Qian Cao Gen – 茜草根 – Rubiae radix

Die Krappwurzel – Qian Cao Gen (Rubiae radix) – wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als ein Blut regulierendes Arzneimittel verwendet. Sie dient insbesondere der Kühlung sowie der Blutstillung und fand erstmals im Shen Nong Ben Cao Jing (Shen Nong’s Kräuter) Erwähnung.

Pinyin:
Qiàn Cǎo Gēn

Familie:
Rubiaceae (Rötegewächse, auch Krappgewächse oder Kaffeegewächse)

Stammpflanze:
Rubia cordifolia

Deutscher Name:
Krappwurzel, ostindische Krappwurzel, Färberröte

Englischer Name:
Rubia Root, Madder Root

Vorkommen:
Qian Cao Gen (Rubiae radix) ist im Süden und Norden Chinas zu finden, vor allem aber in den chinesischen Provinzen Anhui, Jiangsu und Shandong.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Krappwurzeln werden im Frühling und Herbst gesammelt und getrocknet. Sie sollten trocken gelagert werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die Krappwurzel hat einen leichten Geruch und einen bitteren Geschmack.

Inhaltsstoffe:
Anthrazenderivate Rubiadine wie Purpurin und Alizarin

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Leber, Herz

Wirkrichtung:
tief

Wirkort:
Tiefe, Innere

Wirkungsweise:
Wirkt nach der Geburt des Kindes stimulierend auf den Uteru (Gebärmutter).

Besonderes:
Die im Westen gebräuchliche Verwandte Rubia tinctorum wird als Vorbeugung gegen Harnsteinbildung genutzt.

Traditionelle Verwendung:

  • Halten des Xue (Blut);
    Anwendung bei Blutungen, spontanen Blutungen, blutigem Erbrechen, blutigem Auswurf, Nasenbluten, Blut im Stuhl, Blut im Urin;
  • Kühlen des Xue (Blut);
    Anwendung bei Blutungen durch Xue-Hitze, blutigem Erbrechen, Nasenbluten;
  • Stillen von Blutungen;
    Anwendung bei Blutungen, Blutungen durch Xue-Hitze, blutigem Erbrechen, Nasenbluten, gynäkologischen Blutungen, Blutungen bei äußerlichen Verletzungen;
  • Stauungen des Bluts lösen;
    Anwendung bei stockender Menstruation, haftender Plazenta, Schwellungen, Geschwüren im Frühstadium, posttraumatische Schmerzen, Gelenkschmerzen, Prellungen, Zerrungen, Schwellungen und Schmerzen bei Schlagverletzungen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 10 g; Standard 6 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei blutigen ruhrartigen Beschwerden
    zusammen mit Huang Lian (Coptidis rhizoma), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix);
  • bei Schwäche des Qi und starken Uterusblutungen
    zusammen mit Hai Piao Xiao (Sepiae endoconcha), Huang Qi (Astragali radix);
  • bei Xue-Hitze in Verbindung mit dem Ausbleiben der Menstruation
    zusammen mit Dan Shen (Salvia miltiorrhiza radix);
  • bei Hitze oder Glut in Verbindung mir Blutungen, Nasenbluten
    zusammen mit Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Bai Ji (Bletillae rhizoma);
  • bei Xue-Hitze in Verbindung mit spontan einsetzenden Blutungen sowie Blutungen aller Art
    zusammen mit Zhi Zi (Gardeniae fructus), Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Di Yu (Sanguisorbae radix);
  • bei blutigem vaginalem Ausfluss
    zusammen mit Long Gu (Mastodi fossilium ossis);
  • bei posttraumatischen Stauungen des Bluts
    zusammen mit Chi Shao Yao (Paeoniae lactiflorae rubra), Ze Lan (Lycopi herba);
  • bei Hitze im Funktionskreis Leber in Verbindung mit verzögerter Menstruation, Geschwüren im Frühstadium
    zusammen mit Tao Ren (Persicae semen), Dang Gui (Angelica sinensis radix), Hong Hua (Carthami flos), Chi Shao Yao (Paeoniae lactiflorae rubra), Mu Dan Pi (Moutan cortex radix).

Schwangerschaft:
Qian Cao Gen (Rubiae radix) sollte während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewendet werden!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Kälte-Schwäche der Mitte, fehlender Hitze und/oder Fülle!
  • Während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewenden!