Bai Guo Ren - Ginkgo semen

Bai Guo Ren – 白果仁 – Ginkgo semen

Der Ginkgo ist eine ursprünglich in China heimische, heute aber weltweit angepflanzte Baumart. Weil der Ginkgobaum der einzige lebende Vertreter der Ginkgoales, einer ansonsten ausgestorbenen Ordnung von Samenpflanzen, ist, wird er auch als „Lebendes Fossil“ bezeichnet. Als natürliches Vorkommensgebiet sind nur die chinesischen Provinzen Chongqing und Guizhou im Südwesten des Landes bekannt.
In Ostasien wird der Ginkgo wegen seiner essbaren Samen aber auch als Tempelbaum kultiviert. Holländischen Seefahrer brachten den Ginkgo von Japan aus nach Europa, wo er seit etwa 1730 als Zierbaum angepflanzt wird.
Hierzulande erfreuen sich die Blätter des Ginkgo immer größerer Beliebtheit als Mittel zur Regulierung des Kreislaufs und gegen Beschwerden wie Arterienverhärtungen oder Krampfadern.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kommen jedoch nur die Samen, Bai Guo Ren (Ginkgo semen), zur Anwendung. Für den Ginkgosamen gibt es in China mehrere Bezeichnungen wie beispielsweise Bai Guo, Yin Xing oder Yin Guo. Die meisten dieser Namen lassen sich einfach mit „weißer Samen“ übersetzen.
Bai Guo Ren (Ginkgo semen) wurde als Heilpflanze erstmals 1350 im Ri Yong Ben Cao (Verzeichnis der Hausmittel) von Wu Rui beschrieben.

Synonyme:
Bai Guo, Yin Xing, Yin Guo

Familie:
Ginkgogewächse

Stammpflanze:
Ginkgo biloba

Deutscher Name:
Ginkgosamen

Englischer Name:
Ginkgo Nuts

Vorkommen:
Urprünglich kam der Ginkgo nur in den chinesischen Provinzen Chongqing und Guizhou im Südwesten des Landes vor. Heute wird er jedoch weltweit kultiviert.

Temperaturverhalten:
neutral

Geschmack:
bittersüß

Funktionskreisbezug:
Lunge, Nieren

Wirkrichtung:
zusammenziehend

Wirkungsweise:
antibakteriell, antimykotisch, zusammenziehend

Traditionelle Verwendung:

  • Stabilisierung des unteren Jiao;
  • Festigung des Lungen-Qi;
  • Linderung von Asthma;
  • Stoppen von Ausfluss (Adstringens).

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6g bis 9g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • gegen Hitze in der Lunge und bei asthmatischen Leiden zusammen mit
    Ma Huang (Ephedrea herba), Zi Su Zi (Perillae fructus), Ku Xing Ren (Armeniacae amarum semen), Sang Bai Pi (Mori cortex), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix), Ban Xia (Pinelliae rhizoma) und Gan Cao (Glycyrrhizae radix) in der RezepturDing Chuan Tang;
  • bei Scheidenausfluss in Verbindung mit Feuchte-Hitze zusammen mit
    Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex) und weiteren Kräutern.

Klassische Rezepturen:
Ding Chuan Tang

Giftigkeit:
Bai Guo Ren (Ginkgo semen) ist leicht giftig. Deshalb sollte es nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei einem Übermaß (Shi)-Syndromen!
  • Da Bai Guo Ren (Ginkgo semen) leicht giftig ist, sollte es nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden!
  • Bei einer Überdosierung können Kopfschmerzen und Zittern auftreten! Als Gegenmittel eignen sich Gan Cao (Glycyrrhizae radix) und Ginkgohülsen.