Ku Shen – 苦参 – Sophorae flavescentis radix

Die Wurzel des Gelblichen Schnurbaums – Ku Shen (Sophorae flavescentis radix) – nutzt man in der Traditionellen Chinesischen Medizin vorwiegend als ein kühlendes und trocknendes Arzneimittel. Eerstmalige Erwähnung in dieser Beziehung fand die Wurzel im Shen Nong Ben Cao Jing (Shen Nong’s Kräuter).

Pinyin:
Kǔ Shēn

Familie:
Fabaceae (Schmetterlingsblütler)

Stammpflanze:
Sophora flavescens Ait.

Deutscher Name:
Schnurbaumwurzel, Gelblicher Schnurbaum-Wurzel

Englischer Name:
Lightyellow Sophora Root, Sophora Root, Bitter Root

Vorkommen:
Ku Shen (Sophorae flavescentis radix) ist überall in China zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Wurzeln des Schnurbaums werden im Frühling und Herbst ausgegraben, gereinigt, in und getrocknet. Meist werden die frischen Wurzeln bereits vor dem Trocknen in Scheiben geschnitten.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die Wurzeln des Gelblichen Schnurbaums haben einen leichten Geruch und einen extrem bitteren Geschmack.

Inhaltsstoffe:
unter anderem Alkaloide, Flavone

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Dünndarm, Dickdarm, Magen, Herz, Leber, Nieren

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Haut, unterer Wärmebereich (Calorium)

Besonderes:
Zur Behandlung der Haut kann Ku Shen (Sophorae flavescentis radix) auch äußerlich angewendet werden.

Traditionelle Verwendung:

  • Ausleiten von feuchter Hitze;
    Anwendung bei Darminfektionen, Gelbsucht, dickem-gelblichem Fluor albus (Weißlfuss), Exanthemen im Genitalbereich, Blut im Stuhl;
  • Beseitigung von Juckreiz;
    Anwendung bei Hautaffektionen, Exanthemen im Genitalbereich, juckender Fluor albus (Weißlfuss);
  • Entgiftung und Desinfizierung;
    Anwendung bei Hautaffektionen, juckender Fluor albus (Weißlfuss), Darminfektionen;
  • Behandlung von Ekzemen, Verbrennungen, und Geschwüren;
    Anwendung bei Hautläsionen, chronischem Juckreiz, Geschwüren;
  • Ausleitung von Wind;
    Anwendung bei Juckreiz, Hautaffektionen, Parasiten;
  • harntreibend;
    Anwendung bei spärlichem Urin, hervorgerufen durch feuchte Hitze, schmerzhaften Funktionsstörungen der Blase.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 15 g; Standard 3 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei feuchter Hitze, Ruhr, Gelbsucht, Ausfluss
    zusammen mit Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex), Long Dan Cao (Gentianae radix);
  • bei feuchter Hitze, Hautaffektionen, Juckreiz
    zusammen mit Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae radix alba), Bai Xian Pi (Dictamni cortex);
  • bei feuchter Hitze, Ruhr, Gelbsucht
    zusammen mit Mu Xiang (Aucklandiae radix);
  • bei feuchter Hitze in Verbindung mit dickem, gelbem, vaginalem Ausfluss mit Juckreiz
    zusammen mit Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex), Bai Zhi (Angelica dahuricae radix), She Chuang Zi (Cnidii fructus);
  • bei feuchter Hitze in Verbindung mit Hautveränderungen, Ekzemen
    zusammen mit She Chuang Zi (Cnidii fructus), Dan Shen (Salvia miltiorrhiza radix);
  • bei feuchter Hitze in Verbindung mit Ödemen, schmerzhaftem Wasserlassen
    zusammen mit Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae);
  • bei Störungen beim Wasserlassen während der Schwangerschaft
    zusammen  mit Dang Gui (Angelica sinensis radix), Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii bulbus).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirkung wird gefördert durch Xuan Shen (Scrophulariae radix).
  • Die Wirkung wird beschränkt durch Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii bulbus) und Tu Si Zi (Cuscutae semen).
  • Die Wirkung wird gestört durch Li Lu (Veratri nigri radix).

Schwangerschaft:
Ku Shen (Sophorae flavescentis radix) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Kälte-Schwäche der Mitte.