Yi Yi Ren – 薏苡仁 – Coicis semen

Der Hiobstränensamen Yi Yi Ren (Coicis semen) wird nicht nur im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet, sondern ähnlich wie Perlgraupen auch zur Zubereitung von Suppen und Eintöpfen. Shen Nong empfiehlt sie als süßes Stärkungsmittel, welches den Sehnen hilft, sich zusammenzuziehen und zu strecken. Weiterhin ist Yi Yi Ren (Coicis semen) auch gegen Wind-Feuchte wirksam. Die Wurzel Jie Le ist Shen Nong zufolge wirksam gegen Darmwürmer.

Familie:
Poaceae (Süssgräser)

Stammpflanze:
Coix lacryma-jobi L.

Deutscher Name:
Tränengrassamen, Hiobstränensamen

Englischer Name:
Coix Seed

Vorkommen:
Yi Yi Ren (Coicis semen) stammt vorwiegend aus den Provinzen Fujian, Hebei und Liaoning.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Herbst werden die Pflanzen nach dem Ausreifen geerntet und gedroschen. Die Samen werden gesammelt und etwas nachgetrocknet.
Yi Yi Ren (Coicis semen) ist gut belüftet und trocken zu lagern, sowie vor Insektenfrass zu schützen.

Temperaturverhalten:
kühl

Geschmack:
süß

Funktionskreisbezug:
Milz, Magen, Lunge, Dickdarm

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Mitte, mittleres und unteres Calorium

Wirkungsweise:
beruhigend, muskelentspannend, schmerzstillend, tumorhemmend, fiebersenkend, blutzuckerspiegelsenkend

Traditionelle Verwendung:

  • Auflösen von Feuchte und Regulierung des Wasserhaushalts, Ableitung von Feuchtigkeit nach unten; Anwendung bei
    spärlichem Urin, Neigung zu Ödemen, Aszites (Bauchwassersucht); rheumatische Beschwerden der Gelenke, Durchfall;
  • Kräftigung der Milz, Stoppen von Durchfall, sowie Ableitung von Entzündungen und Eiter;
  • Auflösen von durch Wind-Kälte verursachten Blockaden;
  • Beseitigung von Wind-Feuchte; Anwendung bei rheumatischen Beschwerden;
  • Ableitung von Feuchte-Hitze, Anwendung bei
    rheumatischen Beschwerden, schmerzhaftes urinieren, Ulzerationen in der Lunge sowie im Darmbereich, blutiger Stuhl, blutiger Auswurf;
  • Klärung von Hitze; Anwendung bei
    Karbunkeln, Abszessen im Lungen- und Darmbereich;
  • Entgiften und desinfizieren; Anwendung bei
    Warzen, Karbunkeln, Abszesse, Furunkeln;
  • Kräftigung der Mitte; Anwendung bei
    Dysenterien (entzündliche Erkrankungen des Dickdarms), Gedunsenheit, Beriberi (Vitaminmangelerkrankung), Bewegungsbehinderung und Krämpfe;

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6g bis 30g; Standard 15g

Kochzeit:
20 min

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Durchfall mit Milzmangel zusammen mit
    Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma) und Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae);
  • bei Hitze-Feuchte-Problemen mit Qi-Schwäche zusammen mit Ban Xia (Pinelliae rhizoma), Hou Po (Magnoliae officinalis cortex), Ku Xing Ren (Armeniacae amarum semen) und anderen Kräutern der Rezeptur San Ren Tang;
  • bei Problemen durch Wind-Feuchte und asthmatischen Leiden zusammen mit
    Ma Huang (Ephedrea herba), Gan Cao (Glycyrrhizae radix) und Shi Gao (Gypsum) im Rahmen der Rezeptur Ma Xing Shi Gan Tang.

Klassische Rezepturen:
San Ren Tang,
Ma Xing Shi Gan Tang,
Shen Ling Bai Zhu San,
Wei Jing Tang

Schwangerschaft:
Yi Yi Ren (Coicis semen) sollte während der Schwangerschaft möglichst nicht angewendet werden!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei während der Schwangerschaft!
  • Nicht anwenden bei starken Nierenleiden!

Rezept für die Küche:

Besonders im Sommer eignet sich der Hiobstränensamen hervorragend für die Zubereitung einer kühlenden Suppe, die wowohl warm als auch kalt gegessen werden kann. Sie ist China sowohl als leichte Zwischenmahlzeit als auch als Dessert beliebt.

Dazu kocht man pro Portion 30 g des Hiobstränensamen 20 Minuten lang mit gerade so viel Wasser, dass sie bedeckt sind und gibt am Ende etwas Kristallzucker dazu. Wichtig ist es keinen raffinerierten Zucker zu verwenden, sonder Kandiszucker oder im Asia-Laden erhältlichen Rock Sugar.

Dieses einfache Grundrezept kann man auch mit Lotussamen (Lian Zi – Nelumbinis semen), Lotuswurzeln (Ou Jie – Nelumbinis nodus rhizomatis), grünen oder roten Bohnen (Mungbohensamen) ergänzen.