Deutsche Namen chinesisch schreiben

Deutsche Namen chinesisch schreiben

Viele Deutsche haben den Wunsch ihren Namen mit chinesischen Schriftzeichen zu schreiben und suchen eine 100prozentige Übersetzung. Die gibt es aber leider nicht. Eine „richtige“ Übersetzung existiert nur für Namen von historischen oder berühmten Persönlichkeiten. Hier hat mal jemand eine Übertragung  ins Chinesische erdacht und alle anderen nutzen diese dann auch. Doch es gibt einige sinnvolle Möglichkeiten der Übertragung ins Chinesische, welche gut klingen und auch gut aussehen.

Die chinesische Schrift besteht nicht aus Buchstaben, sondern aus Bildzeichen, welche eine oder mehrere feste Bedeutungen haben. Zum Beispiel steht das Zeichen 山 (shān) für Berg bzw. Hügel. Auch in der japanischen Schrift gibt es dieses Zeichen mit der selben Bedeutung. Das japanische Wort dafür ist allerdings „yama“.

Die Zusammensetzungen übertragener deutscher Namen folgen nicht den Regeln für chinesische Namen, bei denen meist ein Zeichen für den Familiennamen und zwei Zeichen für den persönlichen Namen verwendet  werden.

Recherche

Zunächst sollte man ein Wörterbuch zurate ziehen. Möglicherweise gibt es schon eine treffende Übertragung ins Chinesische. Auch das Internet kann hilfreich sein, hier findet man oft gleich mehrere Beispiele auf verschiedenen Seiten. Wenn ein chinesischer Muttersprachler, der auch gut Deutsch kann, zur Verfügung steht, ist es auch eine sehr gut Idee, diesen um Rat und Hilfe zu bitten.

Findet man für den gesuchten Namen bereits einen Eintrag im Wörterbuch, hat es den großen Vorteil, dass Chinesen den Namen rück-übersetzen können. Sie finden dann einfach die deutsche Schreibweise, wenn die dir chinesische Zeichenfolge im Wörterbuch nachschlagen oder im Internet eingeben.

Übertragung ins Chinesische

Um einen deutschen Namen ins Chinesische zu übertragen, geht man normalerweise folgendermaßen vor:

  1. Der Name wird in Silben zerlegt.
  2. Zu jeder Silbe werden entsprechend chinesische Wortsilben gesucht.
  3. Zu den gefunden Silben sucht man die entsprechenden chinesischen Zeichen.
  4. Danach beschäftigt man sich mit der Bedeutung der Zeichen.
  5. Man wählt dann die Zeichen mit der passendsten Bedeutung bzw. mit der Bedeutung, die einem am Besten gefällt.
  6. Abschließend sollte man prüfen, ob zu der gewählten Zeichenfolge bereits ein chinesisches Wort existiert. Es könnte dann etwas Verwirrung stiften, vielleicht eine komische, vielleicht auch eine peinliche.
  7. Existiert dazu kein Wort, kann man die gewählte Zeichenfolge für die Übertragung des Namens in Chinesische beruhigt verwenden.

Zur Veranschaulichung hier eine mögliche Variante zum Namen „Jörg“:

Jörg besteht nur aus einer Silbe, die keine Entsprechung im Chinesischen hat. Hier kann man sich mit der Splittung der Silbe behelfen. Eine Möglichkeit wäre:

Jö – yue / r- er / g – ge

 

Mögliche Zeichen dazu wären:

约 yuē (vereinbaren, verabreden)

尔 ěr (du)

格  gé (Karomuster, Norm, Standard)

Jörg – 约尔格

Hier kommt leider keine schöne Bedeutung zustande, was wirklich oft passieren wird. Der Name wird aber für Chinesen lesbar. Dies ist auch der eigentliche Sinn einer Übertragung. Die entstehende oder nicht entstehende Bedeutung ist dabei nicht wichtig. Diesen Namen kann man dann wirklich in China benutzen, er wird aber meistens bedeutend anders klingen, als das deutsche Original. In China kann es auch vorkommen das der Kellner den Namen, wenn er ihn nur hört, anders schreibt und das Hotelpersonal wieder andere Zeichen benutzt.

Hier noch ein Beispiel für den weiblichen Vornamen „Silvia“:

Silvia besteht schon aus zwei Silben, jedoch auch ohne Entsprechung im Chinesischen. Denkbar wäre hier ein Splitt in vier einzelne Silben:

Si – xi / l  – er/ v – wei / ia – ya

西 xī  (Westen)

尔 ěr (du)

伟 wěi (großartig)

芽 yá (Auge, Augen)

Silvia – 西尔伟芽

Eine wirkliche Bedeutung gibt es auch hier nicht. Doch man könnte „Du aus dem Westen mit den großartigen Augen“ hineininterpretieren.

Traditionelle und verkürzte Schriftzeichen

Viele Deutsche möchten den chinesischen Schriftzug ihres Namens auch auf einem Namensschild, einer Visitenkarte oder gar als Tatoo auf der Haut sehen. Hier spielt natürlich auch die Ästhetik der Zeichen eine größere Rolle. Da es in der Vergangenheit mehrer Reformen der chinesischen Schrift gegeben hat, kann man hier auch teilweise zwischen den verkürzten und den traditionellen wählen. Die traditionellen Zeichen sind etwas umfangreicher und komplizierter, dafür sehen sie aber viel schöner aus.

Um bei den genannten Beispielen zu bleiben, hier eine kleiner Vergleich zwischen verkürzter und traditioneller Schrift:

Jörg – 约尔格 –> 約爾格

 

Silvia – 西尔伟芽 –> 西爾偉芽