Pi Pa Ye – 枇杷叶 – Eriobotryae folium

Die Wollmispelblätter – Pi Pa Ye (Eriobotryae folium) – werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Umwandlung von Schleim und als ein Husten und Keuchen stoppendes Arzneimittel verwendet. Der Verlauf von Husten und Asthma wird durch dieses Heilkraut ebenfalls erleichtert.

Pinyin:
Pí Pa Yè

Familie:
Rosaceae (Rosengewächse)

Stammpflanze:
Eriobotrya japonica (Thunb.) Lindl.

Deutscher Name:
Wollmispelblatt, Loquatblatt

Englischer Name:
Loquat Leaf

Vorkommen:
Wollmispelblätter sind in fast ganz China zu finden.

Sammlung:
Die Blätter der Wollmispel werden das ganze Jahr über gesammelt. Die beste Qualität haben die großen intakten Blätter mit graugrüner Farbe.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Wollmispelblätter haben einen leichten Geruch und schmecken ein kleines bisschen bitter.

Temperaturverhalten:
neutral mit leicht kühler Tendenz

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Lunge, Magen

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Lunge, Mitte, mittlerer Wärmebereich (Calorium)

Wirkungsweise:
schleimlösend, hustenstillend

Traditionelle Verwendung:

  • Kanalisieren von Schleim;
    Anwendung bei Schleimbildung, geräuschvoller Atmung, Keuchen;
  • Absenken des Qi;
    Anwendung bei Husten, Keuchen, Übelkeit, Aufstoßen, Schluckauf, Erbrechen;
  • Kühlen von Hitze;
    Anwendung bei entzündlichen Beschwerden der Lunge wie Husten, Atembeschwerden und gelbem Schleim;
  • Harmonisierung und Stützung der mittleren Funktionskreise;
    Anwendung bei Übelkeit, Brechreiz, Schluckauf, Aufstoßen;
    Stillen von Husten;
    Anwendung bei Husten und geräuschvoller Atmung.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 12 g

Kochzeit:
Die Blätter werden am Schluss dem Dekokt zugegeben, kurz aufgekocht und 3 Minuten ziehen gelassen.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Hitze im Funktionskreis Lunge, trockenem Husten oder Husten bei dem der Schleim schwer auszuhusten ist, schmerzendem Brustkorb, trockenem Rachen
    zusammen mit Ku Xing Ren (Armeniacae amarum semen), Sang Bai Pi (Mori cortex);
  • Bei chronischen Husten aufgrund von Lungen-Mangel
    oft zusammen mit qi-tonisierenden und lungen-befeuchtenden Kräutern wie Ren Shen (Panacis ginseng radix), Bai He (Lilii bulbus) und Feng Mi (Honig) usw.;
  • bei verminderter Säftebildung hervorgerufen durch fieberhafte Erkankungen, Reizbarkeit, Brechreiz
    zusammen mit Lu Gen (Phragmitis rhizoma);
  • bei Hitze im Funktionskreis Magen mit Erbrechen und Aufstoßen
    zusammen mit Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix), Xiang Fu (Cyperi rhizoma);
  • bei Hitze mit blutigem Erbrechen
    zusammen mit Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma);
  • bei feuchter Hitze der Mitte in Zusammenhang mit Durst, Aufstoßen und Erbrechen
    zusammen mit Lu Gen (Phragmitis rhizoma), Mai Men Dong (Ophiopogonis radix),Tian Hua Fen (Trichosanthis radix), Ban Xia (Pinelliae rhizoma), Bai Mao Gen(Imperatae rhizoma), Zhu Ru (Bambusae caulis);
  • bei Erbrechen aufgrund von Kälte im mittleren Wärmebereich
    zusammen mit Sheng Jiang (Zingiberis rhizoma recens), Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium).

Traditionelle Rezepturen:
Qing Zao Jiu Fei Tang

Schwangerschaft:
Auch während der Schwangerschaft kann Pi Pa Ye (Eriobotryae folium) angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Um Irritationen des Halses zu vermeinden, sollten die Blätter keine Häärchen mehr aufweisen!
  • Nicht anwenden bei Erbrechen und Aufstoßen bei Husten in Verbindung mit Wind-Kälte und be Kälte im Funktionskreis Magen!