Huang Di - Der Gelbe Kaiser

Huang Di – Der Gelbe Kaiser

Huáng Dì – 黄帝 – der Gelbe Kaiser – ist der mythische Kaiser, der am Anfang der chinesischen Kultur gestanden haben soll. Er wird der Gruppe der fünf chinesischen Urkaiser zugerechnet und soll von 2696 – 2598 v. Chr. regiert haben. Während die meisten älteren Geschichtsschreibungen den Gelben Kaiser als reale historische Figur beschrieben, sind sich jedoch heute die meisten Gelehrten darüber einig, dass Huang Di ursprünglich eine Gottheit war, die später in eine menschliche Figur umgewandelt und während der Zhou-Zeit historisiert wurde.

Huang Di - Der Gelbe Kaiser
Huáng Dì – Der Gelbe Kaiser

In seinem „Danses et légendes de la Chine ancienne“ („Tänze und Legenden des alten China“), zum Beispiel, argumentierte Marcel Granet (1884-1940), dass die Überlieferungen über den Gelben Kaiser Geschichten seien, „historisierte Legenden“, die mehr über die Zeit in der sie geschrieben wurden, als über die Zeit, die sie angeben zu beschreiben.

Zunächst spielte Huáng Dì in den frühen Traditionen als Kriegsgott eine untergeordnete Rolle, wandelte sich dann aber zum Hochgott und erleuchteten Unsterblichen des Daoismus. Seitdem wird er als Eroberer, Richter, Unsterblicher, Gott des Weltenberges Kunlun und des Zentrums der Erde dargestellt.

Von seiner Geburt sagt man, dass seine Mutter von Blitzen am nächtlichen Himmel schwanger wurde und nach 20 Jahren Schwangerschaft Huáng Dì geboren worden sei. Gleich nach seiner Geburt soll er gesprochen haben.

 

Seine Gemahlin ist Lei Zu (嫘祖‚ die Donnerahnin); seine Tochter ist Niuba, die Trockenheit.

Erzählt wird auch von einem Kampf zwischen Huáng Dì und seinem Bruder Yan Di sowie von einer durch ein Ungeheuer entfesselten Sintflut, die Huáng Dì besiegte. Der Überlieferung nach habe Huáng Dì sich aus der Haut des Kui, eines mythischen Wesens, das Regen, Wind und Dürre erzeugen konnte, eine Trommel gefertigt.

Huang Di - Der Gelbe Kaiser
Huáng Dì – 黄帝 – Der Gelbe Kaiser

Die Daoisten sagen ihm nach, das Buch „Die Medizin des Gelben Kaisers“ (黃帝內經 / 黄帝内经, Huángdì Nèijīng), geschrieben zu haben. Das Huángdì Nèijīng enthält das damalige Wissen über Akupunktur, Akupressur und andere Teilbereiche der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dieses Werk besteht aus einer Sammlung von 81 Abhandlungen, die in zwei Büchern zusammengefasst sind.

Das erste Buch Su Wen behandelt Fragen organischer und grundlegender Art. Hier finden sich Dialoge des Gelben Kaisers mit den Gelehrten seines Hofes über Fragen zu Physiologie, Morphologie, Pathologie, Diagnose und Krankheitsprävention.

 

Das zweite Buch Ling Shu beschäftigt sich mit den technischen Aspekten der Akupunktur. Im Ling Shu wird die klinische Anwendung der Akupunktur und Moxibustion, sowie die Lage der Akupunkturpunkte und der Meridiane beschrieben.

In diesem Hauptwerk der Traditionellen Chinesischen Medizin lassen sich Ideen sowohl aus dem Daoismus wie auch aus dem Konfuzianismus finden. Heute gilt das Buch als eine Zusammenfassung verschiedener Werke aus der Zeit um 300 v. Chr.