Lu Dou – 绿豆 – Phaseoli radiati semen

Die Mungbohne (Vigna radiata) ist auch Mungobohne, Jerusalembohne oder Lunjabohne sowie auch als Mung Dal oder Mung Daal bekannt. Die Keimlinge der Mungbohne werden im deutschsprachigen Raum oft fälschlicherweise auch als Sojasprossen bezeichnet. Diese Nutzpflanze ist mit einer ganzen Reihe anderer als „Bohnen“ bezeichneter Feldfrüchte bekannt, insbesondere mit der Urbohne (Vigna mungo). Bereits seit einigen tausend Jahren wird die Mungbohne in Indien angebaut, ist heute in ganz Südostasien verbreitet.

Die Samen der Mungbohne, Lu Dou (Phaseoli radiati semen), werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin hauptsächlich als Mittel zur Kühlung und zur Neutralisation von Giften eingesetzt.

Pinyin:
lǜdòu

Familie:
Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae)

Stammpflanze:
Vigna radiata
Synonym: Phaseolus radiatus L.

Deutscher Name:
Mungbohne, Mungobohne, Jerusalembohne oder Lunjabohne

Englischer Name:
Mung Bean

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
süß

Funktionskreisbezug:
Herz, Magen

Traditionelle Verwendung:

  • Beseitigung von Hitze und Herabsetzung von Giftigkeit;
  • Beseitigung von Sommerhitze und Förderung der Bewegung der Säfte; Anwendung bei
    Beunruhigung und Durst während der Sommerhitze, Abzessen und Entzündungen, Ödemen und Durchfall;
  • Entgegenwirkung bei Lebensmittelvergiftung;
  • Herabsetzung der Giftigkeit von Ba Dou(Crotonis tiglii semen), Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata), Pi Shuang(Arsenicum).

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
15g bis 30g; entsprechende Anpassung bei äußerlicher Anwendung

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • Bei Lebensmittelvergiftung und zur Herabsetzung der Giftigkeit von Ba Dou (Crotonis tiglii semen), Fu Zi(Aconiti radix lateralis praeparata), Pi Shuang (Arsenicum) zusammen mit
    Huang Lian (Coptidis rhizoma), Ge Gen (Pueraria radix), Gan Cao (Glycyrrhizae radix);
  • Bei Unruhe und Durst hervorgerufen durch Sommerhitze zusammen mit
    Huang Lian (Coptidis rhizoma), Gan Cao (Glycyrrhizae radix);
  • Bei Ausbleiben von Urin, Harntröpfeln zusammen mit
    Chi Xiao Dou (Phaseoli calcarati semen), Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium);
  • Zur äußerlichen Behandlung von Schwellungen und Beseitugung von Giften bei Abzessen und Entzündungen zusammen mit
    Da Huang (Rhei radix et rhizoma), dem Saft von Bo He (Menthea haplocalycis herba) und Feng Mi (Mel – Honig).

Abwandlung:
Lu Dou Yi (Phaseoli radiati testa), die Haut der Mungbohne hat die gleichen Funktionen wieLu Dou (Phaseoli radiati semen), wirkt aber bei der Beseitigung von Hitze und Herabsetzung von Giftigkeit effektiver, ist aber weniger effektiv bei der Vertreibung von Sommerhitze. Die Dosierung liegt bei 6g bis 12g.

Bemerkung:
Lu Dou kann benutzt werden, um den Durst während der Sommerhitze zu stillen. Dazu werden 100g der Bohnen mit 500ml Wasser zehn Minuten lang gekocht. Vor dem Trinken sollte man den Sud abkühlen lassen.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Durchfall bei Kälte-Mangel in den Funktionskreisen Milz- und Magen!