Huang Qin – 黄芩 – Scutellaria baicalensis radix

Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix), auch Baikal-Helmkraut genannt, leitet insbesondere äußere und innere Feuchte-Hitze ab. Huang Qin ist ein Mittel gegen Durchfall, Ruhr und Gelbsucht.

Die Rezeptur der Huang Qin Tang, deren Hauptbestandteil Huang Qin, kann bei einer Chemotherapie die negativen Auswirkungen auf den Darm mildern.
Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix) findet erstmals im Shen Nong Ben Cao JingErwähnung.

Das Baikal-Helmkraut ist eine krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 20 bis 40 cm. Sie hat einen schlanken Wurzelstock und längliche, gezähnte Blätter. Die charakteristischen Lippenblüten besitzen eine violette Oberlippe und eine blaue Unterlippe

Familie:
Labiatae oder Lamiaceae (Lippenblütler)

Stammpflanze:
Scutellaria baicalensis Georgi

Deutscher Name:
Baikal-Helmkrautwurzel

Englischer Name:
Baical Skullcap Root

Vorkommen:
Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix) ist von Sibirien bis China verbreitet und wird vor allem in den Provinzen Hebei, Henan, Inneren Mongolei, Shaanxi, Shandong und Shanxi produziert.

Sammlung, Aufbereitung und Lagerung:
Die Wurzeln des Baikal-Helmkrauts werden im Frühjahr oder Herbst ausgegraben, gereinigt und an der Sonne getrocknet. Sie sind gut belüftet und trocken zu lagern und müssen vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Inhaltsstoffe:
Flavonoide, Chalkone, Flavonoidglykoside, ätherisches Öl, Aminosäuren, Beta-Sitosterol

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Lunge, Herz, Magen, Gallenblase, Dickdarm, Dünndarm

Wirkungsweise:
antibakteriell, desinfizierend, antibiotisch, bei bakterieller Ruhr, bei chronischer Hepatitis, harntreibend, fiebersenkend, entzündungshemmend, krampflösend, mild beruhigend, Blutungen stillend, blutdrucksenkend, Senkung des Cholesterinspiegels

Traditionelle Verwendung:

  • leitet Hitze aus den Funktionskreisen der Lunge, des Herzens der Leber und der Gallenblase ab und erstickt Feuer; Anwendung bei
    Erkrankungen mit Fieber, hohem Fieber, Wechselfieber, Blutungen aus Mund und Nase, blutigem Erbrechen, Husten mit dicken, gelben Schleim, Kopfschmerzen, Koma und Bindehautentzündung;
  • leitet Hitze Feuchtigkeit aus; Anwendung bei
    Brustbeklemmung, Fieber, klumpiges Völlegefühl, Übelkeit, Durchfall, Dysenterie (Ruhr) und Gelbsucht;
  • beruhigt das Ungeborene (bei drohender Fehlgeburt);
  • beseitigt Hitze in der Lunge;
  • beruhigt das Leber Yang.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 15g

Besonderheiten:
Bei oraler Einnahme sind leichte Durchfälle möglich.

Kombination mit anderen Kräutern:

  • mit anderen kühlenden Arzneien wie Huang Lian bei fiebrigen Erkältungen mit zähem, gelben Auswurf, Durst und Reizbarkeit;
  • Mit Bai Shao YaoZhi ZiHuang BaiMu Dan Pi (Moutan cortex) oder Da Huangbei Feuchte-Hitze-Problemen mit Ruhr, Nasenbluten oder Bluterbrechen;
  • mit Xia Ku Cao bei Benommenheit und Kopfschmerzen mit Leber-Feuer-Problemen;
  • Die Wirkung wird gefördert durch Long Gu (Draconis os) und Shan Zhu Yu (Corni fructus);
  • gestört wird die Wirkung durch Zwiebeln und beschränkt durch Mu Dan Pi (Moutan cortex);

Klassische Rezepturen:

  • Ban Xia Xie Xin Tang
  • Huang Lian Jie Du Tang
  • Xiao Chai Hu Tang

Forschungsergebnisse:
Durch wissenschaftliche Studien konnte eine antibiotische Wirkung nachgewiesen werden.

Warnhinweis:

  • Nicht verwenden bei Fehlen von Hitze- und Feuchtesymptomen sowie bei Hitze-Mangel in der Lunge, Kälte in der Mitte und unruhigem Fötus bei Kälte!