Henan

Henan (河南省; Hénán Shěng; Abkürzung 豫; Yù – nach Yuzhou 豫州 benannt) wird oft auch als Zhongyuan oder Zhongzhou (中州), was wörtlich „zentralen Ebenen“ oder „Mittelland“ bedeutet, obwohl der Name auch auf die Gesamtheit des eigentlichen China angewendet wird. Der Name Henan selbst bedeutet „Südlich des Flusses“. Etwa ein Viertel der Provinz liegt jedoch nördlich des Gelben Flusses , der auch als “ Huang He “ bekannt ist.

Henan ist die Wiege der chinesischen Zivilisation mit über 5.000 Jahren Geschichte, und blieb das kulturelle, wirtschaftliche und politische Zentrum Chinas, bis vor etwa 1000 Jahren. In der Provinz befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten des kulturellen Erbes Chinas, einschließlich der Ruinen der Shang-Dynastie, der Hauptstadt Yin und dem Shaolin-Tempel. Weiterhin befinden sich vier der acht großen alten Hauptstädte Chinas in Henan: Luoyang, Anyang, Kaifeng und Zhengzhou.

Mit einer Fläche von 167.000 Quadratkilometern, bedeckt enan einen großen Teil der fruchtbaren und dicht besiedelten Nordchinesischen Ebene. Die benachbarten Provinzen sind Shaanxi, Shanxi, Hebei, Shandong, Anhui und Hubei. Henan ist Chinas drittgrößte Provinz mit einer Bevölkerung von über 94 Millionen Menschen. Wenn es Henan ein eigenständiges Land wäre, würde es auf Platz 12 ser bevölkerungsreichsten Länder der Erde sein, hinter Mexiko und vor den Philippinen.

Henan ist wirtschaftlich die fünftgrößte Provinz Chinas und die größte unter den Provinzen im Landesinneren. Allerdings ist das BIP pro Kopf im Vergleich zu anderen östlichen und zentralen Provinzen deutlich geringer und so zählt Henan zu den weniger entwickelten Gebiete in der Volksrepublik China. Die Wirtschaft setzt weiter auf die schwindende Aluminium- und Kohlevorräte sowie auf die Landwirtschaft, die Schwerindustrie, den Tourismus und den Einzelhandel. High-Tech-Industrie und Dienstleistungsbereich sind unterentwickelt und konzentrieren sich um Zhengzhou und Luoyang.

Tourismus

Henan befindet sich in dem Tal des Gelben Flusses, in dem früher schon die antiken Menschen lebten. Früher in der Jungsteinzeit, als sich die Zivilisation zu entwickeln begann, entstanden hier die feinen Töpferarbeiten der Peiligang- und der Yangshao-Kultur. Die Schriftzeichen und Musikinstrumente, die vor 8000 Jahren entwickelt wurden, sind noch heute Zeugen der alten Zeiten voller Wunder. Drei der sieben alten Hauptstädte von China sind in Henan: Luoyang, Kaifeng und Anyang. Henan ist eine der wenigen Provinzen, in denen sich sehr viele historische Relikte befinden. Es gibt 16 wichtige nationale Sehenswürdigkeiten, die von der historischen Zeit zeugen und 267 durch von der Provinz unter Schutz gestellte historische Relikte. Zählt man die oberirdische historische Relikte zusammen, steht Henan in China an zweiter Stelle. Hier befindet sich ein Achtel aller historischen Relikte in Chinas.Bei den unterirdischen historische Relikten nimmt die Provinz den ersten Platz ein. Im Henan-Museum gibt es 120.000 historische Relikte, darunter über 40.000 seltene.

Um die Provinzhauptstadt Zhengzhou gibt es nur eine bedeutende Sehenswürdigkeit, das Shaolin-Kloster. Es wurde vor 1500 Jahren, zur Zeit der Nördlichen Wei-Dynastie, am Fuße des Song-Shan-Gebirges nahe des Gelben Flusses errichtet und liegt ruhig und verlassen in den Bergen. Der damalige Kaiser ließ es zu Ehren des indischen Mönchs Ba Tuo bauen, da dieser ihn in politischen Fragen gut beraten hatte. Etwa 20 Jahre später traf in Shaolin der indische Mönch Bodhidharma (chin. Da Mo, jap. Daruma) ein, um seine Auffassung des Buddhismus zu verbreiten, die heute als Chan- oder Zenbuddhismus bekannt ist. Er war erschrocken über den schlechten körperlichen Zustand der buddhistischen Mönche (hervorgerufen durch langes Sitzen beim Meditieren) und ersann ein Übungssystem, um den Körper der Mönche zu trainieren und gesund zu erhalten. Übungen wie Xi Sui Jing (Waschung des Marks) und Yi Jin Jing (Transformation der Sehnen und Bänder) waren der Ursprung des Shaolin Quan Kung Fu. Der Pagodenwald, Talin, liegt einen knappen Kilometer südwestlich des Klosters Shaolin. Es ist der Friedhof der Klosteranlage mit 220 kleinen Pagoden, die die Asche berühmter Mönche enthalten. Die unterschiedlich gestalteten Pagoden sind sämtlich nach Süden ausgerichtet.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Gaocheng Observatorium, das älteste astronomische Observatorium in China.
Die jährliche Peony-Show in Luoyang.
Der Berg Jigong an der südliche Grenze.
Der Berg Song, nahe Dengfeng, einer der fünf heiligen Berge Chinas.
Der Shaolin-Tempel am Berg Song.
Die Longmen-Grotten, nahe Luoyang, ein Weltkulturerbe der UNESCO seit 2000.
Die Songyue Pagode.
Yinxu in Anyang, ein Weltkulturerbe der UNESCO.
Der Youguo-Tempel mit der Eisen-Pagode.
Der Tempel des weißen Pferdes in Luoyang.
Baligou in Xinxiang.
Der Bigan-Tempel (比干庙) in Xinxiang.
Das Luwang-Mausoleum (潞王陵) in Xinxiang.
Das Guan-Gebirge (关山) in Xinxiang.
Das Tongbai-Gebirge (淮渎) in Nanyang.