Zi Shi Ying – 紫石英 – Fluoritum

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird das mineralische Arzeimittel Zi Shi Ying (Fluoritum) als eine absenkende und den Geist beruhigende Arznei verwendet.

Flussspat, so der deutsche Name, wird bergmännisch im Tage- under Tiebau gewonnen. Im Roherz ist es mit anderen Mineralien wie Schwerspat – Bariumsulfat BaSO4, Bleiglanz – PbS und Quarz – SiO2vergesellschaftet. Durch diese Verunreinigungen entsteht die gelbe, grüne, blaue oder violette Färbung. Der Anteil von Fluoritum – CaF2 beträgt dabei 30–60 %. Reines Fluoritum ist hingegen farblos.

In der TCM wird das meist unverarbeitete Roherz mit violetter Färbung verwendet.

Durch industrielle Aufbereitung (mehrstufige Flotation) wird eine jeweils höhere Konzentration von Fluoritum erreicht und man unterscheidet zwischen
Säurespat mit mehr als 97 %, CaF2 Keramikspat mit mehr als 95 % und CaF2 Hüttenspat mit mehr als 85 % CaF2.

Pinyin:
Zǐ Shí Yīng

Chemischer Name:
Calciumfluorit, CaF2

Namensvariante:
Amethystum

Deutscher Name:
Fluorit, Flussspat

Englischer Name:
Fluorite, Purpie Stone Radiance

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
süß

Funktionskreisbezug:
Herz, Leber, Lunge

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Tiefe, Inneres, unterer Wärmebereich (Calorium)

Traditionelle Verwendung:

  • Absenkung des Yang;
    Anwendung bei Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Unruhe, Angstzuständen, Spasmen, klonisch-tonische Krämpfen;
  • Beruhigung und Ausgleichung;
    Anwendung bei Unruhezuständen, Desorientiertheit, Krämpfen, Schlafstörungen;
  • Erwärmung von Kälte;
    Anwendung bei Husten mit Atembeschwerden und viel Auswurf, Kälte-Schwäche, starker Menstruation, Erwärmen des Uterus, Unfruchtbarkeit;
  • Absenkung des Qi;
    Anwendung bei Husten mit Atembeschwerden und viel Auswurf.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6 g bis 15 g; Standard 10 g

Kochzeit:
insgesamt 60 min.
Zunächst werden die zerkleinerten Mineralien 40 Minuten lang vorgekocht und anschließend mit den restlichen eingeweichten Arzneimitteln vermengt und weitere 20 Minuten gekocht.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Herz-Xue-Schwäche oder hochschlagendem Leber-Yang mit Herzklopfen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Desorientiertheit
    zusammen mit Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae), Huang Qi (Astragali radix),Dang Gui (Angelica sinensis radix);
  • bei durch Schwäche im Funktionskreis Lunge hervorgerufener Kälte mit Husten, Schleimbildung; bei Uterusblutungen und bei Unfruchtbarkeit
    zusammen mit Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata), Hu Tao Ren (Juglandis semen), E Jiao (Asini colla corii);
  • bei Herzklopfen, Schreck-Symptomatik, Angstzuständen
    zusammen mit Mu Li (Ostrea concha), Long Gu (Mastodi fossilium ossis).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirksamkeit wird gestört durch Huang Lian (Coptidis rhizoma).
  • Die Wirkung wird beschränkt durch Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata) undAlkohol.

Schwangerschaft:
Zi Shi Ying (Fluoritum) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Schwäche der Mitte!