Chang Shan – 常山 – Dichroae febrifugae radix

Schon vor etwa 2000 Jahren wurde Chang Shan (Dichroae febrifugae radix) zur Behandlung von Malaria verwendet. Erstmals erwähnt wurde diese Arznei der Traditionellen Chinesischen Medizin im Shen Nong Ben Cao Jing. Die Stammpflanze Dichroa fibrifuga aus der Familie der Hortensiengewächse ist vorwiegend in Tibet und Nepal beheimatet. Aus dem Extrakt der Wurzel wird Halofuginon gewonnen, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antiprotozoenmittel, der bei neugeborenen Kälbern zur Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt wird, welche von Cryptosporidium parvum verursacht werden. Neuere Studien zeigen weiterhin, dass Halofuginon auch für die Behandlung vieler Arten von Autoimmunerkrankungen verwendet werden kann.

Dichroa febrifuga
Dichroa febrifuga – Glasgow botanic gardens
Foto: Keith Edkins

Durch Forschungen an der Harvard University School of Dental Medicine durchgeführt hat, wurde das Geheimnis, wie Halofuginon arbeitet, um das Wachstum von unerwünschten Immunzellen zu verhindern. Ergebnisse dazu wurden Wissenschaftsmagazin „nature“ veröffentlicht.

Pinyin:
Cháng Shān

Synonym:
蜀漆 – Shǔ qī

Familie:
Hydrangeaceae (Hortensiengewächse)

Stammpflanze:
Dichroa fibrifuga Lour.

Deutscher Name:
Dichroawurzel

Englischer Name:
Dichroa root

Vorkommen:
Ursprünglich in Nepal und Tibet beheimatet wird Chang Shan (Dichroae febrifugae radix) hauptsächlich in den chinesischen Provinzen südlich des Jangtsekiang, Shaanxi und Gansu produziert.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Wurzeln werden im Herbst ausgegraben und nach dem sie von den feinen Faserwurzeln befreit wurden an der Sonne getrocknet und anschließend in Scheiben geschnitten. Sie können auch mit Reiswein geröstet werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die Dichroawurzel hat einen leichten Geruch und ist bitter vom Geschmack.

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter, scharf

Funktionskreisbezug:
Lunge, Herz, Leber, Magen, Milz

Traditionelle Verwendung:

  • Umwandlung von Schleim;
  • Bekämpfung von Malaria. Für die Behandlung von Malaria wird die Droge vorher mit Reiswein geröstet.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
5 g bis 10 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • zur Umwandlung von Schleim
    zusammen mit Gan Cao (Glycyrrhizae radix) und Honig;
  • zur Behandlung von Malaria
    in vorher mit Reiswein gerösteter Form zusammen mit Cao Guo (Amomi tsaoko fructus), Zhi Mu (Anemarrhenae rhizoma) und Bing Lang (Arecae semen).

Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft sollte Chang Shan (Dichroae febrifugae radix) nicht angewendet werden.

Giftigkeit:
Chang Shan (Dichroae febrifugae radix) ist leicht giftig und kann Erbrechen und Übelkeit verursachen, es sollte mit Vorsicht eingesetzt werden, vor allem mit schwachen Patienten.

Warnhinweis:

  • Mit Vorsicht bei schwachen Patienten anwenden! Chang Shan (Dichroae febrifugae radix) ist leicht giftig und kann Erbrechen und Übelkeit verursachen!