Long Dan Cao - Gentianae radix

Long Dan Cao – 龙胆草 – Gentianae radix

Der Wurzelstock mit Wurzeln des Chinesischen Enzians – Long Dan Cao (Gentianae radix) – kommt in der Traditionellen Chinesischen Medizin hauptsächlich als ein Arzneimittel zum Kühlen von Hitze und zum Trocknen von Feuchtigkeit zum Einsatz. Diese Arznei wurde erstmals im Shen Nong Ben Cao Jing (Shen Nong’s Kräuter) beschrieben.

Pinyin:
Lóng Dǎn

Synonym:
Gentianae scabrae radix
龙胆草 – Lóng Dǎn Cǎo

Traditionelle Langzeichen:
龍膽 – Lóng Dǎn; 龍膽草 – Lóng Dǎn Cǎo

Familie:
Gentianaceae (Enziangewächse)

Stammpflanze:
Gentiana manshurica Kitag., Gentiana scabra

Deutscher Name:
Chinesischer Enzian, Erdspross mit Wurzel, , Kahle Enzianwurzel

Englischer Name:
Chinese Gentian (root & rhizome); Dragon Gallbladder Herb

Vorkommen:
Long Dan Cao (Gentianae radix) ist überall in China zu finden, besonders aber in den nördlichen und nordöstlichen Provinzen.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Herbst werden die Wurzeln ausgegraben gewaschen und getrocknet. Sie sollten trocken gelagert werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Long Dan Cao (Gentianae radix) hat einen leichten Geruch und einen sehr bitteren Geschmack.

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Leber, Gallenblase, Blase, Magen

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Tiefe, Innere, Mitte, mittlerer Wärmebereich (Calorium)

Wirkungsweise:

  • Bei Einnahme vor der Mahlzeit wird die Magensaftsekretion angeregt.
  • Die im Westen bekannte Gentiana lutea wird häufig zur Förderung der Magensaft- und Speichelsekretion, bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen und als allgemeines Stärkungsmittel eingesetzt.

Traditionelle Verwendung:

  • Ausleitung von feuchter Hitze;
    Anwendung bei Gelbsucht, Fuor albus (Weißfluss), Schmerzen, Schwellungen, genitalen Entzündungen, Juckreiz;
  • Ausleitung von Glut aus den Funktionskreisen Leber und Gallenblase;
    Anwendung bei geröteten, schmerzhaft stechenden Augen, geschwollenen Augen, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Ohrschwellungen,  plötzlicher Taubheit, Stechen in der Brust und den kleinen Rippen,  bitterem Geschmack im Mund;
  • Besänftigung von durch Hitze hervorgerufenem innerem Wind;
    Anwendung bei andauerndem Fieber, Spasmen, epileptischen Krämpfen, Schmerzen in den Flanken.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 10 g; Standard 3 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei feuchter Hitze, Gelbsucht
    zusammen mit Yin Chen Hao (Artemisiae scopariae herba), Zhi Zi (Gardeniae fructus);
  • bei feuchter Hitze, Ausfluss, geschwollenem und/oder schmerzhaftem Skrotum
    zusammen mit Ku Shen (Sophorae flavescentis radix), Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex);
  • bei Hitze und Wind im Funktionskreis Leber in Zusammenhang mit Fieber, Spasmen
    zusammen mit Huang Lian (Coptidis rhizoma), Gou Teng (Uncariae ramulus), Qing Dai (Indigo pulverata levis);
  • bei Glut im Funktionskreis Leber und feuchter Hitze mit geröteten, geschwollenen, schmerzhaften Augen, Schmerzen im Brustkorb, Taubheit, bitterem Geschmack im Mund, Schwellungen und Schmerzen im Bereich der Hoden, dunklem, trübem Urin, Schmerzen beim Wasserlassen
    zusammen mit Chai Hu (Bupleuri radix), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix).

Klassische Rezepturen:
Long Dan Xie Gan Tang

Schwangerschaft:
Long Dan Cao (Gentianae radix) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Schwäche der Mitte und Durchfall!