Shi Chang Pu – 石菖蒲 – Acori graminei rhizoma

Der Wurzelstock des Grasblättrigen Kalmus, Shi Chang Pu (Acori graminei rhizoma), wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin hauptsächlich als ein aromatisches, die Sinnesöffnungen befreiendes Arzneimittel eingesetzt.

Acorus calamus
Illustration von Kalmus (Acorus calamus)

Pinyin:
Shí Chāng Pú

Synonym:
Acori tatarinowii rhizoma

Familie:
Araceaee (Aronstabgewächse)

Stammpflanze:
Acorus gramineus, Acorus tatarinowii Schott

Deutscher Name:
Grasblättriger Kalmus, Erdspross

Englischer Name:
Grassleaf Sweetflag Rhizome, Grassleaf Sweetflag Rhizome, Acorus

Vorkommen:
Shi Chang Pu (Acori graminei rhizoma) ist vorwiegend in der südlichen Region um den Jangtsekiang in China zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Herbst oder Winter werden die Wurzelstöcke des Grasblättrigen Kalmus ausgegraben, gereinigt und an der Sonne getrocknet. Die getrocknete Droge muss auf jeden Fall trocken gelagert werden, da sie sehr schimmelanfällig ist.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Shi Chang Pu (Acori graminei rhizoma) duftet aromatisch und hat einen bitteren, leicht scharfen Geschmack.

Qualität:
Die beste Qualität weist die Droge auf, wenn der Wurzelstock dick ist, weiß im Schnitt und einen aromatischen Duft verströmt.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf

Funktionskreisbezug:
Herz, Magen, Leber, Milz

Wirkrichtung:
emporhebend

Wirkort:
Lunge, Kopf und Augen

Wirkungsweise:
Shi Chang Pu (Acori graminei rhizoma) steigert die Sekretion von Verdauungssäften und lindert den Darm betreffende Spasmen.

Traditionelle Verwendung:

  • Ausleitung von Feuchtigkeit;
    Anwendung bei getrübten Sinnesorganen, Tinnitus, Taubheit, Druck- und Spannungsgefühl im Bereich der Brust, Druckgefühl im Bereich des Bauches, Bi-Syndrom;
  • Kanalisieren von Schleim;
    Anwendung bei Bewusstseinstrübungen, Apathie, Tinnitus, Taubheit, dicken, klebrigen Zungenbelag, Stupor, Krampfneigung, rasende Unruhe;
  • Umwandlung von kaltem Schleim;
    Anwendung bei Bewusstlosigkeit, Apathie, Stupor;
  • Öffnen der Energiebahnen und der Sinne;
    Anwendung bei Bewusstlosigkeit,  Bewusstseinstrübungen, Tinnitus, Taubheit;
  • Harmonisierung und Stützung der mittleren Funktionskreise;
    Anwendung bei Druck- und Spannungsgefühl im Brustbereich, klumpiges Völlegefühl im Bauchbereich und fehlendem Hungergefühl, Schmerzen im Oberbauch;
  • Belebung des Bewusstseins und Verbesserung der geistigen Fähigkeiten;
    Anwendung bei Vergesslichkeit, Taubheit.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 10 g; Standard 6 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Feuchtigkeit, Spannungsgefühl im Brust- und Bauchbereich, Appetitlosigkeit
    zusammen mit Huang Lian (Coptidis rhizoma);
  • bei Feuchtigkeit und Stagnation des Qi, Spannungsgefühl im Bauchraum
    zusammen mit Wu Yao (Linderae radix), Wu Zhu Yu (Evodiae fructus), Xiang Fu (Cyperi rhizoma);
  • bei Schleim, Verstopfung der Sinnesöffnungen in Zusammenhang mit Desorientiertheit, Benommenheit, Reizbarkeit
    zusammen mit Yu Jin (Curumae longae tuber), Ban Xia (Pinelliae rhizoma);
  • bei Vergesslichkeit, Tinnitus, Hörschwäche
    zusammen mit Yuan Zhi (Polygale radix), Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae);
  • bei Heiserkeit, Auswurf im Rachen, Stimmbandödem
    zusammen mit Jie Geng (Platycodi radix),  Shi Hu (Dendrobii herba);
  • bei Schmerzen und Spannungsgefühl im Brustbereich und Oberbauch hervorgerufen durch zähem Schleim im mittleren Wärmebereich
    zusammen mit Hou Po (Magnoliae officinalis cortex), Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium);
  • bei Dysenterie (Ruhr) mit Appetitlosigkeit
    zusammen mit Lian Zi (Nelumbinis semen), Huang Lian (Coptidis rhizoma);
  • bei Geschwüren der Cornea (Hornhaut des Auges)
    zusammen mit Hu Po (Succinum)Gou Qi Zi (Lycii fructus), Ju Hua (Chrysanthemi flos).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirkung wird gestört durch Ma Huang (Ephedrea herba)!

Schwangerschaft:
Shi Chang Pu (Acori graminei rhizoma) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Giftigkeit:
Die Giftigkeit ist ähnlich wie bei Shui Chang Pu (Acori calami rhizoma). Die Droge enthält je nach Herkunft unterschiedliche Mengen an Asaron. Möglicherweise können schwach mutagene, kanzerogene Effekte von cic-Isoasaron auftreten. Aus diesem Grund ist entsprechend Deutschem Arzneimittelcodex nur ein maximaler Gehalt an cis-Isoasaron von 0,5 Prozent zulässig (Reinheitsprüfung mittels HPLC).

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei einem Mangel an Yin in Zusammenhang mit Zeichen von Hitze, zum Beispiel bei exzessivem Schwitzen oder blutigen Erbrechen!