Gou Teng – 钩藤 – Uncariae ramulus cum uncis

Eine recht häufig versendete Droge der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Gou Teng (Uncariae ramulus). Es ist eine Wind ausleitendes und Spasmen lösende Arznei.

Familie:
Rubiaceae (Krappgewächse, Rötegewächse)

Stammpflanze:
Uncaria rhynchophylla (Miq.) Jacks.

Deutscher Name:
Indischer Morgenstern, Zweig mit Haken

Englischer Name:
Gambir Plant

Vorkommen:
Gou Teng (Uncariae ramulus) kommt vorwiegend aus den Provinzen Fujian, Guangdong, Guangxi, Hunan, Jiangxi und Zhejiang.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Herbst und Winter werden die Haken tragenden Zweige geschnitten, von ihren Blättern befreit, in Stücke geschnitten und an der Sonne getrocknet.
Sie sollten gut verschlossen und trocken gelagert werden.

Temperaturverhalten:
kühl

Geschmack:
süß

Funktionskreisbezug:
Leber, Herz

Wirkrichtung:
stark absenkend

Wirkort:
Tiefe, Inneres, Kopf, Augen

Wirkungsweise:
kühlend, beruhigend, krampflösend

Traditionelle Verwendung:

  • Kühlen von Hitze; Anwendung bei
    Kopfschmerzen, Schwindel, Fieber, Reizbarkeit, gerötete Augen;
  • Ausleitung von Wind; Anwendung bei
    Kopfschmerzen und Schwindel;
  • Beruhigen von innerem Wind; Anwendung bei
    Kopfsmerzen, Schwindel, Tremor (zittern einzelner Muskeln), Neigung zu Krämpfen, Reizbarkeit, Eklampsie (plötzlich auftretende, schwere, von Krämpfen begleitete Erkrankung vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft);
  • Harmonisierung des Funktionskreis Leber; Anwendung bei
    Augenflimmern, Drehschwindel, Reizbarkeit, Neigung zu Krämpfen, Hypertonie (Erhöhung eines Drucks oder einer Spannung über die Norm hinaus);
  • Lösen von Krämpfen; Anwendung bei
    Erkältungen einhergehen mit Krampferscheinungen, epileptische Krämpfe, epileptische Ohnmachtsanfälle während der Schwangerschaft;
  • Absenken des Yang; Anwendung bei
    Kopfschmerzen, Schwindel, geröteten Augen, Neigung zu Krämpfen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6g bis 15g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei epileptischen Anfällen, Krampfanfällen, hohem Fieber zusammen mit
    Quan Xie (Buthus);
  • bei Spasmen, Krämpfen, Eklampsie (plötzlich auftretende, schwere, von Krämpfen begleitete Erkrankung vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft) zusammen mit
    Tian Ma (Gastrodiae rhizoma), Quan Xie (Buthus), Shi Jue Ming (Haliotidis concha);
  • bei Benommenheit und Schwindel zusammen mit
    Ju Hua (Chrysanthemi flos), Sang Ye (Mori folium), Shi Jue Ming (Haliotidis concha).

Klassische Rezepturen:
Tian Ma Gou Teng Yin

Schwangerschaft:
Gou Teng (Uncariae ramulus) kann während der Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Fehlen von Fülle oder Hitze!