Huai Hua – 槐花 – Sophorae flos

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die Früchte und Knospen des Japanischen Pagodenbaums, Huai Hua (Sophorae flos), zur Ableitung von Hitze aus dem Blut verwendet. Dabei wirken insbesondere die Knospen blutdrucksenkend und die Früchte leiten das Leber-Feuer ab.
Die unteifen Knospen werden in der TCM seltener verwendet. Sie enthalten Rutin, welches oft als Bestandteil freiverkäuflicher Mittel gegen Kapillarbrüchigkeit enthalten ist.

Pinyin:
Huái Huā

Synonym:
Huai Hua Mi

Familie:
Fabaceae (Schmetterlingsblütler)

Stammpflanze:
Sophora japonica L.

Deutscher Name:
Japanischer Pagodenbaum / Schnurbaum, Blütenknospen und Früchte

Englischer Name:
Pagodatree Flower

Inhaltsstoffe:
unter anderem Rutin und Quercetin

Vorkommen:
Japanische Pagodenbäume oder auch Schnurbäume genannt, sind fast in ganz China zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Sommer werden die Blütenstände während der Blüte oder bei der Knospenbildung gesammelt und getrocknet. Danach werden die Blüten und Knospen von ihrer Rispe und von Fremdbestandteilen gesäubert.
Huai Hua (Sophorae flos) ist trocken und geschützt vor Insektenfrass geschützt zu lagern.

Temperaturverhalten:
leicht kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Leber, Dickdarm, Magen

Wirkungsweise:
antibakteriell, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, krampflösend, blutstillend, verrinngern der kapillaren Durchlässigkeit (Permeabilität).

Traditionelle Verwendung:

  • Ableitung von Hitze aus dem Blut und Stillung von Blutungen; Anwendung bei
    Blut im Urin oder im Stuhl, zu starke gynäkologische Blutungen, blutende Hämorrhoiden, Erbrechen von Blut (Hämatemesis), Nasenbluten (Epistaxis);
  • Kühlen von Hitze; Anwendung bei
    geröteten Augen und Drehschwindel;
  • Absenkung des Yang; Anwendung bei
    gerötete Augen, Drehschwindel, Flimmern vor den Augen, Kopfschmerzen, Hypertonie (Erhöhung eines Drucks oder einer Spannung über die Norm hinaus);
  • Ausleitung von Hitze-Feuchtigkeit; Anwendung bei
    Durchfall, Hämorrhoiden, dysenterische Blutungen (Blutungen über das normale Maß hinaus).

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
9g bis 15g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • als Lungenarznei zusammen mit Honig abgekocht;
  • bei Durchblutungsstörungen in den unteren Regionen des Körpers (z.B. bei Hämorrhoiden) zusammen mit
    Zhi Ke (Citri aurantii fructus);
  • bei blutigem Stuhl und Hämorrhoiden kann Haui Jiao Wan eingesetzt werden, dass aus den Früchten des Japanischen Pagodenbaums zusammen mit
    Dang Gui (Angelica sinesnsis radix) und Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix) bebildet wird;
  • bei blutigem Stuhl, Blut im Urin, Uterusblutungen und Nasenbluten zusammen mit
    Ce Bai Ye (Cacumen biotae);
  • bei Blut im Stuhl durch Wind in den Funktionskreisen Dick- und Dünndarm zusammen mit
    Jing Jie (Schizonepetae herba) und Zhi Ke (Citri aurantii fructus);
  • bei blutigem Erbrechen zusammen mit
    (She Xiang) Moschus;
  • bei Schlaflosigkeit und mit Benommenheit einhergehende hochschlagender Glut in der Leber zusammen mit
    Xi Xian Cao (Siegesbeckiae herba);

Gegenanzeigen:
In einzelnen Quellen wird auf einen Fall von einer überempfindlichen Reaktion bei einem Kind verwiesen.

Schwangerschaft:
Bei der Anwendung während der Schwangerschaft gibt es keine Einschränkungen.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Mangel von Kälte der Mitte, Fehlen von Hitze oder Fülle und mit Vorsicht anwenden bei kalten Mangelsyndromen von Milz oder Magen oder bei Uterusblutungen mit Qi-Mangel!