Wu Gong – 蜈蚣 – Scolopendra

Als Arznei der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Wu Gong (Scolopendra) erstmals im Shen Nong Ben Cao Jing erwähnt. Die getrockneten Hundertfüssler werden vorwiegend als ein Wind ausleitendes und Spasmen lösendes Mittel verwendet.

Familie:
Scolopendridae

Lateinischer Name:
Scolopendra subspinipes mutilans L. Koch

Deutscher Name:
Hundertfüssler

Englischer Name:
Centipede

Vorkommen:
Hundertfüßler sind in ganz China anzutreffen, die beste Qualität jedoch kommt aus den chinesischen Provinzen Hubei, Jiangsu und Zhejiang.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Von April bis Juni werden die Hundertfüßler gesammelt. Anschließend werden sie an der Sonne getrocknet oder in kochendem Wasser vorgekocht.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf

Funktionskreisbezug:
Leber

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Tiefe, Inneres, Oberfläche

Wirkungsweise:
krampflösend, desinfizierend, entgiftend

Traditionelle Verwendung:

  • Beruhigung von Innerem Wind; Anwendung bei
    Krampfneigung, Zuckungen, epileptiforme Symptomatik, Tetanie, Kinderkrämpfe, Opisthotonus, Apoplexie;
  • Lösung von Krämpfen; Anwendung bei
    Klonischtonischen Krämpfen, Spasmen, Zuckungen;
  • Entgiftung und Desinfizierung; Anwendung bei
    Karbunkeln, schlecht heilende Wunden, Geschwüren, Schlangenbissen;
  • Ausleitung von Wind-Feuchtigkeit; Anwendung bei
    Geschwüren, infizierte Wunden, Lymphknotenverdickungen, rheumatoide Schmerzen;
  • Ausleitung von Hitze-Feuchtigkeit; Anwendung bei
    schlecht heilende Wunden und Geschwüren;
  • Ausleitung von Wind; Anwendung bei
    Krampfneigung, Zuckungen, Schmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen, vr allem in den Armen, Kopfschmerzen

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
1 g bis 3 g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • Bei innerem Wind mit Spasmen, Kontrakturen, Opisthotonus (Krampf vor allem der Streckmuskulatur des Rückens), akuten und chronischen Kinderkrämpfen, Tetanus, Facialisparese (Gesichtslähmung) zusammen mit
    Quan Xue (Buthus), Jiang Can (Bombyx cum batryte), Gou Teng (Uncariae ramulus);
  • Bei Schlangenbissen, Geschwüren und Verwundungen (als Pflaster) zusammen mit
    Gan Cao (Glycyrrhizae radix);

Verträglichkeit:

  • Die Giftigkeit wird durch Kochsalz und Sang Bai Pi (Mori cortex) aufgehoben.

Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft darf Wu Gong (Scolopendra) nicht angewendet werden!

Giftigkeit:
Wu Gong (Scolopendra) ist giftig und wirkt ähnlich wie der Skorpion, jedoch ist die Wirkung stärker!

Warnhinweis:

  • Nicht während der Schwangerschaft und bei Xue-Mangel anwenden!
  • Wegen der Toxizität mit Vorsicht anzuwenden. Wu Gong (Scolopendra) wirkt ähnlich wie der Skorpion, jedoch ist die Wirkung stärker!