Die chinesische Schrift

Die chinesische Schrift besteht aus Ideogrammen, einzelnen bildhaften Zeichen, welche sich zu Wörtern zusammensetzen lassen. Sie entstand vermutlich am Anfang des zweiten Jahrtausend v. Chr. und wurde zunächst auf Knochen, später auf Bronzegefäße aufgetragen. Mit der Erfindung des Schreibpinsels um 1000 v. Chr. schrieb man auf Bambustafeln, vom zweiten Jahrhundert v. Chr. an auf Seide und seit 105 n. Chr. auf Papier.

Zunächst waren die chinesischen Schriftzeichen Teil einer Bildschrift. Jedes Zeichen stellte ein Wort dar. Um auch Begriffe, die man nicht bildlich ausdrücken kann, schreiben zu können, kamen bald auch Lautzeichen hinzu. So bestehen die heutigen chinesischen Schriftzeichen aus einem bedeutunggebenenden Teil, auch Radikal oder Wurzel genennt, und einem lautgebenden Teil. Jedes Schriftzeichen steht für eine Silbe. Alle Zeichen benötigen den gleichen Platz auf dem Papier.

Die etwa 4000 Jahre existierende Schrift ist in der letzten Zeit immer weiter vereinfacht worden. 1956 wurde in der Volksrepublik China eine allgemeine Schriftreform durchgeführt, in deren Folge die Anzahl der Striche für die am häufigsten benutzten Zeichen stark reduziert wurde. So wurden aus den „Langzeichen“ die „Kurzzeichen“.

Die Basis der Schriftzeichen sind einzelne Striche. Jedes Zeichen setzt sich aus einem bis zu über 20 Strichen zusammen. In ihrer Gesamtheit bestehen die Zeichen aus acht Grundelementen, die miteinander kombiniert werden.

Die acht Grundelemente:

  • der Punkt (diǎn)
  • der waagerechte Strich (héng)
  • der Aufstrich (tí)
  • der senkrechte Strich (shù)
  • der Bogen nach links (piě)
  • der Bogen nach rechts (nǎ)
  • der Haken nach links
  • der Haken nach rechts

Grundregeln beim Schreiben:

  • horizontale Striche werden immer von rechts nach links geschrieben
  • vertikale Striche werden immer von oben nach unten geschrieben
  • kreuzt sich ein horizontaler Strich mit einem vertikalen, so wird der horizontale immer zuerst geschrieben
  • der Bogen nach links wird immer vor dem Bogen nach rechts geschrieben
  • zusammengesetzte Zeichen werden immer von oben nach unten und von links nach rechts geschrieben

Die drei Arten der Schriftzeichen:

Piktogramme:
Sie sind stark vereinfachte Darstellungen gegenständlicher Begriffe und entstanden durch mehrere Vereinfachungen der Zeichen im Laufe der Zeit. Mit etwas Phantasie lassen sich Ähnlichkeiten zu den ursprünglichen Zeichen erkennen.

Ideogramme:
Ideogramme sind bildliche Darstellungen abstrakter Sachverhalte. So bilden beispielsweise die Zeichen für Mensch 人 und Baum 木 das Zeichen für ausruhen 休(ein Mensch der an einem Baum lehnt).

Ideophonogramme:
Dies sind aus zwei Elementen zusammengesetzte Zeichen. Durch das eine Element lässt sich die Bedeutung erschließen. Dieses Element wird Radikal genannt. Das zweite Element bestimmt die Aussprache.

Radikale

Das Radikal, auch Wurzel genannt, ist eine graphische Grundkomponente und ist in jedem Schriftzeichen enthalten. In den meisten Fällen weist der Radikal auf die Bedeutung des Zeichens hin. Beipielsweise gibt es die Radikale „Wasser“, „Feuer“, „Holz“ usw. So beinhalten Zeichen, welche Gefühle beschreiben den Radikal „Herz“, Baumnamen haben das Zeichen für Holz 木 als Radikal.

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