Qu Mai – 瞿麦 – Dianthi herba

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird das Kraut der Pracht-Nelke, Qu Mai (Dianthi herba), als harntreibende Arznei in erster Linie dazu verwendet Feuchtigkeit auszuscheiden bzw. sie umzuwandeln. Erstmalige Erwähnung fand das Kraut im Shen Nong Ben Cao Jing.

Pinyin:
Qú Mài

Familie:
Caryophyllaceae (Nelkengewächse)

Stammpflanze:
Dianthus Superbus

Deutscher Name:
Pracht-Nelkenkraut

Englischer Name:
Aerial Parts of Fringed Flower

Vorkommen:
Pracht-Nelkenkraut, Qu Mai (Dianthi herba), ist in ganz China zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Sommer und Herbst werden die oberirdischen Teile der Pflanzen in der Blüte geschnitten und anschließend getrocknet. Qu Mai (Dianthi herba) sollte gut belüftet und trocken gelagert werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Qu Mai (Dianthi herba) hat einen kaum wahrnehmbaren Geruch und schmeckt leicht bitter.

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Herz, Dünndarm, Niere, Blase

Wirkrichtung:
tief

Wirkort:
unterer Wärmebereich (Calorium)

Wirkungsweise:
harntreibend, wasser- und salztreibend

Traditionelle Verwendung:

  • Kühlen von Hitze;
    Anwendung bei fliegender Hitze, Unruhe, Verstopfung, Hitze im Funktionskreis Herz;
  • Lösen von Xue-Stasen;
    Anwendung bei Xue-Stasen, Hilfsarznei bei Amenorrhö (ausbleiben der Menstruation);
  • Befreiung der Harnwege, harntreibend;
    Anwendung bei spärlichem, ausbleibendem Urin, Miktionsstörungen mit blutigen Urin durch Hitze-Fülle;
  • Ausleitung feuchter Hitze;
    Anwendung bei schmerzhafter Miktion (Entleerung der Harnblase), spärlichem, ausbleibenden Urin, blutigem Urin.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 12 g; Standard 5 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • Bei Hitze mit schmerzhafter Miktion (Entleerung der Harnblase), Dysorie (erschwerte, gewollte Blasenentleerung), brennendem Schmerz
    zusammen mit Hua Shi (Talcum), Chuan Mu tong (Clematidis armndii caulis);
  • bei Hitze-Fülle, Dysurie (erschwerte, gewollte Blasenentleerung), blutigem Urin, Harnverhalt, schmerzhafter Miktion (Entleerung der Harnblase)
    zusammen mit Hua Shi (Talcum), Che Qian Zi (Plantaginis semen), Bian Xu (Polygoni avicularis herba);
  • bei Nephrolithiasis (Ablagerung von Harnstein)
    zusammen mit Hai Jin Xia (Lygodii spora);
  • bei feuchter Hitze im unteren Wärmebereich (Calorium) Hamträufeln, unvollständiger Ausscheidung, brennender, schmerzhafter Miktion (Entleerung der Harnblase)
    zusammen mit Zhi Zi (Gardeniae fructus);
  • bei feuchter Hitze, blutigem Urin
    zusammen mit Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma), Xiao Ji (Cephalanopli herba);
  • bei Xue-Stasen, Amenorrhö (ausbleiben der Menstruation)
    zusammen mit Dan Shen (Salvia miltiorrhiza radix);
  • bei Verstopfung (Obstipation)
    zusammen mit  Gua Lou Shi (Trichosanthis fructus).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirkung wird gefördert durch Mu Dan Pi (Moutan cortex radix).
  • Die Wirkung wird gestört durch Sang Piao Xiao (Mantidis ovorum vagina).
  • Die Wirkung wird gedämpft durch Zhu Sha (Cinnabaris).

Schwangerschaft:
Auf Grund des kalten temperaturverhaltens und der absenkenden Wirkung kann Qu Mai (Dianthi herba) zu einem Abbruch der Schwangerschaft führen und darf deshalb nicht während der Schwangerschaft angewendet werden!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden während der Schwangerschaft!
  • Nicht anwenden bei fehlender Indikation, feuchter Hitze, Schwäche in den Funktionskreisen Milz oder Niere!