Beschränkung der Exporte von Seltenen Metallen

In Computern, Handys, DVD-Spielen und vielen anderen High-Tech-Produkten sind sie unverzichtbar, einige Dutzend seltene Metalle. In China liegen die größten Vorkommen dieser raren und unverzichtbaren Rohstoffe. Die chinesische Regierung will nun die Exportquoten dieser Metalle drastisch senken.

Viele Menschen wissen nicht, dass eine große Anzahl der technischen Errungenschaften nur durch einige seltene Metalle möglich sind. Ob Mobiltelefone, Computer, Hybridmotoren, langlebige Akkus oder Solarzellen, alle können ohne einer ganzen Reihe seltener Metalle, wie beispielsweise Thulium, Yttrium, Lanthan, Lutetium, Scandium oder Terbium, nicht hergestellt werden. Der Einsatz der knappen Rohstoffe reicht bis zu Flugabwehrraketen oder Hochleistungs-Windturbinen. Aus diesem Grund herrscht schon heute ein harter Wettbewerb um diese Rohstoffe. Alle diese wertvollen Rohstoffe kommen hauptsächlich in China, genauer gesagt in der inneren Mongolei vor.

Die größten Vorkommen an Seltenen Erden, zu denen insgesamt 17 selten Metalle gehören, finden sich in der Volksrepublik China, die 97 Prozent des Marktes dieser Rohstoffe kontrolliert. 93 Prozent der Förderung der Seltenen Erden erfolgen auf dem Territorium Chinas. Aus diesem Grund ist die High-Tech-Industrie stark von der chinesischen Volksrepublik abhängig. Da der Vorrat auch dieser seltenen Materialien nicht endlos ist, erwägt die chinesische Regierung die Ausfuhr solcher Materialien zu beschränken, beziehungweise für einige der ganz raren Metalle den Export völlig zu verbieten. Derzeit exportiert China jährlich 30.000 Tonnen Seltene Erden.

Schon im Juni 2009 hatten die EU und die USA die Welthandelsorganisation (WTO) eingeschaltet, weil nach ihrer Ansicht die Begrenzung der Exporte anderer Materialien, wie zum Beispiel Bauxit oder Mangan, durch die chinesische Regierung unrechtmäßig wäre. Wang Caifang, eine Funktionärin des Ministeriums für Industrie und Informationsteschnologie, versuchte die Wogen zu glätten mit den Worten: „China wird seine Tore nicht schließen. Wir handeln sehr verantwortlich. Wir treffen keine willkürlichen Entscheidungen.“

Wie die Zeitung „China Daily“ am 19. Oktober 2010 unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Handelsministeriums meldete, wird China im 2011 die Exportquote für seltene Technologiemetalle um bis zu 30 Prozent reduzieren. Bereits im Jahr 2005 reduzierte die chinesische Regierung die Exportquoten mehrfach und auch 2010 gab es eine Kürzung von 40 Prozent gegenüber dem Jahr 2009.

Der Plan der chinesschen Regierung ist aber durchsaus nachvollziehbar. Die Vorkommen einiger seltener Materialien schrumpfen schnell. Sollte China weiterhin soviel exportieren wie bisher, droht der Nachschub für die eigenen Unternehmen zu versiegen. Nach Meinung von Experten wären dann die modernen Industrien und die Armee darauf angewiesen, die seltenen Rohstoffe im Ausland zu teuren Preisen zu erwerben.

Die chinesischen Rohstoffexporteure sehen den Vorstoß ihrer Regierung mit gemischten Gefühlen entgegen. Zum einen ist der Schutz der eigenen Märkte zu begrüßen, aber zum anderen wächst auch die Angst vor Gewinneinbrüchen.

Die zunehmende Verknappung der für die Hochtechnologie so wichtigen Metalle bereitet auch den Unternehmen außerhalb Chinas immer größere Sorgen. Viele der betroffenen Unternehmen rechnen bei bestimmten Rohstoffen mit empfindlichen Preiserhöhungen, die zu einer drastischen Verteuerung der Endprodukte führen könnten. Einige Unternehme sehen sogar ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Verknappung gefährdet.