, Schüttelfrost, schmerzendem Rachen, Hautausschlag;
  • akut auftretenden Hautausschlag an die Oberflächen bringen;
    Anwendung bei Röteln, Masern, Windpocken, Geschwüren im Anfangsstadium, insbesondere wenn mit Fieber und Schüttelfrost einhergehen;
  • Beseitigung von Juckreiz;
    Anwendung bei Röteln, juckendem akutem Hautausschlag;
  • Stoppen von Blutungen;
    Anwendung als Hilfsstoff bei Blut im Stuhl, Gebärmutterblutungen, blutigem Erbrechen, Nasenbluten.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 10 g; Standard 5 g

Kochzeit:
10 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • zum Öffnen der Oberfläche, zur Förderung des Schwitzens und bei Wind im Bereich des Kopfes
    zusammen mit Bo He (Menthae herba);
  • bei Kälte-Wind
    zusammen mit Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix), Qiang Huo(Notopterygii rhizoma);
  • bei Hitze-Wind
    zusammen mit Sang Ye (Mori folium), Ju Hua (Chrysanthemi Flos), Jin Yin Hua(Lonicerae flos), Lian Qiao (Forsythiae fructus);
  • bei Hitze-Wind in Begleitung mit entzündeten Augen
    zusammen mit Ju Hua (Chrysanthemi Flos), Huang Qin (Scutellaria radix);
  • bei Belastungen aufgrund äußerer Feuchtigkeit
    zusammen mit Huo Xiang (Agastachis herba), Pei Lan (Eupatorii herba);
  • bei Schäden hervorgerufen durch äußeren Wind
    zusammen mit Dang Gui (Angelica sinensis radix), Chuan Xiong (Chuanxiong rhizoma/ Ligustici chuanxiong);
  • bei akutem Husten
    zusammen mit Jie Geng (Platycodi radix), Gan Cao (Glycyrrhizae radix);
  • bei Masern im Frühstadium
    zusammen mit Niu Bang Zi (Arctii fructus), Chan Tui (Cicadae periostracum);
  • bei juckenden Hautausschlägen
    zusammen mit Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix).

Schwangerschaft:
Jing Jie (Schizonepetae herba) kann auch während er Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Innerem Wind, offenen Geschwüren und bei vollentwickelten Masern!
  • Während der Anwendung sollte auf den Genuss von Fisch, Krabben, Kugelfisch und Eselfleisch verzichtet werden!