Lockerung der Ein-Kind-Politik

25. November 2013
Auf der letzten Sitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas wurden eine Reihe von Reformen auf den weg gebracht. Neben wirtschaftlichen Reformen wie der Öffnung des Bankensektors für kleinere und mittlere privaten Banken soll es auch Verbesserungen für die 200 Millionen Wanderarbeiten geben und die Zahl der Delikte, die zur Todesstrafe führen, sollen schrittweise verringert werden. Nicht zuletzt wird auch die seit den späten 1970er Jahren bestehende Ein-Kind-Politik deutlich gelockert.

Nach den Plänen der Regierung dürfen Paare, von denen ein Partner aus einer Ein-Kind-Familie stammt, künftig zwei Kinder haben. Bisher galt diese Regelung nur für Paare, bei denen beide Partner selbst Einzelkinder waren. Um eine „langfristige, ausgewogene Entwicklung der Bevölkerung“ zu fördern, werden weitere Anpassungen in der Familienpolitik in Aussicht gestellt.

Die Ein-Kind-Politik wurde ins Leben gerufen, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen. Danach durften in Städten lebende Paare nur ein Kind bekommen. Paaren auf dem Land war ein zweites Kind gestattet, wenn das erste ein Mädchen ist. Weiterhin gibt es ein Reihe von Ausnahmeregelungen für Familien ethnischer Minderheiten. Eine erste Lockerung dieser Politik erlaubte es auch Paaren ein zweites Kind, bei denen beide Partner bereits Einzelkinder sind.

Die Geburtenrate in China ist inzwischen eine der geringsten Geburtenraten der Welt. Durchschnittlich kommen auf eine chinesische Frau nur noch 1,55 Kinder.

 

Der Vorstoß der Regierung ist nicht unumstritten. Skeptiker sind der Meinung, dass China immer noch ein dicht bevölkertes Land ist und dass der Druck auf Wirtschaft, Gesellschaft, Ressourcen und Umwelt noch lange Zeit bestehen wird.

 

Zuversichtlich dagegen reagierten einige Wirtschaftszweige. Die Aktienkurse börsennotierter chinesischer Molkereiunternehmen haben seit dem Bekanntwerden der Reformen deutlichen Aufwind erfahren. Die Investoren rechnen mit einem steigenden Absatz von Babymilchpulver. Auch die Hersteller von Kinderspielzeug, Kindertextilien, Autokindersitzen und andere sollten von der Reform profitieren können.