Außenhandel

Chinas Volkswirtschaft ist eng mit der Weltwirtschaft verflochten, wobei dem Außenhandel eine zentrale Rolle zukommt. Im Jahr 2010 entwickelte sich der chinesische Außenhandel sehr dynamisch. Die Wachstumseinbrüche durch die Wirtschaftskrise sind Vergangenheit und China knüpft an die Steigerungsraten der Vor-Krisenjahre an.

Ein- und Ausfuhren sind 2010 im Vergleich zu 2009 um 34,6% Prozent auf insgesamt 2,97 Bill. USD gestiegen. Damit erreichte China knapp hinter den USA (3,25 Bill. USD) den zweiten Platz der größten Handelsnationen der Welt. Das gesamte Exportvolumen 2010 betrug 1,58 Bill. USD. Dies entspricht einem Zuwachs von 31,3%. China bleibt Exportweltmeister vor den USA und Deutschland. Der Import erreichte ein Volumen von 1,39 Bill. USD. Mit einem Plus von 38,7% legte der Import zum zweiten Mal in Folge stärker zu als der Export, wodurch sich der Saldo der Handelsbilanz noch auf +183 Mrd. USD beläuft. Die EU bleibt Chinas größter Abnehmer mit 19,7% der Exporte, gefolgt von den USA (18%), Hongkong (13,8%) und Japan (7,8%). China bleibt auch im Jahr 2011 auf Wachstumskurs. Nach Zollangaben stiegen die Einfuhren im Januar 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat um beeindruckende 51,1% auf 144 Mrd. USD.

China exportierte vor allem elektronische Erzeugnisse (28,5%), Textilien und Bekleidung (13,1%), Elektrotechnik (8,0%) und Maschinen (7,4%) und chemische Erzeugnisse (5,6%). Im Bereich Eisen und Stahl erreichte China mit einem Plus von 67% die höchste Zuwachsrate, konnte jedoch das Vor-krisenniveau von 2008 noch nicht wieder erreichen. Der Export von Fahrzeugen stieg um 54,1% und von chemischen Exporten um 41,2%. Rund zwei Drittel der chinesischen Exportgüter werden von circa 300.000 ausländisch investierten Unternehmen hergestellt.

Die größten Lieferanten bleiben Japan mit 12,7% der Gesamtimporte sowie Südkorea (9,9%) und Taiwan (8,3%). Deutschland liegt auf dem 5. Rang mit einem Importanteil von 5,3%. Knapp ein Fünftel kommt aus der EU (12%) und den USA (7,3%). Die Importe aus den ASEAN-Staaten machen 11,1% der Gesamtimporte aus. Importiert wurden vor allem Maschinen und Fahrzeuge (39,4), Erdöl und -erzeugnisse (11,7%), chemische Erzeugnisse (10,7%) und Erze (9,4%).

Die Bilanz der bisherigen WTO-Mitgliedschaft Chinas seit dem Jahr 2001 ergibt ein gemischtes Bild: Zum Einen hat China die Beitrittsanforderungen in der Gesetzgebung und bei den Zöllen weitestgehend erfüllt. Andererseits hat es sich bisher zurückhaltend in die Verhandlungen eingebracht und sendet durch eine Vielzahl von bilateralen Freihandelsabkommen zweideutige Signale.