Westliche Zhou Dynastie 1046 bis 771 v. Chr.

Die Zhou-Dynastie

Die Zhou-Dynastie – 周朝 – Zhōu Cháo (1046 bis 221 v. Chr.) folgte der Shang-Dynastie und ging der Qin-Dynastie voraus.  Obwohl die Zhou-Dynastie länger als jede andere Periode in der chinesischen Geschichte dauerte, währte die tatsächliche politische und militärische Kontrolle der Dynastie mit dem Beinamen Ji – 姬 –  nur bis 771 v. Chr. und ist als „Westliche Zhou“ bekannt.

Diese Periode der chinesischen Geschichte repräsentiert für viele den Höhepunkt der chinesischen Herstellung von Waren aus Bronze. Die Dynastie umfasst während der späteren Periode der „Streitenden Reiche“ (475 – 221 v. Chr.) auch die Zeit, in der sich die chinesische Schrift in ihrer modernen Form entwickelte.

Unterschiede in der Datierung

Die historische Datierung ist bis 841 v. Chr. unklar. Erst für die darauf folgende Zeit begann der Historiker Sima Qian (145–84 v. Chr.) mit einer allgemein akzeptierten Datierung. Aus diesem Grund gibt es heute noch verschiedene Jahresangaben für die Errichtung der Westlichen Zhou. Die beiden traditionellen Daten dafür sind 1122 v. Chr. und 1111 v. Chr., aber in der jüngeren Zeit tendiert man aufgrund neuerer Untersuchungen der Bronzeinschriften und Bambusannalen zu einem späteren Zeitpunkt, etwa von 1050 v. Chr. bis 1045 v. Chr.

Historiker unterteilen die Zhou-Dynastie in zwei große Hauptperioden, die bereits erwähnte Westliche Zhou-Zeit von 1045 bis 771 v. Chr., während der die Hauptstadt in der Nähe des heutigen Xi’an lag und das gesamte Einzugsgebiet des Gelben Flusses beansprucht werden konnte und die Östliche Zhou-Zeit 770 bis 256 v. Chr., als die Hauptstadt weiter nach Osten nach Luoyang verlegt wurde und der Staat Zhou nur einer von Hunderten von mehr oder weniger unabhängigen Staaten wurde. Die Östliche Zhou-Zeit wird nochmals unterteilt in die Frühling-und-Herbst-Periode (770 bis 476 v. Chr.) und die Periode der „Streitenden Reiche“ (475 bis 221 v. Chr.) welche mit der Vereinigung der letzten Reiche durch den Staat Qin zu Ende ging.

Tiefgreifender Wandel

Silber- und Bronzeflasche aus der Zeit der Zhou-Dynastie
Silber- und Bronzeflasche aus der Zhou-Dynastie

Während dieser rund 800 Jahre andauernden Periode gab es auf dem heute als China bezeichneten Territorium einen tiefgreifenden Wandel. Die Regierungsform entwickelte sich von einer primitiven patriarchalischen Herrschaft über verschiedene bürokratische Anfangsformen hin zum Absolutismus des Qin- und des frühen Han-Reiches. Mit der Errichtung ausgedehnter Siedlungsgebiete begannen sich zwischenstaatliche Beziehungen auf Stammesbasis zu entwicklen.

 

Während der Frühling-und-Herbst-Periode entwickelten sich diese Siedlungsgebiete zu unabhängigen Staaten. Diese Zeit mündete mit sieben übrig gebliebenen Staaten der Nord-Süd- und der Ost West-Allianz in der Periode der „Streitenden Reiche“. Auf militärischem Gebiet wurden die relativ kleinen mit Streitwagen ausgerüsteten Verbände durch riesige Infanterie-Armeen mit Hunderttausenden von Soldaten ersetzt. Auch wurden eine Vielzahl technologischer und kultureller Neuerungen eingeführt. Beispiele dafür sind neben dem Eisenpflug und dam Kupfergeld auch die mechanische Armbrust, die es ermöglichte hunderttausende Bauern in sehr kurzer Zeit zu Schützen auszubilden. Der herkömmliche Einsatz von Pfeil und Bogen erforderte von den Schützen viel Geschick und Erfahrung. Eine Aufstellung riesiger Verbände von Bogenschützen in kurzer Zeit war deshalb nicht möglich.

Das Goldene Zeitalter

Auch die ersten Bücher, angefangen vom Buch der Wandlungen, dem Buch der Urkunden und dem Buch der Lieder, fanden Verbreitung. Sie galten schon in dieser Zeit, vor allem aber in allen späteren Zeitaltern der chinesischen Geschichte als die Klassiker schlechthin. Weitere Werke wurden den philosophischen Meistern der Periode der Streitenden Reiche zugeschrieben. Hinzu kommen all die Handbücher der verschiedenen Wissenschaften wie Astronomie, Geographie, Mathematik, Medizin und Weissagung.

 
Konfuzius
Konfuzius in den Gärten der Welt – Berlin

In der Folgezeit wurde die Zhou-Dynastie als das Zeitalter der größten Männer der chinesischen Geschichte angesehen. Zu ihnen zählen König Wen, der Dynastie-Gründer, Herzog von Zhou, der das Reich in seiner ersten Krise zusammengehalten haben soll und Konfuzius, der „Erste Lehrer“. Wegen Ihnen und ihrer Zeitgenossen wird die Zeit der Zhou-Dynastie seit ihrem Ende als das „Goldene Zeitalter“ Chinas betrachtet.