Wei Ling Xian – 威灵仙 – Clematidis radix

Während die europäischen Clematisarten in der Kräuterheilkund kaum Verwendung finden, wird die Wurzel der Chinesischen Waldrebe, Wei Ling Xian (Clematidis radix), bereits seit rund 1000 Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet. Erstmal fand diese hilfreiche Arznei im Xin Xiu Ben Cao Erwähnung.
Sie ist zusammen mit Essig und Zucker eingeneommen ein wertvolles Notfallhausmittel, um im Hals steckengebliebene Gräten aufzuweichen.

Familie:
Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse)

Stammpflanze:
Clematis chinensis Osbeck

Deutscher Name:
Chinesische Waldrebewurzel

Englischer Name:
Chinese Clematis Root

Vorkommen:
Die Chinesische Waldrebe ist vor allem in den chinesischen Provinzen Anhui, Jiangsu und Zhejiang, in Nord und Nordostchina, in den Provinzen Jiangsu und Shandong anzutreffen.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Herbst werden die Wurzeln ausgegraben, von der Erde gereinigt und an der Sonne getrocknet. Wei Ling Xian (Clematidis radix) ist trocken zu lagern.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf, salzig

Funktionskreisbezug:
Harnblase, Dünndarm

Wirkrichtung:
emporhebend

Wirkort:
Meridiane

Wirkungsweise:
antibakteriell, den Blutzuckerspiegel senkend, tumorhemmend, schmerzstillend, den Harnfluss reduzierend

Traditionelle Verwendung:

  • Vertreibung von Wind und Feuchtigkeit; Anwendung bei
    rheumatischen Erkrankungen im Bereich der Schultern und Arme, Gefühlslosogkeit und Steifheit in Armen und Beinen;
  • Beseitigung von durch Feuchtigkeit verursachten Blockaden; Anwendung bei
    rheumatischen Beschwerden;
  • Beseitigung von durch Wind verursachten Blockaden; Anwendung bei
    Gelenkbeschwerden, ziehenden Schmerzen;
  • Ausleitung von Hitze-Feuchte; Anwendung bei
    Schwellungen der Beine und Beschwerden beim Gehen;
  • Befreiung der Luo-Gefäße und der Sinne; Anwendung bei
    Muskelkrämpfen, Behinderungen beim Beugen und Strecken der Gelenke, Fischgerätegefühl im Hals, bei Knochen oder Fischgräten, die im Hals stecken geblieben sind;
  • Beseitigung von Schmerzen; Anwendung bei
    Muskelkrämpfen;
  • Anregung der Zirkulation des Qi in allen Meridianen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 12g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Gelenkschmerzen in der unteren Körperhälfte verursacht von Wind-Feuchte zusammen mit
    Huai Niu Xi (Achyranthis bidentatae radix) oder Du Huo (Angelicae pubescentis radix);
  • bei rheutischen Schmerzen in der oberen Rückenpartie und den Schulternzusammen mit Kräutern, auf die obere Körperhälfte ausgerichtet sind, wie beispielsweise Qiang Huo (Notopterygii rhizoma et radix).

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Mangelsyndromen des Blutes, Yin-Mangel oder Qi-Mangel!
  • Nicht über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen anwenden, da Wei Ling Xian (Clematidis radix) dann dazu neigt das Qi zu schwächen!