Experten fordern ein Ende der Ein-Kind-Politik

Seit dem Inkrafttreten habe die Ein-Kind-Politik bereits 400 Millionen Geburten in dem mit 1,3 Milliarden Bewohnern bevölkerungsreichsten Land der Welt verhindert. Darauf verweist die Regierung Chinas bei Diskussionen über diese umstrittene Regelung, die auf der anderen Seite auch zu einer nicht unerheblichen Zahl von Zwangsabtreibungen und Sterilisationen führte.

Inzwischen hat sich eine der Regierung nahestehende Expertenkommission für ein Umdenken und einen schrittweisen Ausstieg aus der staatlichen Ein-Kind-Politik ausgesprochen. Demnach sollten bis zum Jahr 2015 zwei Kinder pro Familie erlaubt sein und im Jahr 2020 solle dieses Gesetz vollständig abgeschafft sein. Die Experten gehen sogar soweit, sich für einen sofortigen Stopp der Geburtenbegrenzung in einigen Provinzen auszusprechen.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete bereitss am Dienstag, den 30.10.2012 über den Bericht und zitiert daraus. „China hat einen hohen politischen und sozialen Preis für die Regelung bezahlt“.

Aus den Kreisen der Regierung gab es zu diesem Bericht noch keine Stellungnahme und es bleibt unklar, ob sie bereit sein könnte zu einer Umsetzung der Empfehlungen der Experten umzusetzen.

Die aktuelle Gesetzgebung verbietet Paaren in städtischen Gebieten mehr als ein Kind zu haben. In ländlichen Gegenden dürfen Familien ein zweites Kind bekommen, sollte das Erstgeborene ein Mädchen sein. Weiterhin gibt es ein Reihe von Ausnahmeregelungen für Familien ethnischer Minderheiten.

Bei Verstößen gegen diese Regelungen warten drastische Strafen die von hohen Geldbußen über Verlust des Arbeitzplatzes bis hin zu Zwangsenteignungen. Eine Folge dieser Politik sind erzwungene Abtreibungen und Sterilisationen, die in der Volksrepublik China zwar verboten sind, aber trotzdem immer wieder durchgeführt werden.

Auch entstehen durch die Begrenzung der Geburten zukünftige Probleme in der Familienstruktur und auch die Überalterung der Gesellschaft wird beschleunigt, was ein weit ersthafteres Problem werden könnte. Während sich in den OECD-Staaten der Prozess der Alterung der Gesellschaft, bei dem sich der Anteil der Sechzigjähringen in der Bevölkerung innerhalb von ungefähr hundert Jahren auf 18 Prozent verdoppelt hat, könnte sich diese Entwicklung in China innerhalb nur einer Generation vollziehen.