E Jiao – 阿胶 – Asini colla corii

Die aus Eselhaut gewonnene schwarze Gelenatine – E Jiao (Asini colla corii) – wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vor allem als ein Xue (Blut) erhaltendens und ergänzendes Arzneimittel eingesetzt. Es wirkt insgesamt nährend und stärkend.
Im Shen Nong Ben Cao Jing findet E Jiao (Asini colla corii) seine erstmalige Erwähnung.

Chinesische Zeichen:
vereinfacht: 阿胶
traditionell: 阿膠

Pinyin:
ē jiāo

Synonyme:
Corii asini gelantinum; Geletina nigra (Asini); Cirii Asini

Familie:
Equidae (Pferde)

Zoologischer Name:
Equus asinus

Deutscher Name:
aus Eselhaut gewonnene schwarze Gelantine

Englischer Name:
Ass-Hide Glue, Donkey-Hide Gelantin

Vorkommen:
E Jiao (Asini colla corii) wird vor allem in der chinesischen Provinz Shandong produziert Dort ist die beste Qualität zu finden. Doch auch in den Provinzen Jiang-su und Zhejiang wird die Eselhaut-Gelantine hergestellt.

Herstellung:
Die Gelatine wird durch Auskochen und Eindicken der frischen oder getrockneten Eselshaut gewonnen. Sie wird in Tafeln, die etwas eine Tafel Schokolade erinnern, vermarktet.

Temperaturverhalten:
neutral bis kühl

Geschmack:
süß

Funktionskreisbezug:
Lunge, Leber, Niere

Wirkrichtung:
emporhebend

Wirkort:
Haut, Lunge

Traditionelle Verwendung:

  • Ergänzung des Xue (Blut); Anwednung bei
    Schwindel, Benommenheit, blassem Gesicht, Herzklopfen;
  • Stoppen von Blutungen; Anwendung bei
    blutigem Auswurf, blutigem Stuhl, starken gynäkologischen Blutungen;
  • Nährung des Yin; Anwendung bei
    Lungen-Yin, trockenem Husten, blutigem Auswurf, fiebrige Erkrankungen mit Unruhe, Schlaflosigkeit, Hitzegefühl im Kopf, drohendem inneren Wind;
  • Befeuchtung der Lunge.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 15 g; Standard 8 g

Kochzeit:
E Jiao (Asini colla corii) wird am Ende der Abkochung dem heißen und abgesiebten Dekokt beigegeben und darin aufgelöst.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Xue-Schwäche mit Schwindel, Benommenheit, Herzklopfen zusammen mit
    Dang Shen (Codonopsis radix); Dang Gui (Angelica sinensis radix);
  • bei starken Menstruationsblutungen zusammen mit
    Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae alba); Ai Ye (Artemisiae argyi folium);
  • bei Yin-Schwäche mit Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, nach langen fieberhaften Erkrankungen zusammen mit
    Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix); Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae alba);
  • bei Xue-Hitze mit blutigem Erbrechen (Hämatemesis), Nasenbluten zusammen mit
    Sheng Di Huang (Rehmanniae radix);
  • zum Stoppen akuter Blutungen zusammen mit
    Pu Huang (Typhae pollen);
  • bei Lungen-Yin-Schwäche mit trockenem Husten, blutigem Auswurf zusammen mit
    Mai Men Dong (Ophiopogonis radix), Nan Sha Shen (Adenophorae radix), Bei Sha Shen (Glehniae radix);
  • bei Säfteschädigung durch Hitze, trockenem Husten zusammen mit
    Ku Xing Ren (Armeniacae amarum semen), Niu Bang Zi (Arctii fructus);
  • bei Yin.Schwäche, dohendem inneren Wind, Unruhe, Hitzegefühl im Kopf zusammen mit
    Gou Teng (Uncariae ramulus), Mu Li (Ostrea concha), Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae alba); Huang Lian (Coptidis rhizoma).

Verträglichkeit:

  • Die Wirkung wird gefördert durch Shan Yao (Dioscorae oppositae radix) und Hitzeanwendung.
  • Die Wirkung wird gestört durch Da Huang (Rhei radix et rhizoma).

Klassische Rezepturen:
Huang Lian E Jiao Tang

Schwangerschaft:
Auch während der Schwangerschaft kann E Jiao (Asini colla corii) angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Oberflächenbefunden Kälte, Hitze-Wind und Schwäche!