Konfuzianismus

Der Konfuzianismus ist in China zusammen mit dem Daoismus und dem Buddhismus einer der „drei Glaubenswege“, die sich gegenseitig beeinflussten.

Konfuzius war der bedeutenste Philosoph und Weisheitslehrer Chinas. Er lebte von 551 bis 479 v. Chr. in der Zhou-Dynastie, einem Goldenen Zeitalter, in dem die gesellschaftliche Harmonie fast vollkommen war. Sein eigentlicher Name „Meister Kong Fu Zi“ wurde im Westen latinisiert und als Konfuzius bekannt.

Die Zeit des Konfuzius

Konfuzius
Konfuzius in den Gärten der Welt – Berlin

Konfuzius wurde in Qufu im Staat Lu, der heutigen Provinz Shandong im Osten Chinas, als Mitglied eines alten Adelsgeschlechtes im Staat Lu geboren. Dort wurde ihm zu Ehren ein Tempel gebaut, der größte in China. Sein Vater, ein tapferer Krieger, starb drei Jahre nach seiner Geburt und so wurde er von der Mutter erzogen. Er lernte, trotzdem er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, die „sechs Künste“ Bogenschießen, Wagenlenken, Schreiben, Rechnen, Tanz und Musik. Kurz nachdem er mit neunzehn Jahren heiratete, wurde er Vater. Zunächst verdiente er seinen Lebensunterhalt als Aufseher eines Getreidespeichers. Später fängt er auch an zu unterrichten. Im Jahr 516 v. Chr. wird Konfuzius verbannt. Nach seiner Rückkehr wird er Verwaltungsbeamter und anschließend Minister. Er ist geprägt durch eine konsequente Auffassung von Tugend und Moral, wodurch er sich sich bei den Herrschenden unbeliebt macht und schließlich seine Ämter verliert. Obwohl er sich anschließend bis zu seinem Tod ausschließlich dem Schreiben beschäftigte, hielt hielt er keine seiner Lehren schriftlich fest. Seine Schüler schrieben die Lehren im „Buch der Gespräche“ auf und überlieferten sie so der Nachwelt.

Die Zeit des Konfuzius war von andauernden Kriegen und Machtkämpfen geprägt, die sich vor allem Im Lössgebiet des Gelben Flusses abspielten. Der „Frühling und Herbst“-Periode (770 bis 467 v. Chr.), in die Konfuzius hinein geboren wurde, folgte die Periode der „Streitenden Reiche“ (475 bis 221 v. Chr.) während der die Zhou-Dynastie zerfiel und einzelne Regionalherren zu rivalisieren begannen und mit riesigen Armeen um die Macht kämpften. Diese wirre Zeit war aber auch eine Zeit des geistigen Aufbruchs in der Wanderlehrer zum Frieden aufforderten und ihre eigenen intellektuellen Lösungen für die vielfältigen Probleme dieser Zeit anboten.

Es entwickelten sich viele Denkschulen, weswegen diese Epoche auch Zeit der“ Hundert Schulen“ der Philosophie genannt wird. Obwohl Konfuzius während der Zeit in der er lebte keinen Erfolg mit seinen Überlegungen hatte, hat sich vor allem seine Schule durchgesetzt.

Die Lehren des Konfuzius

Seine Lehren, die sich vor allem mit den am Hof und in aristokratischen Familien gepflegten Riten befasste, versuchte Konfuzius auch anderen Schichten der Gesellschaft zugänglich zu machen. Seiner Ansicht nach trugen sie zur sittlichen Erziehung des Menschen und zur Ordnung im Staat bei. Nicht nur in China, auch in anderen Ländern Asiens haben seine Lehren das menschliche Verhalten und die Staatsformen mitbestimmt.

Konfuzius interessierte sich schon frühzeitig als Kind für die religiösen Zeremonien und Bräuche das Altertums. Er war der Meinung, dass durch die Erneuerung des Altertums die Friedlosigkeit der Zeit überwunden und die Menschen wieder auf den richtigen Weg geführt werden können. Dabei wollte er nichts neues Lehren, sondern eine Rückbesinnung auf die alten Werte des goldenen Zeitalters als eine Grundlage des Zusammenlebens und der Staatsordnung anregen.

Er lebte während der kriegerisch geprägten Zeit Menschlichkeit und gegenseitigen Respekt vor und übernahm die Verehrung der Ahnen als eine der wichtigsten Voraussetzungen für das harmonische Zusammenleben in den Familien. Er bestand auf der Einhaltung der traditionellen Rituale, mit denen Kinder ihren Eltern und diese wiederum ihren verstrobenen Ahnen Respekt entgegen brachten. Geordnete Familienverhältnisse galten für ihn als eine wichtige Grundlage der Ordnung im Staat.

Die Schüler des Konfuzius

Während seiner Jahre am Hof des Staates Lu, übte Konfuzius keinen bedeutenden Einfluss aus. 497 v. Chr. verließ er seinen Heimatstaat und wanderte 13 Jahre durch den Norden Chinas. Er versuchte seine Lehren und die Wertvorstellungen und Rituale der frühen Zhou-Dynastie vor allem den Herrschern näher zu bringen.

Erfolglos kehrte er Lu zurück und war dort nur noch als Lehrer tätig. Konfuzius erkannte, dass sich seine Lehren kaum in die Politik umsetzen ließen und verbrachte seinen Lebenabend tief enttäuscht bis er 479 v. Chr. im Alter von 72 Jahren starb. Seine Schüler gaben die erzieherische und politische Kraft seiner Lehren weiter und erhielten diese so für die späteren Generationen.

Als erster bedeutender Nachfolger etablierte sich Menzgi (lateinisch: Menzius), welcher etwa in den Jahren 370 bis 300 v. Chr. lebte. er setzte sich für Güte und Gerechtigkeit als Maßstab des Regierens ein.

Xunzi, ebenfalls ein wichtiger Nachfolger hielt, im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern, die menschliche Natur für schlecht, stimmte aber mit ihnen darüber überein, dass das Lernen für die Ausbildung eines tugendhaften Charakters eine wichtige Rolle spielt.

Weisheiten des Konfuzius

Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern,
tu es jeden Tag.

Sei dazu entschlossen, und die Sache ist getan.

Der Weise lernt aus den Fehlern anderer.
Der Dumme aus seinen eigenen.

Setze dich an einen Fluss und warte
bis die Leiche deines Feindes vorbei
schwimmt.

Der Edle stellt Anforderungen an sich selbst,
der Gemeine stellt Anforderungen an die anderen
Menschen.

Wer sich selbst regiert,
was sollte der für Schwierigkeiten haben,
andere zu regieren?
Wer sich nicht regieren kann,
was geht den das Regieren von anderen an?

Was immer du fühlst,
verrate dich nicht!

Vergiß niemals, daß du nur auf die Welt gekommen bist, um verehrt und geliebt zu werden.

Wer unsere Träume stiehlt, gibt uns den Tod.

Ein Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln:
Erstens: Durch Nachdenken – das ist der edelste.
Zweitens: Durch Nachahmen – das ist der leichteste.
Drittens: Durch Erfahrung – das ist der bitterste.

Man muß sich einen Stecken in der Jugend schneiden, damit man im Alter daran gehen kann.

Man soll im Wald niemals Holz verkaufen.

Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen.