Buddhismus – kurze Einführung

Der Buddhismus entstand im 5. Jahrundert v. Chr. in Indien. Seine Lehre beruht auf der Erleuchtung des historischen Buddha, des Prinzen Gautama Siddharta, der zur Zeit des Kunfuzianismus lebte. Unter dem heiligen Bodhibaum entdeckte er nach jahrelanger Suche den „mittleren Weg“, der der Suche nach dem inneren Frieden diente. Buddha bedeutet „der Erleuchtete“. Seine Schüler bewahrten die Lehre des Meisters und schrieben sie später auf.

Als Buddha wird nicht nur der Begründer selbst bezeichnet, sondern jede Person, die die Erleuchtung erlangt hat. Ihre Seele wird nach vielen Leben im streben nach geistiger Entwicklung den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen und die Erlösung erlangen.

Die Lehren des Buddha sind in den „vier edlen Wahrheiten“ zusammengefasst. Buddha erkannte, das die Welt von Leid erfüllt ist. Er sah die Ursache darin, dass die Menschen die Vergänglichkeit der Welt nicht akzeptieren können. Dadurch ist ihr Schicksal durch das Erleiden einer endlosen Reihe von Leben gekennzeichnet. Dieser Zyklus lässt sich durch den „Achtfachen Weg“ durchbrechen. Dieser „Achtfache Weg“ beinhaltet rechte Einsicht, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Verhalten, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Meditation.

Im Jahre 629 v. Chr. brach der Mönch Xuan Zang von der damaligen Hauptstadt Chang´an auf, um in Indien am Ganges die wahre, reine Lehre zu studieren und die heiligen Schriften nach China zu bringen. Er wanderte durch den gesamten indischen Subkontinent und kehrte nach 17 Jahren mit 675 Schriftrollen, auf denen die buddhistischen Lehren in Sanskrit, der alten indischen Sprache, festgehalten waren, zurück. Die Entzifferung und Übersetzung der Texte dauerte noch einmal 17 Jahre.

Nachdem der Buddhismus nach China gelangte, wandte sich vor allem die Oberschicht dieser neuen Lehre zu. Die drei heimischen Lehren blieben weiterhin bestehen. Buddhismus, Konfuzianismus und Daoismus bildeten von nun an die „drei Glaubenswege“, die sich gegenseitig beeinflussten.

Insbesondere der Buddhismus wurde in China weit mehr als eine Religion. Die Könige der nördlichen Kleinstaaten sahen im Buddhismus eine Bereicherung der chinesischen Tradition und entwickelten ihn zu einer allumfassenden Kultur- und Lebensform.

Der erste Kaiser der Dynastie der nördlichen Wei (386-534 n. Chr.) Daowu war besonders an der neuen Lehre interessiert. Unter seiner Herrschaft entstanden die berühmten Höhlentempel in den Bergen von Wuzhou. Dort sind heute noch 51 000 der circa 100 000 Buddhaskulpturen erhalten. Ihre Gesichter erinnern an die Kaiser der Wei-Dynastie. Eine dieser Statuen ist 17 Meter hoch. Sie ist aus nur einem einzigen Stück Sandstein geschlagen. Der Fuß dieses sitzenden Buddha misst 4,60 Meter, der Mittelfinger 2,30 Meter und das Ohr über 3 Meter. In einem anderen Tempel befinden sich 12 000 kleine Buddhastatuen.

Der 50 Jahre nach Daowu regierende Kaiser Wencheng, beauftragte den Mönch Tanyoumit der Anlage einer kaiserlichen Grotte mit zahlreichen Buddhafiguren. Eine dieser Figuren sollte das Abbild des Kaisers Daowu sein.

In dem „Buch der Wei“ kann man über den Kaiser Daowu lesen: „Der Gründungskaiser ist weise und wohlwollend und wandelt auf dem heiligen Pfad. Er ist wahrhaft eine Verkörperung Buddhas“. Kaiser Daowu wurde damit in den Stand eines Buddhas erhoben, dem höchsten zu verehrenden Wesen. Ihm mussten sich alle Buddhisten unterwerfen. Durch den Buddha-Kaiser verbanden sich kaiserliche Autorität und Buddhismus und gaben den Herrschern absolute Macht. Unter Kaiser Wencheng wurde der Buddhismus zur Staatsreligion und es wurden zahlreiche Tempel errichtet.

Der Buddhismus brauchte als Staatsreligion vor allem die Anerkennung der Bürger. Doch diese waren keine Mönche, welche viele Stunden am Tag die Meditation übten, die Schriften lasen und ihr gesamtes Leben den religiösen Regeln unterwarfen. Die einfachen Bürger brauchten einen einfacheren Glauben.

Der sechste Kaiser der nördlichen Wei-Dynastie, der von 471 bis 499 regierte und schon mit fünf Jahren den Thron inne hatte war als Buddhist erzogen. Er sah sich selbst nicht als Buddha und nahm als Kaiser selbst an Ritualen in den buddhistischen Tempeln teil. Dies trug dazu bei die sozialen Unterschiede zu überwinden und den Buddhismus ins Volk zu tragen. Der Kult des Bodhisattva erlangte immer mehr Bedeutung.

Ein Bodhisvattva ist ein nach Erlösung strebender, der ein erleuchteter Buddha werden wird. Er ist mit einem mitfühlenden Lächeln den leidenden Menschen zugewandt. Den Gläubigen wurde ein einfaches Bekenntnis abgefordert, welches keine komplizierten buddhistischen Texte und Anschauungen benötigte. „Bete zu Maitreya, dem Bodhisattva und er wird in die Welt kommen und Erlösung bringen.“

Der Buddhismus ist in China auch noch in unserer heutigen Zeit die beliebteste Religion in China. Er hat sich, trotzdem er wiederholten Verfolgungen und Verboten ausgesetzt war, behauptet. Bereits 60 Jahre nach der Errichtung der Dynastie der nördlichen Wei wurde Kaiser Taiwu von seinen Ratgebern, die ihm glauben machten, die buddhistischen Mönche planten den Sturz der Regierung, beeinflusst. Der Kaiser verbot daraufhin den Buddhismus und befahl im Jahr 446 alle Buddha-Abbilder zu zerstören. Erst im 6. Jahrundert hob Kaiser Wencheng das Verbot auf und förderte die Lehren des Buddhas.

Durch alle Jahrhunderte hinweg lösten sich Ablehnung und Förderung des Buddhismus gegenseitig ab. Doch die Lehre Buddhas blieb in den Tempeln und in den Herzen der Menschen lebendig.