Kräuter der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Grundeigenschaften der Arzneien in der TCM

Die Darstellungen des menschlichen Körpers und der für chinesische Arzneien verwendeten Pflanzen unterscheiden sich deutlich von der Sichtweise der westlichen Medizin.

Die chinesischen Heilkräuter werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nach deren ureigenen Merkmalen sowie nach den Wirkungen auf den Körper des Menschen eingeteilt. Dies gilt nebenbei gesagt auch für die traditionelle Medizin des Westens. Denn bevor es möglich wurde, die verwendeten Arzneimittel durch chemische Analyse nach der Wirkung der einzelnen Bestandteile wie beispielsweise Alkaloide, Saponine oder Steroidverbindungen einzuteilen, hielt man sich an die offensichtlichen Merkmale der Heilkräuter wie Geschmack und Wirkung auf die wahrscheinlich beeinflussten Organe klassifiziert. Speziell in der TCM werden die verwendenten Arzneien nach ihrer Temperatur, ihrem Geschmack, den Wirkungen auf die Organe, ihres Richtungseinflusses im Körper des Menschen und anhand der aus der Akupuktur bekannten Meridiane klassifiziert.

Einteilung nach der Temperatur:
heiß, warm, neutral, kühl, kalt

Einteilung nach dem Geschmack:
süß, sauer, bitter, scharf, salzig, zusammenziehend, mild, neutral

Einteilung nach der Meridianen:
Leber, Lunge, Herz, Nieren, Milz, Gallenblase, Dickdarm, Dünndarm, Harnblase, Magen, Herzbeutel, Dreifach-Erwärmer (San Jiao)

Einteilung nach der Richtung:
hebend, senkend, schwebend, sinkend

Praktische Anwendung der Klassifizierungen

Die Aufgabe der Heilkräuter in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist der Ausgleich der Symptome einer Erkrankung und die Wiederherstellung des inneren Gleichgewichts.

Mit Kälte einhergehende Leiden wie Verkühlung, Erkältung oder rheumatische Schmerzen werden mit wärmenden Heilkräutern therapiert. Fieber und mit Wärme einhergehende Krankheitsbilder werden dagegen mit kühlenden Heilkräutern und Arzneien behandelt.

Die Wurzel der Roten PfingstroseChi Shao Yao, ist als leicht kalt mit bitterem Geschmack und auf den Leber-Meridian wirkend eingeteilt. Sie wird unter anderem bei unzureichender Kühlung in Verbindung mit Hitze im Blut zur Ableitung des Leber-Feuers angewendet. In der TCM wird die Leber auch mit Menstruationsproblemen in Verbindung gebracht. Chi Shao Yao wird deshalb auch oft gegen Regelschmerzen zur Anwendung gebracht. Desweiteren findet Chi Shao Yao auch in Rezepturen zur Behandlung von Exemen Anwendung.

Die Wurzel des Baikal-HelmkrautHuang Qin, wird als kalt klassifiziert und daher zur Behandlung von mit Hitze einhergehenden Beschwerden eingesetzt. Durch die als kalt eingestufte Temperatur dieser Arznei wirkt Huang Qin untern anderem auch fiebersenkend.

Die YamswurzelShan Yao, ist im Unterschied zu Chi Shao Yao und Huang Qin eine neutrale Arznei. Ihr Anwendungsgebiet ist dadurch bedeutend breiter gefasst.