Bing Lang – 槟榔 – Arecae semen

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Betelnuss – Bing Lang (Arecae semen) – in erster Line als ein Arzneimittel gegen Parasiten und Würmer verwendet und ist ein wichtiges Ergänzungsmittel bei der Malariatherapie. Sie findet als Arzneimittel der chinesischen Medizin erstmals im Ming Yi Bie Lu (verschiedene Aufzeichnungen berühmter Ärzte) Erwähnung.

Areca catechu

Pinyin:
Bīn Láng

Traditionelle Langzeichen:
檳榔

Familie:
Arecaceae (Palmengewächse)

Stammpflanze:
Areca catechu L.

Deutscher Name:
Betelnuss

Englischer Name:
Arecaseed

Vorkommen:
Bing Lang (Arecae semen) ist vor allem in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan und Yunnan zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Herbst und Winter werden die Betelnüsse geerntet, gekocht, getrocknet und die Samen entnommen und weiter an der Sonne getrocknet. Anschließen werden die Samen zerschlagen oder in Wasser eingeweicht und in Scheiben geschnitten. Die Samen sind gut belüftet und trocken zu lagern und vor Insektenfrass zu schützen.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Bing Lang (Arecae semen) hat einen leichten Geruch und einen zusammenziehenden (adstringierend) leicht bitteren Geschmack.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
bitter, scharf

Funktionskreisbezug:
Magen, Dickdarm, Milz

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Verdauungstrakt

Wirkungsweise:
Würmer tötend, entgiftend, desinfizierend, harntreibend (diuretisch), abführend (laxierend), fördert die Speichelproduktion, erhöht die Darmperistaltik.

Besonderes:
Bing Lang (Arecae semen) ist ein wichtiges Ergänzungsmittel zur Malariatherapie.

Traditionelle Verwendung:

  • Bekämpfen von Parasiten, töten von Würmern, Zerstreuen von Parasiten;
    Anwendung bei Befall durch Bandwürmer, Spulwürmer (Ascariden), Madenwürmer (Oxyuren)
    Großer Leberegel (Fasciola hepatica), Kleiner Leberegel (Dicrocoelium dendriticum), Schweinebandwurm (Taenia solium), Riesendarmegel (Fasciolopsis), Schmerzen im Bauch (Abdomen) bei Parasitenbefall;
  • Zerstreuen von Stauungen;
    Anwendung bei Verdauungsblockaden, Verstopfung (Obstipation), hartem Bauch (Abdomen), Aufgetriebenheit, Stagnation des Qi, Beriberi;
  • Ausleitung von Feuchtigkeit;
    Anwendung bei Bauchwassersucht (Aszites), Gedunsenheit;
  • Entgiftung und Desinfizierung;
    Anwendung bei inneren Parasiten (Endoparasiten), Malaria, Wurmerkrankungen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6 g bis 15 g; Standard 6 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei akuter Ruhr (Dysenterie) mit abdominalen Schmerzen (Bauchschmerzen), Tenesmen (schmerzhafter Stuhl- oder Harndrang)
    zusammen mit Zhi Ke (Citri aurantii fructus), Mu Tong (Aucklandiae radix), Huang Lian (Coptidis rhizoma);
  • bei Feuchtigkeitssymptomen wie Ödemen, Beinbeschwerden
    zusammen mit Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium), Mu Gua (Chaenomelis fructus), Wu Zhu Yu (Evodiae fructus);
  • bei Feuchtigkeit, insbesondere bei Beinödemen
    zusammen mit Ze Xie (Alismatis rhizoma), Shang Lu (Phytolaccae radix), Chuan Mu Tong (Clematidis armandii caulis);
  • bei Feuchtigkeit, insbesondere mit Schleim, sowie bei Malariabeschwerden
    zusammen mit Chang Shan (Dichroae febrifugae radix), Hou Po (Magnoliae officinalis cortex), Cao Guo (Amomi tsaoko fructus);
  • bei Endoparasiten wie Spulwürmer (Ascariden), Madenwürmern (Oxyuren) und Bandwürmern (Zestoden)
    zusammen mit Nan Gua Zi (Curcubitae semen).

Klassische Rezepturen:
Hua Chong Wan

Schwangerschaft:
Bing Lang (Arecae semen) darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden!

Giftigkeit:

  • Eine Überdosierung kann zu vermehrter Speichelproduktion, Erbrechen und vermehrter Harnausscheidung führen!
  • Bei einer Dosierung von 8 bis 10 g können Betelnüsse tödliche Vergiftungen durch Atemlähmung verursachen!
  • Langjähriges Kauen von Betelnüssen kann Krebserkrankungen des Mundraumes hervorrufen!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Schwäche des Qi!
  • Bei Überdosierung können Vergiftungserscheinungen auftreten!
  • Während der Schwangerschaft nicht anwenden!