Dan Zhu Ye – 淡竹叶 – Lophatheri herba

Getrocknete Bambusblätter – Dan Zhu Ye (Lophatheri herba) – werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als Hitze kühlendes und Feuer zerstreunendes Arzneimittel verwendet. Sie finden erstmals im Ben Cao Gang Mu (Kompendium der Materia Medica) ihre Erwähnung als Arzneimittel.
Mit Xiān Zhú Yè (鲜竹叶; Bambusae folium) werden die frischen Bambusblätter bezeichnet.

Pinyin:
Dàn Zhú Yè

Synonym:
Xiān Zhú Yè – 鲜竹叶 – Bambusae folium, Bambusae folium immaturum

Traditionelle Langzeichen:
淡竹葉; 鮮竹葉

Familie:
Poaceae (Süßgräser)

Stammpflanze:
Lophatherum gracile Brongn.; Phyllostachys nigra

Deutscher Name:
Bambusblätter, Bambusblätter mit Stängel, Graziler Bambus

Englischer Name:
Bland Bamboo Leaves, Lophaterum Stem and Leaves, Lophatherum Herb

Vorkommen:
Dan Zhu Ye (Lophatheri herba) ist hauptsächlich in den chinesischen Provinzen Zhejiang, Jiangsu und Hubei zu finden, aber auch in den Provinzen Hunan, Guangdong, Guangxi, Anhui, Fujian.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Am Ende des Sommers werden die Blätter und feine Stängel vor dem erscheinen der Rachis (Achse der Ähre/Blütenstand) gesammelt und an der Sonne getrocknet.

Gute Qualität erkennt man an großen, grünlichen, leicht biegsamen Blättern mit kleinem Stängel.

Sie sollten trocken gelagert werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die getrockneten Bambusblätter sind leicht im Geruch und mild im Geschmack.

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
süß, bitter, neutral

Funktionskreisbezug:
Herz, Lunge, Magen, Dünndarm

Wirkrichtung:
absenkend, tief

Wirkort:
oberer Wärebereich (Calorium)

Wirkungsweise:
harntreibend, in Tierexperimenten fibersenkend

Besonderes:
Während Phyllostachys reticulatat folium (Xian Zhu Ye) vor allem auf das Herz wirkt, wirkt Phyllostachys nigra (Dan Zhu Ye) vor allem harntreibend.

Traditionelle Verwendung:

  • Kühlen von Hitze;
    Anwendung bei Fieber, großer Unruhe, Angstzuständen, geröteten Augen, Durst, Geschwüren im Mund;
  • harntreibend;
    Anwendung bei durch Hitze hervorgerunfenen Feuchtigkeitsstauungen, spätlichem, rötlichem Urin, auf eine Harnvergiftung hinweisenden Haut- oder Schleimhautsymtomen;
  • Ausleitung feuchter Hitze;
    Anwendung bei spärlichem, rötlichem Urin, Gelbsucht

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6 g bis 9 g; Standard 6 g

Kochzeit:
Die Blätter werden dem Dekokt am Schuss zugegeben, kurz aufgekocht und 3 Minuten ziehen gelassen.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei bleibendem Fieber, Hitze, Verlangen nach kalten Getränken, rotem Zungenkörper
    zusammen mit Shi Gao (Gypsum fibrosum);
  • bei Reizgefühl im Brustbereich mit Durstgefühl bei fieberhaften Erkrankungen
    zusammen mit Mai Men Dong (Ophiopogonis radix), Lu Gen (Phragmitis rhizoma), Tian Hua Fen (Trichosanthis radix);
  • bei Hitze, Geschwüren im Mund und auf der Zunge, durch Hitze im Funktionskreis Herz hervorgerufenen dunklem Urin
    zusammen mit Mu Dan Pi (Moutan cortex radix), Sheng Di Huang (Rehmanniae radix).

Schwangerschaft:
Dan Zhu Ye (Lophatheri herba) sollte während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Kälte im Funktionskreis Magen und durch Kälte verursachte Verdauungsstagnationen!