Qing Pi - Citri reticulatae viride pericarpium

Qing Pi – 青皮 – Citri reticulatae viride pericarpium

Als Qing Pi (Citri reticulatae viride pericarpium) wird die getrocknete Schale der unreifen Mandarine bezeichnet. Die Schale der reifen Frucht hingegen nennt sich Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium). Qing Pi wird vornehmlich zur Glättung des Leber-Qi eingesetzt wird, Chen Pi um das Milz-Qi zu bewegen.

In Hinsicht auf die Fruchtform, die Größe, den Geschmack der Frucht und den Habitus der Pflanze sind die Mandarinenbäume die größte und variabelste Gruppe der Citruspflanzen. In China werden diese Pflanzen schon seit einigen tausend Jahren kultiviert.

Mandarinenbäume sind klein und immergrün mit lanzettlichen Blättern und schmal geflügeltem Blattstiel. Die duftenden weißen Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln.

Familie:
Rutaceae (Rautengewächse)

Stammpflanze:
Citrus reticulata Blanco

Deutscher Name:
getrocknete Schale der unreifen Mandarine

Englischer Name:
Immature Tangerine Peel, Green Peel

Vorkommen:
In den chinesischen Provinzen Guangdong, Fujian, Sichuan, Jiangsu, Zhejiang

Sammlung und Aufbereitung:
Die Schale wird von den unreifen Früchten geschält, getrocknet und in Stücke geschnitten.

Inhaltsstoffe:
unter anderem Flavonoide, Vitamin C, B1

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
bitter, scharf

Funktionskreisbezug:
Lunge, Gallenblase

Wirkrichtung:
emporhebend

Wirkort:
Mitte, Mittleres Calorium

Wirkungsweise:

  • antibakteriell;
  • schmerzstillend;
  • Spasmen der Gebärmutter lösend;
  • Qi bewegend und regulierend.

Traditionelle Verwendung:

  • Bewegen und Regulieren de Qi;
    Anwendung bei Stauungen im Funktionskreis Leber, Spannungsgefühl und Schmerzen am Rippenbogen, Schmerzen der Brust, hernienähnliche Schmerzen;
  • Zerstreuen von Stauungen;
    Anwendung bei Spannungsgefühl im Oberbauch (Epigastrium), Xue-Stasen durch Stagnation des Qi, postprandiale Schmerzen (Schmerzen nach dem Essen);
  • Beseitigung von Schmerz;
    Anwendung bei Schmerzen im Oberbauch (Epigastrium), hernienähnliche Schmerzen;
  • Lösen von Xue-Stasen;
    Anwendung bei Schmerzen im Oberbauch (Epigastrium), Verdauungsblockaden, abdominelle Verhärtungen;
  • Trocknen von Feuchtigkeit;
    Anwendung bei Übelkeit, Brechreiz, Fieber, Schüttelfrost;
  • Kanalisieren von Schleim;
    Anwendung bei pulmonaler Schleim (Schleim im Lungenbereich), Abszesse im Brustbereich (Eiteransammlungen);
  • nach neuerer Forschung auch bei Hypotonie (Blutdruck unterhalb der Normgrenze) einsetzbar.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 10g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Kräutern:

  • bei Disharmonie zwischen den Funktionskreisen Leber und Magen mit Schmerzen und Spannungen im Brustbereich, Flankenschmerzen
    zusammen mit Chai Hu (Bupleuri radix), Yu Jin (Curcumae longae tub.), Xiang Fu (Cyperi rhizoma);
  • bei Fülle im Funktionskreis Leber mit Schmerzen am Rippenbogen; Kneifen im Abdomen (Bauch), ziehende Bauchschmerzen
    zusammen mit Xiao Hui Xiang (Foeniculi fructus), Wu Zhu Yu (Evodiae fructus), Chuan Lian Zi (Meliae toosendan fructus);
  • bei Schmerzen in der Brust, geschwollener Brust
    zusammen mit Xiang Fu (Cyperi rhizoma), Dan Shen (Salvia miltiorrhiza radix);
  • bei Spannungen im Oberbauch, Verdauungsblockaden, Nahrungsstagnation
    zusammen mit Shan Zha (Crataegi fructus), Mai Ya (Hordei fructus), Shen Qu (Massa medicata fermentata);
  • bei Eiteransammlungen in der Brust
    zusammen mit Wang Bu Liu Xing (Vaccariae ssemen), Jin Yin Hua (Lonicerae flos), Pu Gong Ying (Taraxaci h. cum radice);
  • bei gestauten Säften mit Husten, Schmerzen im bereich der Brust, Flankenschmerzen
    zusammen mit Bai Jie Zi (Sinapis albae semen);
  • bei intestinalen Prolaps (hervortreten des Darms), Hodenschwellungen
    zusammen mit Ju He (Citri aurantii semen), Xiao Hui Xiang (Foeniculi fructus), Chuan Lian Zi (Meliae toosendan fructus);
  • bei Kälte in der Leberleitbahn mit Schmerzen im unteren Bauchbereich und Ausstrahlung in den Hoden
    zusammen mit Wu Yao (Linderae radix), Mu Xiang (Aucklandiae radix), Gao Liang Jiang (Alpiniae officinari rhizoma)

Schwangerschaft:
Qing Pi (Citri reticulatae viride pericarpium) kann während der Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:
Nicht anwenden bei Yin-Schwäche oder Qi-Schwäche!