Cao Guo – 草果 – Amomi tsao-ko fructus

Cao Guo (Amomi tsaoko fructus) ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin als ein aromatisches, Feuchtigkeit transformierendes Arzneimittel bekannt und wurde erstmals im Yin Shan Zheng Yao (Grundlagen der richtigen Ernährung) genauer beschrieben.

Pinyin:
Cǎo Guǒ

Synonym:
Amomi costati fructus

Familie:
Zingiberaceae (Ingwergewächse)

Stammpflanze:
Amomum tsao-ko Crevost et Lemaire

Deutscher Name:
Tsaokofrucht, Amomum-Caoguo-Frucht, Nepal-Kardamom

Englischer Name:
Tsaoko Fruit, Grass Fruit

Vorkommen:
Cao Guo (Tsaoko fructus) ist vor allem in den chinesischen Provinzen Yunnan, Guangxi und Guizhou zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Sommer und im Herbst werden die Früchte werden geerntet und an der Sonne oder über milder Hitze getrocknet. Cao Guo (Tsaoko fructus) ist kühl und trocken zu lagern.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die Tsaoko-Früchte sind besonders aromatisch, scharf und leicht bitter im Geschmack.

Beste Qualität:
Sind die Früchte trocken, groß, voll, mit rot-bräunliche Oberfläche und stark duftend, besitzen sie die beste Qualität.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf, süß

Funktionskreisbezug:
Milz, Magen

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Mitte, mittlerer Wärmebereich (Calorium)

Wirkungsweise:
Die physiologisch-pharmazeutische Wirkung entsteht durch das cineolhaltige ätherische Öl der Früchte, welches bei dyspeptischen Beschwerden (Verdauungsstörung im Oberbauch), Malaria und Durchfall eingesetzt wird.

Traditionelle Verwendung:

  • Zerstreuen von Kälte;
    Anwendung bei Übelkeit, Brechreiz, Störungen der Verdauung hervorgerufen durch Kälte-Schwäche in der Mitte, inneres Kältegefühl und Frieren, Malaria bei Kälte mit wechselndem Fieber, Juckreiz;
  • Trocknung von Feuchtigkeit;
    Anwendung bei Spannungsgefühl im Oberbauch (Epigastrium), klumpiges Völlegefühl mit Erbrechen, Erbrechen, Durchfall, Schleimblockaden
  • Umwandlung von Feuchtigkeit;
    Anwendung bei Erbrechen, Durchfall, Schleimblockaden;
  • Ausleitung von Schleim und Behandlung von Malaria;
    Anwendung bei  Malaria mit Wechselfieber, Schleimblockaden, Stagnationen, Schmerzen im Brustbereich und Bauchbereich (Abdomen), Aufstossen, Erbrechen;
  • Umwandlung von kaltem Schleim;
    Anwendung bei Schleimblockaden, Stagnationen, Schmerzen im Brust- und Bauchbereich, Aufstoßen, Erbrechen;
  • Lösen von Zusammenballungen;
    Anwendung bei Störungen der Verdauung, Stillstand der Verdauung, Übelkeit, Brechreiz.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
1 g bis 5 g; Standard 2 g

Kochzeit:
Cao Guo (Amomi tsaoko fructus) wird dem Dekokt am Schluss dazugegeben, kurz aufgekocht und 3 Minuten ziehen gelassen.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei feuchter Kälte der Mitte
    zusammen mit Cang Zhu (Atractylodis rhizoma), Hou Po (Magnoliae officinalis cortex);
  • bei Blockaden im Inneren hervorgerufen durch feuchte Kälte sowie Verletzungen des Yin, Malaria, Schüttelfrost, Spannungsgefühl im Brustbereich und in den Flanken, Appetitlosigkeit, extreme Müdigkeit
    zusammen mit Zhi Mu (Anemarrhenae rhizoma), Chai Hu (Bupleuri radix), Chang Shan (Dichroae febrifugae radix).

Schwangerschaft:
Cao Guo (Tsaoko fructus) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Giftigkeit:
Eine Überdosierung kann zu Erbrechen führen. Dieser Effekt lässt sich durch vorhergehendes rösten verhindern. Bei einer Überdosierung des ätherischen Öls können durch den hohen Gehalt an Cineol zu lebensgefährlichen Vergiftungen auftreten. Symptome sind unter anderem Senkung des Blutdrucks, Störungen des Kreislaufs, Kollaps und Atemlähmung. Wegen der Aspirationsgefahr darf bei  Vergiftungen durch Cineol kein Erbrechen ausgelöste werden. Die Therapie bei einer Vergiftung besteht nach der Gabe von Aktivkohle in der Behandlung der Krämpfe mit Diazepam, der Behandlung der Koliken mit Atropin, Elektrolytsubstitionen und bei eventuell auftretender Azidose (Störung des Säure-Basen-Haushalts) mit Infusionen mit Natriumbicarbonat. Möglicherweise sind Intubation und Sauerstoffbeatmung notwendig.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Qi Mangel, Xue Mangel, Yin Mangel, Kälte oder fehlender Feuchtigkeit!
  • Bei einer Überdosierung kann es zu lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen kommen!