Ende der Bindung an den Dollar

Überraschend hat China als Reaktion auf den Druck der USA im Juni 2010 eine größere Flexibilität der Landeswährung Renminbi angekündigt.

Die Dollarbindung des Renminbi, auch Yuan genannt, wurde auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008 eingeführt. Die chinesische Zentralbank teilte nun mit, dass die Erholung der Wirtschaft auf einer solideren Basis steht. Auf der englischsprachigen Webseite der Zeintralbank heißt es dazu: „Es ist wünschenswert, die Reform der Wechselkurspolitik voranzutreiben und die Flexibilität des Wechselkurses zu erhöhen.“

In der neuen Weltwährungsordnung spielt der Renminbi inzwischen eine immer wichtigere Rolle und der Dollar eine immer geringere. Mit der Ankündigung einer höheren Flexibilität seiner Landeswährung fügt sich China nun in die neue Weltwährungsordnung ein. Jedoch nannte die chinesische Zentralbank noch keinen Termin für den angekündigten Kurswechsel. Die Erklärung bedeutet nach Einschätzung von Finanzexperten, dass China die Politik eines festen Wechselkurses der Landeswährung aufgibt. Der nach Meinung von Fachleuten bis zu 40 Prozent unterbewertete Renminbi begünstigte bisher die Ausfuhren des Exportweltmeisters und sicherte Arbeitsplätze.

Wie die Zentralbank erklärte, gebe es kurzfristig keine Grundlage für große Veränderungen des Wechselkurses, für den weiterhin die bereits angekündigte Bandbreite gelte. Li Daokui, Mitglied des währungspolitischen Ausschusses der chinesischen Zentralbank, erklärte laut der Agentur Dow Jones, dass die Ankündigung des Ende des gestgelegten Wechselkurses der chinesischen Landeswährung bedeute.

Wechselkurs wurde im Juli 2008 festgelegt

Im Juli des Jahres 2008 hatte China den Wechselkurs auf 6,8 Renminbi für einen US-Dollar festgelegt. Auf diese Weise sollten Millionen Arbeitsplätze vor der Krise gesichert werden. Die maximale Schwankungsbreite wurde auf 0,5 Prozent festgeschrieben.

Die Ankündigung die Währungsbindung aufzugeben, erfolgte kurz for dem G20- Gipfel im Juni 2010 in Toronto, auf dem die starre Währungspolitik-Politik Chinas zum Thema gemacht werden sollte.

Seit Jahren schwelt der Streit um die chinesische Währung. Allen voran sind die USA die schärfsten Kritiker der chinesischen Währungspolitk. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass die Weltwirtschaft nur gesunden könne, wenn die Wechslekurse auch vom Markt bestimmt werden könnten. Die Ankündigung des Endes der Währungsbindung ist daher auch als Signal zu verstehen, die Schuldzuweidungen zu stoppen.

US-Präsiden Barack Obama begrüßte die chinesische Entscheidung, die Flexibilität der Währung zu erhöhen, als konstruktiven Schritt, der bei der Sicherung des Aufschwungs helfen und zu einer ausgewogeneren Weltwirtschaft führen kann.

Durch die Kopplung an den Dollar, wirkt sich auch der Kursverlust des Euros direkt auf den Renminbi aus. Er wird aufgewertet, wodurch sich die chinesischen Exporte nach Europa verteuern. Das Handelsministerium wies bereits darauf hin, dass die Exporte nach Europa unter Druck gerieten.