Anhui

Die am Jangtsekiang im Südosten Chinas gelegene Provinz Anhui (安徽, Ānhuī) ist 1667 aus der Teilung der Provinz Jiangnan in Anhui und Jiangsu hervorgegangen. Der Name „Anhui“ leitet sich von den Städtenamen Anqing und Huizhou (heute: Huangshan) ab. Die Hauptstsdt der chinesischen Provinz Anhui ist Hefei. Die angrenzenden Provinzen sind Henan, Hubei, Jiangsu, Jiangxi, Shandong und Zhejiang.

Anhui DetailkarteDie Provinz Anhui liegt nur wenige Autostunden westlich von Shanghai und etwa 2 Flugstunden südlich von Peking. Zwar liegt Anhui im Osten von China, jedoch nicht direkt am Meer.

Anhui ist immer noch eine sehr ländlich geprägte Provinz Chinas. Trotzdem ist sie mit 59 860 000 Einwohnern fast so groß wie Frankreich oder Großbritannien. Mit 429 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Anhui auch die am dichtesten bevölkerte Provinz Chinas. Zum Vergleich: in Deutschland leben im Durchschnitt 242 Einwohner je Quadratkilometer.

Anhui setzt sich auf Bezirksebene aus 16 bezirksfreien Städten zusammen:

Anhui-KarteHefei – 合肥市 (1);
Anqing – 安庆市 (2);
Bengbu – 蚌埠市 (3);
Bozhou – 亳州市 (4);
Chizhou – 池州市 (5);
Chuzhou – 滁州市 (6);
Fuyang – 阜阳市 (7);
Huaibei – 淮北市 (8);
Huainan – 淮南市 (9);
Huangshan – 黄山市 (10);
Lu’an – 六安市 (11);
Ma’anshan – 马鞍山市 (12);
Suzhou – 宿州市 (13);
Tongling – 铜陵市 (14);
Wuhu – 芜湖市 (15);
Xuancheng – 宣城市 (16).

Klima

Anhui liegt im Grenzbereich zwischen gemäßigtem und subtropischem Klima. Hier die warmen und kalten Luftströmungen der Küste und des Binnenlandes aufeinander. Daher ist das Klima wechselhaft, wobei es besonders im Gebiet des Flusses Huai He immer wieder zu Überschwemmungen, aber auch zu Dürren kommt. Die Jahresniederschläge steigen von rund 700 mm im Norden bis auf über 2000 mm am Huang Shan im Süden an.

Die beste Reisezeit um die Berge im Süden von der Provinz zu besuchen ist der Frühling und der Herbst. In dieser Zeit ist die Aussicht am schönsten. Im Juni beginnt eine kurze, ungefähr zwanzig Tage lange, auch Pflaumenregen genannte Regenzeit. Wer jedoch lieber Schnee mag, sollte im Winter in die Berge von Anhui fahren. Die verschneiten Berge sehen dann ganz besonders beeindruckend aus.

Die Temperaturen sind in Anhui ein wenig milder als in Deutschland. Im Sommer bewegen sie sich durchschnittlich um die 27 °C, im Winter meist um den Gefrierpunkt. Auf den Bergen des Huangshan-Gebirges liegen die Temperaturen jedoch oft deutlich darunter.

Wirtschaft

Die überwiegend landwirtschaftlich geprägte Provinz Anhui galt bis 1949 als rückständigste Provinz Ostchinas. Doch inzwischen hat sie sich zu einem Zentrum der Schwerindustrie, vor allem der Automobilindustrie um den Hersteller Chery in Wuhu entwickelt.

Tourismus

Huang Shan
Huang Shan

Anhui bietet eine Vielzahl von interessanten und beeindruckenden touristischen Zielen und ist auch deswegen eine der am meist bereisten Provinzen in China.

Die größte Sehenswürdigkeit der Provinz ist der 1.841 Meter hohe Huang Shan ( 黄山, Huáng Shān). Er wird von den Chinesen so sehr geschätzt, dass Xie Xiake unwidersprochen sagen kann: Wer auf dem Huang Shan war, schaut keinen anderen Berg mehr an. Die außerordentliche Schönheit des Huang Shan äußert sich in den Augen der Chinesen in der vollendeten Harmonie von kühnen Felsformationen mit den vom Regen ausgewaschenen Schluchten, uralten knorrigen Kiefern, heißen Quellen und geheimnisvollen Wegen und Brücken.

Ein viel besungenes Wetterereignis ist das sogenannte Wolkenmeer, bei dem die Bergspitzen, vom Gipfel aus betrachtet, aus einem Ozean aus Wolken aufragen. Neben dem Tourismusmagneten Huang Shan gibt es noch den 1.342 Meter hohen Jiuhua Shan, einen der vier heiligen Berge des chinesischen Buddhismus.

Der Huang Shan ist das touristische Gravitationszentrum der Provinz und ist von Shanghai und Hangzhou (von Osten) oder von Wuhan (von Westen) leichter zu erreichen als von der Provinzhauptstadt Hefei aus. Hefei selbst ist eine schnell gewachsene, von der Industrie geprägte Großstadt.

Kultur

Aus Anhui stammen eine ganze Reihe moderner Schriftsteller. Unter ihnen befinden sich Namen wie Hu Shi und Chen Duxiu. Chen Guidi und Wu Chuntao fanden wegen ihrer Reportage „Zur Lage der chinesischen Bauern“ internationale Beachtung.

Die Stadt Bozhou

Die Stadt Bozhou an der Grenze zur Provinz Henan ist die Heimat Hua Mulans, eines Mädchens, das an Stelle seines Vaters zwölf Jahre lang in der Armee diente und sich dort Verdienste erwarb. Für diese Geschichte interessierte sich auch Disney und drehte 1999 einen gleichnamigen Trickfilm, der weltweit erfolgreich wurde.
Bozhou ist weiterhin bekannt als Zentrum des Handels mit Rohstoffen für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und als historischer Stützpunkt des Generals Cao Cao. In der Nähe der Stadt fiel am 20. Oktober 1977 der Meteorit Boxian vom Himmel, in dem das neue Mineral Zhanghengit entdeckt wurde.