Bai Ji – 白及 – Bletillae rhizoma

Die Bletilla (Bletilla striata) ist eine Orchideenart die südlich des Yangtse beheimatet ist, aber auch in einem breiten Band von der chinesischen Provinz Yunnan durch das südliche China hindurch und in Myanmar und Thailand zu finden ist. Auch im südlichen Korea und in Japan ist diese Orchidee anzutreffen. Ihr Wurzelstock – Bai Ji (Bletillae rhizoma) – wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin vornehmlich als ein Mittel zur Regulierung des Blutes eingesetzt.

Blüte der Bletilla striata
Blüte der Bletilla striata

Die Bletilla-Arten wachsen an wenig beschatteten Stellen, wie Grasgesellschaften, Buschland, in steinigem Gelände oder am Waldrand. Sie sind auch häufig an Straßenrändern und Böschungen zu finden.

Pinyin:
Bái JīBái Jí

Synonym:
Bletillae tuber;
白芨 – Bái Jī

Familie:
Orchidaceae (Orchideen)

Stammpflanze:
Bletilla striata (Thunb.) Reichb.

Deutscher Name:
Bletilla

Englischer Name:
Hyacinth Bletilla

Vorkommen:
Die Bletilla (Bletilla striata) ist südlich des Yangtse anzutreffen.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Sommer und Herbst werden die Wurzelknollen der Bletilla – Bai Ji (Bletillae rhizoma) – ausgegraben. Nachdem sie gereinigt wurden, werden sie gekocht und anschließend an der Sonne getrocknet. Um die Rinde zu entfernen werden die halbtrockenen Knollen gedroschen und anschließend weiter an der Sonne fertig getrocknet.

Stauden der Bletilla striata
Stauden der Bletilla striata

Bai Ji (Bletillae rhizoma) sollte gut belüftet und trocken gelagert werden.

Temperaturverhalten:
neutral mit kalter Tendenz

Geschmack:
bitter, süß

Funktionskreisbezug:
Lunge, Leber, Magen

Wirkrichtung:
tief

Wirkort:
Haut

Traditionelle Verwendung:

  • Halten des Blutes; Anwendung bei
    blutigem Erbrechen, Bluthusten, Nasenbluten;
  • Stillen von Blutungen; Anwendung bei
    äusseren Verletzungen, blutenden Wunden;
  • Kühlen des Xue (Blutes), Anwendung bei
    äusseten Verletzungen, blutenden Wunden, blutigem Auswurf, Nasenbluten;
  • Kühlen von Hitze; Anwendung bei
    blutenden Geschwüren, Schrunden an den Händen und Füßen, pulmonale (die Lunge betreffende) Geschwürbildung, Blutungen aus dem Mund, Bluthusten bei Lungentuberkulose, Furunkeln, Karbunkeln, Schwellungen, rissiger Haut;
  • Ausleitung von Hitze-Feuchtigkeit; Anwendung bei
    Bronchitis, schlecht heilende Geschwüre, pulmonale (die Lunge betreffende) Geschwürbildung, Emphysem (übermäßiges oder an ungewohnter Stelle aufgetretenes Vorkommen von Luft).

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 15 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Yin-Schwäche mit blutigem Auswurf
    zusammen mit Bai Bu (Stemonae radix);
  • bei Husten mit blutigem Auswurf
    zusammen mit Pi Pa Ye (Eryobotryae folia);
  • bei Lungenabszessen, Emphysemen, Bronchitis, blutigem Auswurf
    zusammen mit Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii bulbus);
  • bei blutigem Auswurf, Nasenbluten, blutenden Wunden
    zusammen mit E Jiao (Asini corii gelatinum), Ou Jie (Nelumbinis nodus rhizomatis), Sheng Di Huang (Rehmanniae radix)
  • bei blutenden Wunden, Rissen, Schürfungen, Geschwüren
    zusammen mit Ru Xiang (Olibanum) Jin Yin Hua (Lonicerae flos),  Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii bulbus), Tian Hua Fen (Trichosanthis radix);
  • bei blutenden Wunden, Rissen, Schrunden an Händen und Füßen
    zusammen mit Shi Gao (Gypsum fibrosum) zur lokalen Anwendung.

Verträglichkeit:

  • Nicht zusammen verwenden mit Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata)!
  • Die Wirkung wird gefördert durch Zi Shi Ying (Fluoritum).
  • Die Wirkung wird eingeschränkt
    durch Ku Xing Ren (Armeniacae amarum semen), Yu Li Ren (Pruni semen).

Schwangerschaft:
Bai Ji (Bletillae rhizoma) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Forschungergebnisse:
Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnte ein Förderung der Wundheilung festgestellt werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden im frühen Stadium von Lungenabszessen!
  • Nicht anwenden bei Glut in den Funktionskreisen Lunge und Magen!