Hintergrund der Akupunktur

Den Hintergrund der Akupunktur bilden zwei Erfahrungen

1. Es gibt im Körper bestimmte Straßen/ Kanäle erfahrbarer Ausbreitungsgebiete in der eine Form aktiver Energie, das Qi, fließt. Viele Menschen sind in der Lage solche Energieströme bei sich selbst zu empfinden und bei Anderen zu erspüren. Diese Energiebahnen werden im Chinesischen Jing mo genannt, welches soviel wie pulsierendes Gefäß bedeutet. Da eine wörtliche Übersetzung  als „ Arterie“ bereits für das blutführende Gefäß belegt ist, bezeichnet man diese Bahnen hierzulande  als Meridiane (aus dem Französisch stammenden) oder Leitbahnen. Diese Meridiane umspannen den ganzen Körper wie mit einem Netz aus Schienen und Bahnhöfen und bilden in der Gesamtheit ein harmonisches Ganzes. Bei entsprechender Stimulation können bestimmte Ereignisse hervorgerufen werden, wie Wärmeausbreitung, Kältegefühl oder auch ein dumpfes, taubes Gefühl. Die Existenz eines solchen energetischen Systems ist für die Chinesen so natürlich wie das Vorhandensein von Blutgefäßen.

2. Man geht von einer Anzahl von über den ganzen Körper verteilen Orten (361 in der klassischen Sichtweise und bis zu 800 in anderen Interpretationen) aus, welche einen Zugang zu den Energiebahnen/ Meridianen des „ fließenden Qi“ erlauben. Im Chinesischen werden diese Orte „shu-xue“ (Loch, Vertiefung, Öffnung, Ort der Einflussnahme, lateinisch: foramen, vereinfacht Akupunkturpunkte) genannt. Diese Punkte sind nicht beliebig über die Haut verteilt, sondern es handelt sich um ganz bestimmte Einlasspunkte zu den Energiebahnen/ Meridianen. Über jeden einzelnen Punkt kann ein differenzierter Einfluss auf das energetische System genommen werden woraus sich eine große Vielfalt von Wirkmöglichkeiten ergibt. Desweiteren äußert sich an diesen Punkten auch der Zustand des Leitsystems durch Druckgefühl, Schmerz, Hitzegefühl oder ähnlichem. Dadurch sind diese Punkte nicht nur für die Therapie wichtig sondern genauso für die Diagnostik. Sie spiegeln erkennbare Spannungsveränderung der energetischen Zustände innerhalb des Systems wieder.