Pu Gong Ying – 蒲公英 – Taraxaci herba

Das mongolische Löwenzahnkraut, Pu Gong Ying (Taraxaci herba cum radix), wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) mit samt seiner Wurzel als ein kühlendes, desinfizierendes und Gifte ausleitendes Medikament verwendet. Erstmalige Erwähnung findet das Kraut im Xin Xiu Ben Cao (Neu überarbeitete Materia Medica).

Taraxum - LöhwenzahnPinyin:
Pú Gōng Yīng

Familie:
Asteraceae (Korbblütler)

Stammpflanze:
Taraxacum mongolicum Hand.-Mazz.

Deutscher Name:
mongolisches Löwenzahnkraut mit Wurzel

Englischer Name:
Dandelion

Vorkommen:
Pu Gong Ying (Taraxaci herba) ist im gesamten China zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Der Löwenzahn wird in der Zeit von Frühling bis Herbst ausgegraben, gereinigt und an der Sonne getrocknet. Auch das frische Kraut kann verwendet werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Pu Gong Ying (Taraxaci herba cum radix) riecht leicht und hat einen leicht bitteren Geschmack.

Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe, Triterpene

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter, süß

Funktionskreisbezug:
Leber, Magen, Blase

Wirkrichtung:
tief

Wirkort:
oberer Wärmebereich (Calorium)

Wirkungsweise:
antimikrobiell, wird als Choleretikum (regt Leberzellen zu vermehrter Sekretion von Galle an), Diuretikum (harntreibend), Amarum (Bittermittel, das die Bildung von Speichel u. Magensaft fördert), Adjuvans bei Hepatopathien (Lebererkrankungen), Cholezystopathie (Störung der Gallenabsonderung und Gallenausscheidung verbundene Krankheiten) und bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege eingesetzt.

Traditionelle Verwendung:

  • Kühlen von Hitze;
    Anwendung bei Karbunkeln, Konjunktivitis, Schwellungen, Schwellungen von Hals und Drüsen, Karbunkeln der Mamma, Mastitis, Ikterus (Gelbsucht), geröteten, geschwollenen, schmerzhaften Augen;
  • Entgiften und Desinfizieren;
    Anwendung bei Geschwüren im Bereich des Funktionskreises der Lunge; Geschwüren im Bereich von Dickdarm und Dünndarm, Abzessen und Geschwüren im Bereich der Brust und des Halses. Hierbei ist sowohl eine innere als auch eine äußere Anwendung möglich;
  • Zerteilung von Schwellungen;
    Anwendung bei geröteten, geschwollenen Augen, Schwellungen im Halsbereich, Furunkeln, Karbunkeln, Mastitis (bakterielle Entzündung der Brustdrüse);
  • Zerstreuung von Stauungen;
    Anwendung bei geschwollenen Augen, Schwellungen von Hals und Drüsen, Furunkeln, Karbunkeln, entzündungsbedingten Schwellungen;
  • Auflösen von Stauungen;
    Anwendung bei geröteten Augen, Rachenschmerzen, Skrofulose (Halsdrüsengeschwulst);
  • Ausleitung von feuchter Hitze;
    Anwendung bei Ikterus (Gelbsucht), brennende Schmerzen beim Urinieren, Geschwüren im Bereich des Funktionskreises der Lunge; Geschwüren im Bereich von Dickdarm und Dünndarm;
  • Befreiung der Harnwege;
    Anwendung bei Strangurie (erschwerte, gewollte Blasenentleerung).

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
9 g bis 30 g, Standard 10 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Infektionen der Lunge mit Schleimbildung
    zusammen mit Jin Yin Hua (Lonicerae flos), Yu Xing Cao (Houttuyniae herba cum radix);
  • bei Schwellungen des Rachen
    zusammen mit Ban Lan Gen (Isatidis radix);
  • bei verminderter Harnproduktion (Oligurie)
    zusammen mit Jin Yin Hua (Lonicerae flos), Che Qian Zi (Plantaginis semen);
  • bei Rötung der Augen; Schwellung der Augen
    zusammen mit Jue Ming Zi (Cassiae semen), Ju Hua (Chrysanthemi flos), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix);
  • bei feuchter Hitze
    zusammen mit Zhi Zi (Gardeniae fructus), Yin Chen Hao (Artemisiae scopariae herba);
  • bei Mastitis (bakterielle Entzündung der Brustdrüse)
    zusammen mit Gua Lou Shi (Trichosanthis fructus), Gua Lou Zi (Trichosanthis semen), Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii bulbus);
  • bei Karbunkeln
    zusammen mit Jin Yin Hua (Lonicerae flos), Zi Hua Di Ding (Violae herba), Ju Hua (Chrysanthemi flos);
  • bei Lymphknotenschwellungen im Bereich des Halses
    zusammen mit Xia Ku Cao (Prunellae spica), Mu Li (Ostrea concha);
  • bei Mammaabzessen, Karbunkeln, Furunkeln
    zusammen mit Gua Lou Shi (Trichosanthis fructus), Gua Lou Zi (Trichosanthis semen), Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii bulbus), Mo Yao (Myrrha);
  • bei tiefen, heißen, schmerzhaften und verhärteten Geschwüren
    zusammen mit Lian Qiao (Forsythiae fructus), Ju Hua (Chrysanthemi flos);
  • bei Lungenabzessen mit eitrigem Auswurf
    zusammen mit Yu Xing Cao (Houttuyniae herba cum radix), Gong Gua Zi (Benincasae semen);
  • bei schmerzhafen Miktionsstörungen (Störungen bein entleeren der Harnblase)
    zusammen mit Jin Qian Cao (Lysimachie herba), Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma)

Schwangerschaft:
Pu Gong Ying (Taraxaci herba cum radix) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Giftigkeit:
Eine Überdosierung kann zu leichtem Durchfall oder auch Sodbrennen führen. Bei häufigem Kontakt mit Löwenzahn wurde gelegentlich entzündliche Reaktionen der Haut beobachtet, wobei das Sensibilisierungspotential eher als sehr schwach eingestuft wird.