Longmen-Grotten – 龙门石窟

In der Provinz Henan befinden sich zwölf Kilometer südlich der Stadt Luoyang (Luòyáng, 洛阳) in einem etwa einen Kilometer langen Klippenstück die 2345 Nischen der Longmen-Grotten (龙门石窟; traditionelle Langschrift: 龍門石窟; Lóngmén Shíkū; Drachentor-Grotten). Die seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählenden Grotten beherbergen zahlreiche Pagoden, Gedenksteine, Buddhafiguren und Steinskulpturen. Die Zahl der Statuen übersteigt die 100.000, Inschriften sind etwa 2800 zu sehen.

Longmen-GrottenWährend der Nördlichen Wei-Dynastie wurde im Jahr 493 mit dem Bau der Grotten begonnen und wurde über mehr als 400 Jahre fortgesetzt. Zu den Förderern der Stätte gehörte auch Chinas einzige (eigenberechtigte) Kaiserin Wu Zetian.
Kaiser Xiaowen ließ den ersten Höhlentempel in der Mitte des Westhangs erbauen. Diesem Beispiel folgte Xuanwu, Kaiser der Nördlichen Wei, und errichtete innerhalb eines 24-Jahre-Zeitraums zur Erinnerung an seine Mutter drei weitere Höhlentempel, die unter dem Namen „Die drei Binyang Höhlen“ (Binyangsandong) zusammengefasst sind. Insgesamt wurden über 30% der Höhlen in dieser Zeit gebaut.

Bodhisatvas in den Longmen-GrottenWährend des Zeitraums von 1368 bis 1912, in dem zwei Dynastien in China regierten, nämlich die Ming-Dynastie von 1368 bis 1644, und der Qing-Dynastie von 1644 bis 1912 gab es kulturelle Wiederbelebung und die Longmen-Grotten erhielten Anerkennung auf nationaler und internationaler Ebene.

Während des Zweiten Sino-Japanischen Krieg, plünderten die Japaner die Grotten und nahmen viele der Statuen mit nach Japan. Deshalb sind viele dieser Reliquien jetzt in japanischen Museen.

Während der Unruhen aufgrund der politischen Ereignisse in den 1940er Jahren wurden die Grotten durch Vandalismus stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch zur Zeit der Kulturrevolution wurden viele der Buddha-Figuren zerstört oder stark beschädigt, obwohl mit der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 die Grotten als Schutzgebiet erklärt wurden. Witterungseinflüsse, Vandalismus und nicht zuletzt Kunsträuber aus aller Welt hatten ebenfalls ihren Anteil an der Zerstörung bzw. Ausplünderung der Grotten.

BaiJuyi-MonumentDie meisten Grotten befinden sich am westlichen Steilufer des Flusses Yi. Doch es lohnt sich auch am Ende des Westufers die Brücke zur anderen Seite zu überqueren, die eine malerische Aussicht auf die Grotten bietet. Am östlichen Ufer wurde um die letzte Jahrtausendwende der Xiangshan-Tempel rekonstruiert. Sein Gebäudekomplex umfasst auch die ehemalige Villa von Chiang Kai-shek und Madame Chiang (Jiangsong). Der Baiyuan-Garten, ebenfalls am Ostufer des Longmen, befindet sich das Mausoleum des Bai Juyi, eines berühmten Dichters der Tang-Dynastie, der seine letzten Jahre als einsamer Gelehrter am Duftenden Berg bei Luoyang verbrachte.