Huang Lian – 黄连 – Coptidis rhizoma

Bereits seit mehr als 2000 Jahren wird das bittere, kalte Huang Lian (Coptidis rhizoma) zur Ableitung von Hitze und Feuchte angewendet. Shen Nong nennt diese Pflanze Wang Lian (Königslilie) und zählt sie zu den „überlegenen“ Kräutern. Weiterhin schreibt er dieser Arznei der Traditionellen Chinesischen Medizin bei regelmäßiger Einnahme eine Verbesserung des Gedachtnis zu. Gemeinsam mit Huang Bai (Phellodendri chinensis cortex), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix) und Da Huang (Rhei radix et rhizoma) gehört Huang Lian (Coptidis rhizoma) zu der wichtigen Gruppe der kühlenden „gelben“ Kräuter.

Familie:
Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse)

Stammpflanze:
Coptis chinensis Franch.

Deutscher Name:
Chinesischer Goldfadenerdspross

Englischer Name:
Golden Thread

Vorkommen:
Huang Lian (Coptidis rhizoma) ist vor allem in den Provinzen Sichuan und Yunnan anzutreffen.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Wurzeln des Chinesischen Goldfaden Arten werden im Herbst ausgegraben, gereinigt und getrocknet. Anschließend werden die Wurzelhaare entfernt. Huang Lian (Coptidis rhizoma) ist gut belüftet und trocken zu lagern.

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Herz, Milz, Magen, Leber, Dickdarm

Wirkrichtung:
absenkende

Wirkort:
Mitte, mittleres Calorium und oberes Calorium

Wirkungsweise:
antibakteriell, antimykotisch, beruhigend, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, fördert die Blidung von Acetylcholin, galletreibend

Traditionelle Verwendung:

  • Hitze kühlen, Feuchtigkeit trocknend;
    Anwendung bei fiebrigen Erkrankungen durch Sommerhitze, klumpiges Völlegefühl, Durchfall, Dysenterie, Gelbsucht, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Diabetes, nässenden Hautausschlag, Geschwüre, eitriger Ausfluss aus dem Ohr;
  • Hitze, Feuer, Feuer-Gifte und feuchte Hitze ableiten;
  • Glut ableiten, desinfizieren, besonders Feuer im Funktionskeis Herz, Magen und Leber beruhigen;
    Anwendung bei hohem Fieber, Trübung des Bewusstseins bei hohem Fieber, nervöse Unruhe, Schlaflosigkeit, Delirium, Koma, tiefliegende Substanzdefekte des Mundes und der Zunge, Blutungen aus Mund und Nase, saures Aufstoßen, Erbrechen, Bindehautentzündung, Zahnschmerzen;
  • Toxische Hitze ausleiten, entgiften, desinfizieren;
    Anwendung bei Furunkeln, Karbunkeln, Hautgeschwüren.

Tipps zur Anwendung:

  • Bei Augenbeschwerden wird das Dekokt häufig als Augentropfen verwendet.
  • Bei toxischer Hitze kann Huang Lian als Pulver aufgetragen werden.
  • Bei Erbrechen wird Huang Lian (Coptidis rhizoma) mit Ingwersaft versetzt und gebacken.
  • Für die Behandlung von Hitze im Oberkörper wird Huang Lian in Wein gebacken.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
1g bis 10g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Hitzesyndromen mit Schlaflosigkeit, Durst und Delirium zusammen mit
    Sheng Di Huang (Rehmanniae radix);
  • bei Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Ruhr oder Magenverstimmungen zusammen mit
    Wu Zhu Yu (Evodiae fructus) und Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae radix alba);
  • bei Schlaflosigkeit durch Disharmonie zwischen Herz und Nieren zusammen mit Rou Gui (Cinnamomi cortex);
  • Die Wirkung wird gefördert durch Huang Qin (Scutellariae radix) und Long Gu (Fossilia Mastodii);
  • Die Wirkung wird beschränkt durch Niu Xi (Achyranthis radix), Kuan Dong Hua (Tussilaginis farfarae flos) und Schweinefleisch;
  • Die Wirkung wird gestört durch Ju Hua (Chrysanthemi flos), Xuan Shen (Scrophulariae radix), Jiang Can (Bombyx cum batryte), Bai Xian Pi (Dictamni radix), Yuan Hua (Daphnis genkwae flos).

Klassische Rezepturen:

  • Bai Tou Weng Tang;
  • Ban Xia Xie Xin Tang;
  • Huang Lian Jie Du Tang;
  • Qing Wei San

Schwangerschaft:
Huang Lian (Coptidis rhizoma) sollte während der Schwangerschaft mit Vorsicht angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Durchfall, kaltem Magenmangel oder Yin-Mangel!
  • Nach längerer Einnahme kann Milz und Magen geschädigt werden!

Forschungergebnisse:
Durch wissenschaftliche Studien konnte eine antibiotische und antimykotische Wirkung nachgewiesen werden.