He Shou Wu – 何首乌 – Polygoni multiflori radix

He Shou Wu (Polygoni multiflori radix), auch unter dem kantonesischen Namen Fo Ti bekannt, trägt als Blut-Tonikum dazu bei Energiemangel der Leber und der Nieren auszugleichen. Der Name He Shou Wu (schwarzhaariger Herr He) deutet auf die traditionelle Verwendung dieser Arnznei gegen frühzeitig ergrautes Haar hin. Einer chinesischen Legende nach war Herr He ein schwerkranker sechzig Jahre alter Mann. Nachdem er die Wurzel endeckte und die Arznei regelmäßig einnahm, soll er sich stark verjüngt, seine Potenz wiedergefunden, vier Kinder gezeugt und ein Alter von 132 Jahren erreicht haben.
He Shou Wu (Polygoni multiflori radix) wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit dem achten Jahrhundert verwendet und fand erstmals im Ri Hua Zi Ben Cao (713 n. Chr.) Erwähnung.

Familie:
Polygonaceae (Knöterichgewächse)

Stammpflanze:
Fallopia multiflora (Thunb.) Haraldson
syn.: Polygonum multiflorum Thunb.

Deutscher Name:
Vielblütiger Knöterich-Wurzel

Englischer Name:
Fleeceflower Root

Alternative Namen:
Fo Ti

Vorkommen:
Der Vielblütige Knöterich ist in den meisten Gegenden Chinas zufinden, aber besonders in den chinesischen Provinzen Guangdong, Henan, Hubei, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Shanxi, Sichuan und Yunnan beheimatet.

Sammlung, Aufbereitung und Lagerung:
Die Wurzeln im Herbst oder Winter, wenn die Blätter verwelkt sind, ausgegraben, in Stücke geschnitten und an der Sonne getrocknet. Die Wurzelstücke sind trocken zu lagern und vor Insektenfrass zu schützen.

Temperaturverhalten:
leicht warm

Geschmack:
bitter, süß, zusammenziehend

Funktionskreisbezug:
Leber, Niere

Wirkungsweise:
antibakteriell, hormonell aktiv, abführend, senkt den Cholesterinspiegel, erhöht den Blutzuckerspiegel

Traditionelle Anwendung:

  • füllt das Nieren- und Leber-Jing auf, stützt die Funktionskreise Leber und Niere und nährt das Blut; Anwendung bei gelblicher Gesichtsfarbe in Verbindung mit Blutmangel, Tinnitus, Augenflimmern, Drehschwindel, Hypertonie;
  • leitet äußere Winde ab;
  • mehrt das Xue und Jing; Anwendung bei frühzeitigem Ergrauen von Bart und Haaren, körperliche Schwäche nach langer Malaria, Schmerzen und Schwäche der Knie und der Lenden, übermäßige Regelblutungen, übermäßiger Scheidenausfluss
  • neutralisiert Feuergifte;
  • befeuchtet den Darm; Anwendung bei Verstopfung;
  • kräftigt die Muskeln und Sehnen; Anwendung bei Steifheit und Gefühllosigkeit der Extremitäten

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
9g bis 25g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei chronischer Schwäche zusammen mit
    Dang Gui (Angelica sinesnsis radix) und Ren Shen (Panacis ginseng radix);
  • bei mangelndem Leberblut zusammen mit
    Huai Niu Xi und Nu Zhen Zi;
  • bei Symtomen von frühzeitigem Altern in Verbindung mit schacher Nieren- und Leberenergie mit
    Bu Gu Zhi und Gou Qi Zi;
  • bei Schwellungen und Abzessen zusammen mit
    Lian Qiao und Xuan Shen.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Durchfall in Verbindung mit Milzmangel oder Schleim!