Zi Su Ye – 紫苏叶 – Perillae folium

Die Blätter und Samen der Perilla (Perilla frutescens), auch Sesamblatt oder Schwarznessel, irreführend auch Wilder Sesam genannt, finden vielfältige Verwendung als Würz- und Heilmittel. Die Blätter der Schwarznessel Zi Su Ye (Perillae folium) wurde erstmalig im Ben Cao Jing Ji Zhu erwähnt und wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin hauptsächlich zur Öffnung der Oberfläche und als Wind-Kälte zerstreuendes Mittel eingesetzt.

In der japanischen Küche werden die eingelegten Blätter und Samen zum Würzen verschiedener japanischer Gerichte wie beispielsweise Tempura oder Sushi benutzt. Das Aroma der Perilla, die in Japan Shiso genannt wird, ist leicht minzig. Speziell für Umeboshi (eingelegte Pflaumen) sind die Blätter als Gewürz unverzichtbar.

In Korea werden die Blätter frisch als Salat gegessen, oder mit salzig-scharfen Gewürzen eingelegt als Beilage gereicht.

Das durch Pressen aus den Samen gewonnene Öl wird in Ostasien als Speiseöl sowie als Gewürz verwendet.

Synonyme:
Sesamblatt, Wilder Sesam

Familie:
Labiatae (Lippenblütler)

Stammpflanze:
Perilla frutescens (L.) Britt.

Deutscher Name:
Schwarznesselblatt

Englischer Name:
Perilla Leaf

Vorkommen:
Zi Su Ye (Perillae folium) ist in ganz China zu finden, vorallem aber in den Küstenregionen. Die beste Qualität jedoch kommt aus den Provinzen Anhui, Henan und Jiangsu.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Sommer, wenn die Pflanze in vollem Wachstum steht, werden Blätter oder die Zweige geschnitten, anschließend gereinigt und an der Sonne getrocknet.
Zi Su Ye (Perillae folium) ist kühl und trocken zu lagern und es ist darauf zu achten, dass die enthaltenen ätherische Öle erhalten bleiben.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf

Funktionskreisbezug:
Lunge, Milz

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkungsweise:
krampflösend, schleimlösend, schweißtreibend, abführend

Traditionelle Verwendung:

  • Öffenen der Oberfläche, Schwitzen in Gang setzen, Zerstreuen von Kälte; Anwendung bei
    Erkältungskrankheiten in Verbindung mit Wind-Kälte, insbesondere Kopfschmerzen Nasenverstopfung, Husten, Schüttelfrost und Fieber;
  • Bewegen des Qi, Harmonisierung des mittleren Caloriums, Entpannung der Brustbereichs; Anwendung bei
    Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, aufgetriebener Bauch, unruhiger Fötus;
  • Den Funktionskreis Magen beruhigen; Anwendung bei
    Vergiftung durch verdorbene Meeresfrüchte (dann meist als Einzeldroge).

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 10g

Klassische Rezepturen:
Xiang Fu (Cyperi rhizoma) 120g,
Zi Su Ye (Perillae folium) 120g,
Chen Pi (Citri retieulatae pericarpium) 60g,
Zhi Gan Cao (Glycyrrhizae radix tostae) 30g

Schwangerschaft:
Zi Su Ye (Perillae folium) kann während der Schwangerschaft angewendet werden und wirkt beruhigend auf den Fötus.

Forschungsergebnisse:
Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnte eine temperaturregulierende Wirkung sowie ein bakteriostatischer Effekt bei Versuchen in vitro mit Staphylococcus aureus festgestellt werden.
Zur Therapie von Lungenkrankheiten: Durch Versuche bei Patienten mit chronischer Bronchitis konnte eine positive Wirkung bestätigt weerden. Als seltene Nebenwirkung trat ein trockener Mund auf.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Schwäche der Oberfläche mit exzessivem Schwitzen sowie bei Hitze-Feuchtigkeit!
  • Zi Su Ye (Perillae folium) sollte nicht als Langzeitmedikation angewendet werden!