Innovationspolitik

China verfügt im Grundsatz über alle Instrumente, um ein für Innovationen günstiges Umfeld schaffen zu können. Erhebliche Herausforderungen bestehen aber bezüglich geeigneter Strukturen. Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftseinrichtungen und der Wirtschaft, trotz gut geeigneter Infrastrukturen und Möglichkeiten, in weiten Bereichen noch defizitär ist, kann mittelfristig mit einer internationalen Aufholjagd „chinesischer Forschungscluster“ gerechnet werden, zumal die politisch Verantwortlichen die strukturellen Defizite erkannt haben.

Es ist China bisher nicht vollständig gelungen, eigene Entwicklungskapazitäten und –strukturen so aufzubauen, dass auch international nachgefragte Innovationen entstehen. Nach einem Bericht der OECD (Review of Innovation Policy China), der in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie entstanden ist, bestehen Verbesserungspotenziale insbesondere in der Marktorientierung, der beruflichen und tertiären Ausbildung, dem Ausbildungssystem und dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft.

Der Schwerpunkt der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in der Forschung liegt derzeit in den Themenfeldern Ökologische Forschung/Umwelttechnologie, Biowissenschaften/-technologie sowie Materialwissenschaften und Kulturgüterschutz. Insgesamt existieren 145 Projekte in zehn Themenfeldern. Gemeinsame Forschungsinstitute bzw. Einrichtungen zur Forschungsförderung wurden zwischen 2000 und 2005 gegründet. Im Bereich der Hochschulbildung wurden zahlreiche gemeinsame Studiengänge mit Doppelabschlüssen eingerichtet.

Grundsatz der Zusammenarbeit ist eine gleichberechtigte, projektbezogene sowie institutionelle Forschungs- und Bildungszusammenarbeit. Aufbauend auf der bisherigen erfolgreichen Kooperation soll eine langfristige und strategische, für Deutschland und China gleichermaßen nutzbringende Forschungs- und Bildungspartnerschaft weiter entwickelt werden.